Notizen.
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j 3. hat daher Bedeutung für die Schiffahrt nur ‚in einem viel kleineren
Gebiet, als das ist, für welches seine thermische Wirkung nachgewiesen ist;
4. die Jahreszeiten verursachen in der Lage der Stromachse (d. h. der
Linie der gröfsten Geschwindigkeit) keinen regelmäfsigen Wechsel, in der
mittleren Breite oder seitlichen Ausdehnung des Stromes auch nur geringfügige
Aenderungen; .
5. dagegen sind die aperiodischen Verschiebungen der Grenze zwischen
warmem und kaltem Wasser sehr häufig und sehr beträchtlich. ;
II. Die kalten Gewässer,
1. Der Labradorstrom, ebenfalls über tiefem Wasser, ist nachweisbar
nur am Ostrande der Neufundland-Bank, hat eine Richtung erst nach Südosten,
dann nach Süden bis Südwesten, findet sein Ende im Golfstrom und zwar östlich
von 50° W-Lg, gelangt also nicht an die Ostküste der Vereinigten Staaten,
2. Auf der Neufundland-Bank ist keine Strömung von Bedeutung.
. 3. Aus dem St. Lorenz - Golf kommt die Cabot-Strömung; sie gewährt
die Möglichkeit, die Erscheinungen des „kalten Wall“ nördlich von 40° N-Br zu
verstehen. ;
‚4. Südlich von 40° N-Br, zumal südlich von Kap Hatteras, ist der „kalte
Wall“ nur ein Reaktions- oder Neerstrom des Golfstromwassers selbst.
4. Um die ‚noch bestehenden Zweifel über den Einflufs direkter
elektrischer Beleuchtung der Kompasse an Bord auf. die Kompasse zu
beheben, wurde nach „De Zee“ 1897, No. 10, kürzlich auf dem Petroleumtank-
dampfer „Halaban“ folgender Versuch gemacht: Für die gesammte elektrische
Beleuchtungsanlage dieses. Schiffes sind Doppelleitungskabel verwendet, so dafs
eine Rückleitung durch das Schiff ausgeschlossen ist. Auch der Regelkompafs
wird durch eine an die Schiffsleitung angeschlossene sechzehnkerzige Glühlampe
beleuchtet, welche mit einer Spannung von 65 Volt arbeitet. Beide Leitungs-
drähte der Lampe sind umeinander gewickelt, wie dies bei hängenden bezw.
transportablen Zimmerlampen üblich ist. Bevor endgültig. die Installirung dieser
Lampe beschlossen wurde, wurde dieselbe, mit 65 Volt Spannung brennend, rund
um den Kompafs herumgeführt, zuerst in der für den Gebrauch vorgesehenen
Entfernung, dann in immer kürzerem Abstand und schliefslich auf dem Glase
des Kompafskessels. In keiner Stellung konnte eine sichtbare Ablenkung der
Rose festgestellt werden.
Eingänge von meteorologischen Tagebüchern bei der Deutschen
Seewarte im Monat Oktober 1897.
L.' Von Schiffen der Kaiserlichen Marine.
S. M. Schiffe und Fahrzeuge:
; 1. „Hohenzollern‘‘, Kommandant Kapt. z. See Freiherr v. Bodenhausen.
Geführt in heimischen Gewässern.
2. „Gefion‘“, Kommandanten -Kapt. z. See Schmidt und Korv.- Kapts.
Zeye, Placht und v. Eichstedt. Geführt in heimischen Gewässern.
2. Von Kauffahrteischiffen.
a. Segelschiffe:
1. Bremer Vollschiff „„Wega‘“, Kapt..H. Haun. 50° N-Br—0° Breite in
91,5° O-Lg, 29/10 1896 --20/1 1897, 83 Tage. 0° Breite in 91,5° 0-Lg—Singapore,
20/1—8/2 1897, 19 Tage. Dauer der ganzen Reise 50° N-Br—Singapore 102 Tage.
Singapore—Bangkok, 4/3—19/3 1897, 15 Tage. Bangkok— Java Head, 18/4—
18/5 1897, 30 Tage. Java Head — 35,5° S-Br in 20° O-Lg, 18/5 — 50/6 1897,
43 Tage. 355° S-Br in 20° O-Lg — 45° N-Br in 31° W-Lg, 30/6 — 9/9 1897,
71 Tage. Dauer der ganzen Reise Bangkok—45° N-Br in 31° W-Lg 144 Tage.
2, Elsflether Bark „Carl“, Kapt. C. Schoemaker. 'Thio (Neu-Kale-
donien)— Kap Horn, 24/5—5/7 1897, 42 Tage. Kap Horn—Lizard, 5/7—14/9 1897,
71 Tage. Dauer der ganzen Reise Thio — Lizard {13 Tage.