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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

506 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1897. 
Erst als Europa-Punkt zwei Strich achterlicher als dwars war hörten wir, und 
zwar nur ein einziges Mal, sehr schwach das Nebelsignal, obgleich wir nicht 
weiter als 1!/4 Meilen davon entfernt waren. Merkwürdig war auch, dafs die 
Dampfpfeifensignale verschiedener voraus befindlicher Dampfer sehr schwach nur 
gehört wurden, dagegen, nachdem die Dampfer passirt waren, sehr deutlich wahr- 
genommen wurden, 
Kurz vor dem Aufklaren, auf der Höhe von Tarifa, hörten wir deutlich 
eine Dampfpfeife an B. B., während wir gleichzeitig einen Dampfer an St. B. durch 
den Nebel sahen und nach dem Aufklaren an B.B. überhaupt kein Schiff zu 
sehen war. Auch hatten wir noch zwei mitsegelnde Dampfer an St. B. voraus, 
in nicht bedeutender Entfernung, deren Dampfpfeifen wir überhaupt nicht 
gehört hatten. 
Nach meiner Meinung zeigt das Mitgetheilte, dafs im Nebel, namentlich 
da, wo der Schall durch hohe Berge beeinflußt wird, Nebelsignale nicht das 
geringste Vertrauen verdienen, M. 
2. Bahnen der Orkane auf dem Atlantischen Ozean im August 1893. 
In der Besprechung der Orkane vom August 1893 auf dem Nordatlantischen Ozean 
im Dezemberheft 1893 dieser Annalen ist auf Seite 492 das Bedauern ausgesprochen, 
dafs aus den Tagen vom 20. bis 28. August keine Beobachtungen aus dem Raume 
zwischen Kap Verden und Westindien westlich von 30° W-Lg vorliegen. Aus 
der Arbeit von Herrn Knipping im „Archiv der Seewarte“ 1896, No. 1, „Ein 
Führer u. s. w.“, Seite 12, ist zu ersehen, dafs eine solche Beobachtungsreihe 
jetzt auf der Seewarte vorhanden ist, und zwar im Journal No. 4116, Schiff 
„Aeolus“, Kapt. Frerichs. Dieses von Santos nach Barbados segelnde Schiff 
hatte, nachdem es am 19. in etwa 6° N-Br und 44° W-Lg den Südostpassat ver- 
loren, vom 20. bis zum 26. August westliche Winde von wechselnder Stärke bei 
einem Barometerstande zwischen 759,7 und 763,0 mm, die es bis in 14° N-Br und 
19° W-Lg brachten. Am 20. wehte, bei wiederholtem Blitzen im NW, frischer, 
böiger Südwest- bis Nordwestwind; um 9’'/2 Uhr abends an diesem Tage trat 
eine heftige Böe aus NW auf, die in einer Stärke von 8 bis 9 bis 11 Uhr an- 
hielt, während das Barometer seinen täglichen Gang behielt. In dieser Nacht 
waren die Aufzeichnungen (rw.): um 10* NNW 8 bis 9, 12" WNW 6, 2» WNW 8, 
4b NNW 5, 6 WSW 8 bis 9, um 7'/a* WSW 9 bis 10; aus dieser Richtung hielt 
dann der Wind in Stärke 5 bis 7 bis zum Abend des 21. an, worauf (gegen 7° p?) 
wieder eine heftige Böe in Stärke 9 bis 10 aus West folgte. Danach wurde der 
Wind stetiger und schwächer, am 22, aus West bis SW, am 23. bis 25. meist 
aus NNW und Nord. 
Aus diesen Beobachtungen scheint hervorzugehen, dafs die am 21. westlich 
von den Kap Verden gelegene Depression eine langgestreckte Form und ‚wohl 
auch ein zweites weiter im Westen gelegenes Centrum niedrigen Druckes hatte, 
das in der Nacht vom 20. zum 21. nördlich vom „Aeolus“ den 46. Längengrad 
nach Westen passirte, wie das allmähliche Zurückholen des böigen Windes von 
NW gegen Süd andeutet. 
Dieses Wirbelcentrum dürfte sich auf seiner weiteren Wanderung im Laufe 
der nächsten drei Tage zu dem mächtigen Wirbelsturm entwickelt haben, der 
am 23. bis 26. nordöstlich von den Antillen vorbeizog. Ob die mit langsam 
fallendem Barometer schwach bis mäfßig wehenden nordwestlichen Winde, die 
auf dem „Aeolus“ am 23. bis 25. herrschten, auf die Fortdauer-und Annäherung 
des östlichen Centrums von den Kap Verden her zu deuten sind, bleibt unsicher, 
sowie auch für die Herkunft des Azoren-Sturmes vom 28. August aus diesen 
Aufzeichnungen nichts zu entnehmen ist. 
3. Ueber die Strömungsverhältnisse auf der Neufundland-Bank 
und ihrer weiteren Umgebung kommt Dr. Gerhard Schott in einer 
ozeanographischen Studie: „Die Gewässer der Bank von Neufundland und 
ihrer weiteren Umgebung“ („Petermanns Mittheilungen“, 43. Band, 1897, 1X) 
zu folgenden Ergebnissen: 
XI. Das Golfstromwasser 
findet sich nur über tiefen Gebieten; 
2. hat grofse Geschwindigkeiten nur westlich yon 60° W-Lg, ist östlich 
ron 40° W-Leg als Strom schon fast unmerklich; 
Li.
	        
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