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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 44 (1916)

Schott, G.: Meeresuntersuchungen im Stillen Ozean vor der Bucht von San Diego, Californien. 277 
von der internationalen Vereinigung geschaffenen Grundlagen und Tabellen 
überaus bequemes, sicheres und genaues Arbeiten gestatten und schon seit 1901 
vorliegen, also seit dem Jahre, in welchem man in Diego die Meeresforschung 
allmählich begann. Erst von Mitte Juli 1910 wurden. allgemein die Richterschen 
Umkehrthermometer zur Messung der Tiefentemperaturen benutzt. Daß »Scripps 
Institution« bei den Bestimmungen des spezifischen Gewichtes des Seewassers 
schließlich die Aräometer, weil sie zu ungenaue Ergebnisse liefern, aufgegeben 
hat, ist verständlich. Aber daß auch die indirekte Messung von 0, die in Europa 
fast allgemein benutzte und tausendfach bewährte Chlortitrierung keine Gnade 
gefunden hat, überrascht. Der mittlere Fehler eines durch Titration gefundenen 
x wird von Mc Ewen zu 0.00007 angegeben, häufig seien Fehler von 0.0001 ge- 
wesen; in Salzgehalt-Promille ausgedrückt, bedeutet das einen mittleren Fehler 
von 0.08 %, in den besonderen Fällen aber einen Fehler von 0.12% ,g! Diese 
Zahlen bleiben weit unter der sonst überall erreichten Genauigkeit, die auf 
+ 0.03% 0 beziffert werden kann. Die von den Verfassern erörterte Vermutung, 
daß für das Wasser der Diego-Bucht der Chlorkoeffizient 1.8050 vielleicht keine 
strenge Gültigkeit habe, wie das F. Nansen Fie. 2 
1906 für das Barents-Meer wahrscheinlich 5. © 
gemacht habe, findet in den Vergleichs- 
reihen einer Tabelle von pyknometrisch 
und titrimetrisch bestimmten o% noch 
keine Stütze. 
Nun, jedenfalls .haben die ameri- 
kanischen Meeresforscher von San Diego 
die Chlortitrierung aufgegeben, »zumal 
die für die Titrierung notwendige Zeit 
ebenso groß ist als die für eine Pykno- 
meterwägung«. Die meisten oz sind daher, 
natürlich nur im Laboratorium, durch 
Pyknometer ermittelt. 
Um aber bei genügender Genauig- 
keit die Schnelligkeit der Arbeit für 0% 
zu steigern — auf Schnelligkeit wird offen- 
bar in San Diego großes Gewicht gelegt — 
hat Mc Ewen zuletzt 1912 noch einmal 
auf das Aräometerprinzip zurückgegriffen, — 
allerdings auf das von F, Nansen in der <& 
neueren Ozeanographie wieder eingeführte,  .Eintaucharäometer mit Wage, 
voll eingetaucht schwimmende »Immer- 
sionsaräometer«!), das ja an sich eine erheblich größere Genauigkeit als die gewöhn- 
lichen Aräometer verbürgt. Während aber Nansen zur Erreichung des Schwebens 
eben unter der Wasseroberfläche feinste Platingewichtchen auf den Stengel auf- 
jegt und auch an Bord bei Seegang nach dieser Methode gearbeitet hat, hängt 
Mc Ewen das voll eingetauchte Aräometer (einen kleinen Glaszylinder von 
etwa 25 ccm Inhalt) mittelst eines feinen Silberdrahtes von 0.09 mm Durchmesser 
am Wagebalken einer Präcisionswage auf (s. Fig. 2). Der Zu- und Abfluß der 
Wasserproben im Gefäß wird durch Glasröhren mit Hähnen, die die Wand des 
Wagekastens durchbrechen, geregelt. Ist erst die Kalibrierung eines bestimmten 
Sinkkörpers und die Tabulierung der. Formel erfolgt, so‘ soll die Ausführung 
zweier unabhängiger Bestimmungen von o, an ein und derselben Wasserprobe 
»nur 5 Minuten beanspruchen, während die einmalige Ermittlung von oz auf dem 
Umwege über den Chlorgehalt auch erst in 5 Minuten erledigt werde«, 
Verzichtet man auf die Forderung der Untersuchung der Wasserproben 
an Bord, so bedeutet die Verbindung des Immersionsaräometers mit einer Wage 
einen Fortschritt; denn wer einmal mit den feinen Platiniridiumspiralen des zum 
Nansenschen Aräometer gehörenden Gewichtssatzes gearbeitet hat, kennt die 
ıy) Vol. O0. Krümmel, Handbuch der Ozeanogräphie, I. Band, S. 231.
	        
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