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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

Das westliche Fahrwasser von Surabaja, Nordküste von Java, . 497 
des Marineetablissements errichtet ist. Die Vorrichtung besteht aus vier schwarzen, 
durchbrochenen und drehbaren Klappen, 20 m über S. V. H.P., und ist auf der 
ganzen Rhede deutlich zu erkennen. Für gewöhnlich haben die Klappen eine 
horizontale Stellung. Sie werden 5 Minuten vor 0“ mittlere Surabaja-Zeit halb 
aufgerichtet und 2 Minuten vor 0* vertikal gestellte. Präcis 0* mittlere Surabaja- 
Zeit fallen sie auf elektrischem Wege in horizontale Stellung zurück. Sollten 
sie nicht rechtzeitig gefallen sein, so wird am Flaggenstock oberhalb der Klappen 
eine rothe Flagge bis 5 Minuten vor 1 Uhr mittlere Surabaja-Zeit gehilst. Es 
wird alsdann das Zeitsignal in derselben Reihenfolge wiederholt. An Sonn- und 
Festtagen wird kein Zeitsignal gegeben. Wird an den anderen Tagen gegen 
halb 12 Uhr vormittags eine blaue Flagge an dem Flaggenstock gehifst, so findet 
kein Zeitsignal an diesem Tage statt. Wird die blaue Flagge nach fehlerhaftem 
Fallen der Klappen gegen 0®* gehifst, so deutet dies an, dafs an diesem Tage 
kein Zeitsignal mehr gegeben wird. 
Fluthmesser, Im Marineetablissement befindet sich ein selbstregistrirender 
Fluthmesser, dessen Diagramm jeden Tag abgenommen wird. 
Hospital für ansteckende Krankheiten. Auf dem Ende des östlichen 
steinernen Kopfes des Marineetablissements liegt ein Hospital für ansteckende 
Krankheiten und ein Desinfektionsofen. ; 
Küste von Madura. Von Ost kommend erkennt man seine Position an 
den folgenden, auf Madura gelegenen Hügeln: 
. Berukung, ein kahler, sanft abfallender Hügel mit einem isolirt liegenden 
Wäldchen hoher Bäume auf seinem 229 m hohen Gipfel. 
Bangureh, ein trapezförmiger Hügel, auf dessen kahlem Nordwestabhange 
ein Kronenbaum steht. Dieser Hügel hat 175 m Höhe. 
Tegiring, drei dicht beieinander in der Nähe der Küste liegende Hügel, 
von denen der westlichste einen runden und der östlichste einen kegelförmigen 
Gipfel hat, der 107 m hoch ist. 
Geger, ein dicht bewachsener Hügel, dessen hervorragender Theil vier- 
seitig und oben flach ist. An seinen steilen Abhängen erblickt man zwischen 
den dunkeln Bäumen helle Felsen. Seine Höhe beträgt 247 m. Indem man sich 
dem westlichen Fahrwasser nähert, sieht man links vom Hügel Geger den senk- 
rechten Nordabhang eines 64 m hohen Höhenrückens, der ungefähr 6% Sm N34° W 
vom Geger liegt. 
Huk Modung, die Nordwestspitze von Madura. Sie ist niedrig, bewachsen 
und an zwei niedrigen dunkeln Kronenbäumen zu erkennen. Das hier liegende 
Strandriff besteht aus Korallen und Stein, bedeckt von einer Lage Schlamm. Es 
fällt in der Nähe der Huk in einer Breite von 100 m trocken. Die 5,4 m- 
(18 vt-) Linie nähert sich hier bis zu 200 m dem Rande des trockenfallenden 
Theiles. 
Südlich von Huk Modung biegt die Küste ein und läuft dann in südwest- 
licher Richtung längs Bangkalan, dem Hauptorte des gleichnamigen Bezirks, 
und von da ‚mit einer ziemlich starken Einbuchtung nach Udjung Piring. Die 
Küste ist anfangs niedrig, doch nähern sich ihr in, dem Mafse, als man weiter 
nach Süden kommt, allmählich hohe Bäume. Ein paar hohe Kronenbäume, von 
denen der am meisten ins Auge fallende auf der Karte angegeben ist, erheben 
sich über die anderen Bäume, Ä 
Die Sand- und Schlammbank, die sich von der Küste vorstreckt, nimmt 
von der Huk Modung an Breite zu bis zu den erwähnten Kronenbäumen, wo sie 
bis zu einem Abstande von 2000 m trockenfällt. Hierauf nimmt ihre Breite bis 
zu 500 m bei Bangkalan ab, wächst aber wieder bis zu 1600 m in der südlich 
gelegenen Bucht. Reichlich 1600 m N 56° O0 von Udjung Tag liegt die Südwest- 
seite einer bei Niedrigwasser trockenfallenden Schlammbank, die in der Richtung 
N 56° O eine Ausdehnung von fast 1'/a Sm hat, in der Mitte 200 m und an ihren 
Enden 400 bis 600 m hreit ist. 
In der Nähe von Bangkalan streckt sich die Küste nach NW hin vor, und 
erblickt man ein niedriges dunkles Wäldchen auf der Nordspitze dieses Küsten- 
theils. Weiter nach Süd hin, !/a Sm vom Strande entfernt, liegt ein Wald hoher 
Tjimara-Bäume. Einen erkennbaren Punkt giebt das mit rothen Ziegeln gedeckte, 
spitze Dach der Moschee, das namentlich nachmittags im südlichen Theile des 
Fahrwassers gut sichtbar ist. 
Ann. d. Hyär. ete., 1897. Heft XI.
	        
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