512 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1897.
am 24, an der westlichen Ostsee, am 25. und 26. an der ganzen Küste, am 27.
bis 29. an der Nordsee und der westlichen Ostsee und am 30. und 31. an der
ganzen Küste auf. Heiteres Wetter in gröfserer Verbreitung hatten am 1. die
5stliche Ostsee, am 5. und 6. die Nordsee und westliche Ostsee, am 15. und 16.
die Ostsee und am 17. die ganze Küste. Gewitter wurden beobachtet am 13.
an der pommerschen Küste, am 19. in Travemünde und in der folgenden Nacht
in Swinemünde.
Die zur Zeit der Terminbeobachtungen notirten Windrichtungen waren
ziemlich gleichmäfsig über die Windrose vertheilt. Meist waren es südliche
Richtungen, die die gröfsten Häufigkeiten aufwiesen, doch neben diesen mehrfach
auch NE und in Keitum NW.
Mit Ausnahme des 5. bis 7. lag die Küste während der ersten Monats-
hälfte im Bereiche von Depressionen. Ein am 1. und 2. von Mittelskandinavien
über den Rigaschen Busen nach Westrussland wanderndes Minimum bedingte bei
zunächst hohem Druck im Westen nordwestliche bis nördliche Winde, die an
der mittleren und östlichen Ostsee am 2. vielfach stürmisch auftraten. Eine am
2. von Nordwesten her nach der Nordsee vordringende Depression schritt am 3.
und 4. unter Abnahme an Umfang südostwärts nach der Mitte des Festlandes,
während ein Rücken hohen Druckes in seinem Rücken, SW bis NE gestreckt,
zur Ausbildung gelangte, so dafs zunächst südöstliche, dann nordöstliche Winde
an der Küste auftraten. Unter Beibehaltung seiner Richtung und Ausdehnung
seines Umfanges über fast ganz Europa schritt am 5. bis 7. der Rücken hohen
Druckes südostwärts nach der Mitte Europas vor, so dafs die östlichen Winde
am 7. an der Nordsee nach Südwest drehten.
Eine am 8. im Nordwesten heranziehende Depression verlagerte ihr Centrum
bis zum 11. ostwärts nach Nordskandinavien, wo es sich bis zum 14. wenig
verändert erhielt. Während dieser Herrschaft der Depression vom 8. bis 14.,
die ihren Einfiufs bis zu den Alpen hin erstreckte, während hoher Luftdruck
über der Südhälfte Europas lag, wehten vielfach starke Winde aus westlichen
Richtungen, die am 12, bis 14., als hoher Druck über dem Kontinent nordwärts
vordrängte, vielfach zu stürmischen Winden und vereinzelt zu Sturmesstärke
auffrischten.
Als diese Depression, nordwärts gedrängt, ihren Einflufs auf die Küste
verloren hatte, gelangte Westeuropa am 15. und 16. unter die Herrschaft einer
Depression im Westen der Britischen Inseln, die sich rasch über die Westhälfte
Europas ausbreitete, so dafs die Winde an der Küste über Süd nach Südost
drehten. Doch drang am 17. und 18. hoher Druck von Osten her über Europa
vor. Die neue Depression zog nordostwärts fort, und am 19. herrschte eine
sehr gleichmäfsige Druckvertheilung über Centraleuropa bei warmem, neblig
feuchtem Wetter.
Als am 19. und 20. ein Hochdruckgebiet über England hnordostwärts
nach der Nordsee vordrang, traten auf seiner Vorderseite kühle nordwestliche
Winde ein, unter deren Kinwirkung am 19. und 20. an der Küste sehr heftige
Regen fielen und zugleich auch der ausgebreitete Nebel verschwand. Da das
Maximum seinen Kern noch weiter nordostwärts nach Südnorwegen verlagerte,
drehten die Winde noch weiter nach Nordost.
Vom 22. an blieb Europa von hohem Luftdruck bedeckt. Der Kern
höchsten Druckes lag zunächst bis zum 26. in wenig veränderter Lage über dem
Skagerrak und Kattegat, nördliche bis östliche Winde an der Küste bedingend,
und schritt dann südostwärts nach der Balkanhalbinsel, für die dann auf der
Westseite des Hochdruckgebietes liegende Küste südöstliche Winde herbeiführend.
Die anbaltend ruhige Witterung der letzten Pentade charakterisirte sich durch
stetiges Sinken der Morgentemperaturen und weit verbreiteten, andauernden Nebel.
Ein am 30. und 31. im hohen Norden Europas vorüberschreitendes Minimum
breitete seinen Wirkungskreis nur über Skandinavien aus und gewann für die
Küste keine Bedeutung.
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