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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

196 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1897, 
Mündung des Kanals ist längs der südlichen Reusenwand. Der Rand der Schlamm- 
bank fällt steil ab; 100 m im Osten der Kopfbaken, die auf dem Aufsenende 
des Reusengestells angebracht sind, lothet man 9 m (30 vt). 
Grissee oder Geresik ist ein blühender Handelsplatz, vor welchem eine 
reichlich 400 m lange und 5 m hreite Landungsmole aus Stein liegt, die durch 
eine hölzerne, auf eisernen Pfählen ruhende Brücke bis zum Rande der trocken- 
fallenden Schlammbank verlängert ist. Auf der Rhede liegen öfters einzelne 
guropäisch getakelte Küsienfahrzenge. Außer der grofsen Poststraße von 
Surabaja nach Sidaju vermitteln noch kleine, mehrmals des "Tages fahrende 
Dampfer den Verkehr zwischen Grissee und Surabaja. 
Von Grissee läuft die Küstenlinie erst 1’/» Sm südsüdöstlich und dann, 
eine Bucht machend, nach Surabaja. Reichlich 3000 m SW von Grissee liegt 
der höchste und östlichste Gipfel, der Petukangan, des reichlich 2400 m langen 
Höhenrückens Giri, der sich von WNW nach 0SO in einem sehr flachen Bogen 
hinzieht. Auf dem Petukangan, dessen Höhe 126 m beträgt, steht ein kuppel- 
förmiges, dichtes Gebüsch und etwas westlich von diesem eine weifse Triangulations- 
pyramide, die bei hellem Wetter nördlich von hier in grofser Entfernung im 
Fahrwasser sichtbar ist. Ost- und Westseite des Höhenrückens fallen allınählich 
ab, der Nordabhang ist ziemlich steil und etwas bewachsen. Aufser dem 
Petukangan hat der Höhenrücken noch zwei Gipfel, einen auf seinem Westende 
und den anderen ungefähr 700 m östlicher. Diese beiden Gipfel sind an dem 
darauf befindlichen Gebüsch leicht zu erkennen. Der mittelste der drei Gipfel 
erscheint von der Rhede von Surabaja aus als der westlichste. 
Der Kali Tangi mündet 4000 m südlich von Grissee, nachdem er einen 
sehr gewundenen Kanal durch die Bank gegraben hat. Die Tiefe auf der Barre, 
die aus hartem Sandgrunde besteht, beträgt bei niedrigstem Wasserstande 0,3 ın 
(1 vt), Die Küste im Norden des Kali Tangi bis zu der in der Nähe der Dessa 
Semambung liegenden Huk erhebt sich ziemlich steil. Vom Kali Tangi bis 
Surabaja ist sie flach, mit hohem Gesträuch bewachsen und weit landeinwärts 
von Fischteichen durchschnitten. 
Surabaja, der Hauptplatz der gleichnamigen Provinz, ist nach Batavia 
die wichtigste Stadt Javas und ein bedeutender Handelsplatz. Er liegt am Kali 
Mas, einem nur für Prauwen befahrbaren Fluß, dessen Mündung stets durch 
Baggern hinlänglich tief erhalten wird. Der Kali Pegirian, ein Seitenarm des 
Kali Mas, fließt an der Ostseite der Stadt fast parallel mit dem Kali Mas in 
nördlicher Richtung und ergiefst sich 1000 m von ihm ins Meer. Auch der 
Kali Pegirian, dessen Mündung Kali Semampir genannt wird, kann nur von 
Prauwen befahren werden. Zwischen den Mündungen des Kali Mas und Semampir 
liegt das Marineetablissement, wo eine Werft, ein Mast und Kesselkrahn, 
Schwimmdocks, eine Helling u. s. w. Gelegenheit bieten, belangreiche Reparaturen 
an Rumpf und Takelage vorzunehmen. Das 5000 Tonnen-Schwimmdock hat 
100 m Länge, eine obere Breite von 19 m und eine Sohlenbreite von 10 m. Die 
niedrigste Stapelung liegt bei der tiefsten Einsenkung des Docks 6,9 m unter 
Surabaja Hafenfluthmarke (unter S. H. V.P. onder Soerabaja havenvloedpijl). 
Das 3000 Tonnen-Schwimmdock hat 90 m Länge, eine obere Breite von 
20,5 m und eine Sohlenbreite von 12,3 m. Die niedrigste Stapelung liegt bei 
der tiefsten Einsenkung des Docks 6,1 m unter S. H. V. P. Dieses Dock wird 
wahrscheinlich nach Pulu Weh übergeführt werden. Das 1400 Tonnen-Schwimm- 
dock ist 60m lang, mit 18m oberer und 10m Sohlenbreite. Die niedrigste Stapelung 
ist bei der tiefsten Einsenkung des Docks 5,02 m unter S. H. V. P. Auf die Schlipp- 
helling können Schiffe bis zu 60 m Länge und 700 Tonnen Maximalgewicht auf- 
geschleppt werden. Der Mast- und Kesselkrahn hat eine Hubkraft von 50 Tonnen. 
Seine größte Auslage beträgt 9m, von der Außenseite der Kaimauer aus ge- 
rechnet, und die gröfste Höhe des Auges vom unteren Blocke 22,59 m über 
S.H. Y.P. Der Kiellichter läßt eine Maximalbelastung von 8 Tonnen zu. Er ist 
16,41 m lang und 6,41 m breit. Die größste Höhe des Auges vom unteren Blocke 
ist bei Maximalbelastung 13 m über Wasser und unbelastet 14 m. Der Aufbänge- 
punkt befindet sich 6 m vor dem Lichter (gleich belastet), 
Zeitsignale. Die Signalvorrichtung befindet sich an einem weifsen, 18 m 
hohen Mast aus Stahl, der 12 m innerhalb des westlichen Kopfes der Bassinmauer
	        
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