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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

Das westliche Fahrwasser von Surabaja, Nordküste von Java. 505 
Kali Semampir SSO. Der Grund besteht aus Sand oder Schlamm mit Sand und 
ist ziemlich hart. Es kommt daher auch zuweilen vor, dafs ein Schiff bei heftigem 
Winde unter dem Einflusse des starken Stromes ins Treiben geräth. Dwars ab 
von der Einfahrt des Marinebassins, die an zwei weißen Festmachetonnen zu er- 
kennen ist, darf man nicht innerhalb eines Abstandes von 740 m vor Anker 
gehen. Die Schiffe auf der Rhede schwaien beim Kentern des Stromes meistens 
anter dem Einflusse des aus dem Kali Mas abfliefsenden Wassers mit dem Kopfe 
nach Süd, und zwar früher als unter der Madura-Küste. 
Kommt man des Nachts binnen, so halte man das feste weiße Feuer 
von Sembilangan in S17° W. Man erblickt dann beim Ansegeln der Barre das 
Leuchtfeuer von Udjung Piring unter dem ersteren. Die beiden Feuer behalte 
man ineinander, bis man sich der Leuchttonne, die bald in Sicht kommt, auf 
4 Sm genähert hat. Dann steure man allmählich westlicher, bis man das Feuer 
von Sembilangan ungefähr S 6° W peilt, worauf man auf dem Kurs S21° W nach 
der Enge von Menari segele. Man vergesse nicht, bei der Ermittelung des 
Kurses den zu erwartenden Strom in Rechnung zu bringen, damit man nicht zu 
sehr dwars ab versetzt wird. Sobald man mitten im Fahrwasser gegenüber von 
Udjung Piring ist, hat man das Feuer von Sembilangan in S12° 0. Man erhält 
hierauf das Hafenfeuer von Grissee in S5° W in Sicht und steure dann auf 
810° W Kurs durch die Enge von Menari, wobei in der Peilung N 64° 30‘ O0 
das Feuer von Udjung Piring unsichtbar wird. Sobald man dwars ab von 
Sembilangan ist, bringe man das Feuer von Grissee in S2°W und steure auf 
dasselbe zu. ; 
In 1%4 Sm N 10° O dieses Feuers liegt die roth und schwarz horizontal 
yestreifte Tonne des Riffs von Grissee (Bank von Drie@n), Man achte :also 
darauf, das Feuer zwischen S1°W und S7° W zu behalten. Hat man die Tonne 
in Sicht bekommen, so steure man, nachdem man sie. passirt hat, allmählich 
östlicher. Hat man sie nicht gesehen, so laufe man durch, bis man nach 
Gifßsung 1'/4 Sm von Grissee entfernt ist, und steure dann östlicher. Hat man 
Grissee passirt, so bringe man das Feuer achteraus in die Peilung N 53° W und 
behalte es zwischen N 47° W und N 59° W, um frei von den Pisangs und Büffeln 
zu bleiben. Hierauf steure man mit östlicherem Kurs nach der Rhede von 
Surabaja. 
Verläfst man des Nachts die Rhede von Surabaja, so steure man West, 
bis man das Feuer von Grissee N 53° W peilt und dann auf dieses Feuer zu. Hat 
man die Schiffe auf der Rhede von Grissee passirt, so fahre man N 2° O0 mit dem 
Feuer gerade achteraus. Dwars ab von Sembilangan ist dann der Kurs N 10° 0; 
das Feuer von Udjung Piring kommt in der Peilung N 64° 30‘O in Sicht. Dwars 
ab von Udjung Piring wird der Kurs N 21° O0. Sobald man die Leuchttonne in 
NO hat, wird der Kurs allmählich östlicher. Man passire diese Tonne auf 
St. B.-Bug in 600 m Abstand und steuere dann N 39° O, bis die Feuer von Sembi- 
langan und Udjung Piring ineinander S17° W peilen, und hierauf weiter in 
dieser Peilungslinie nach aufsen. 
Notizen. 
1. Ueber‘ die Unzuverlässigkeit, welche Schallsignale bei Nebel 
an hohen Küsten zeigen, berichtet der Führer des Dampfers „Salak“, Herr 
J. S. Brouwer, in „De Zee“, No. 9, vom September 1897: 
Nachdem wir am 15. August nachmittags Marseille verlassen hatten, be- 
kamen wir nach dem Passiren von Kap de Gata auf der Abendwache plötzlich 
dicken Nebel mit Todtenstille und spiegelglattem Wasser. Mit langsam gehender 
Maschine wurde der Kurs so gesetzt, dafs wir das Nebelsignal von Europa-Punkt 
(Gibraltar) — alle 5 Minuten zwei schnell aufeinander folgende Knallsignale — 
ansteuerten. Trotz der größten Aufmerksamkeit konnten wir nichts von dem 
Signal hören, als wir nach der Rechnung vor der Stralse von Gibraltar sein 
mulfsten; wir standen deshalb über Nacht ab und an. - 
Nach Sonnenaufgang erschien der hohe Affenberg bei Ceuta-Punkt über 
dem Nebel, und wir KHefen mit langsam gehender Maschine in die Strafse ein. 
Ann. d. Hydr. eto.. 1897, Heft XI.
	        
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