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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

Das westliche Fahrwasser von Surabaja, Nordküste von Java, 495 
Auch mit der Dessa Udjung Pangka ist Sidaju durch einen Fahrweg verbunden. 
Wie bereits erwähnt, wird gegenwärtig an einer Verlegung‘ der Solo-Mündung 
gearbeitet. Da ein vollständiger Schutz des Fahrwassers vor dem nachtheiligen 
Einfluß der Sinkstoffe dieses Flusses zu erwarten ist, wenn er an der Nordküste 
Javas mündet, wird zu diesem Zwecke 18 Sm westlich von der Huk Pangka ein 
neues Flufsbett in nördlicher Richtung ausgegraben. Wegen der beträchtlichen 
Schlammmassen, die der Solo mit sich führt, wird ‚sich wahrscheinlich einige 
Jahre nach Beendigung der neuen Flulsmündung eine grofse Schlammbank an 
der Nordküste von Java gebildet haben. 
Auf einem 40 m hohen kahlen Hügel, S 28° W 3 Sm von Sidaju, steht der 
kenntliche Kronenbaum Kedaton, der bei hellem Wetter im ganzen Trichter 
sichtbar ist. 
Zwischen Huk Pangka und der Solo-Mündung dringt eine schmale Bucht 
fast 2 Sm. ins Land ein, die wohl allmählich versanden wird. Die- Westseite 
dieser Bucht wird von der alten Küstenlinie gebildet, die noch 1880 in südlicher 
Richtung längs Sidaju und Tandjung Kepala lief. Das Ostufer der Bucht ist 
mit einzeln stehendem, sehr niedrigem: Gesträuch bedeckt, ebenso. das östliche 
Ufer der Solo-Mündung, doch wird es hier nach Süden hin höher und dichter. 
Von der Solo-Mündung läuft die Küstenlinie zuerst fast 3 Sm SSO, biegt dann 
in östlicher Richtung nach der alten, jetzt geschlossenen Mündung des Flusses 
und läuft hierauf in der Richtung S11°O längs des verlassenen Forts Erfprins 
nach Tandjung Saü. a 
Fort Erfprins wurde vor längerer Zeit auf der Spitze des Nordufers der 
Solo-Mündung erbaut, die damals Udjung Piring gegenüberlag. Im Jahre 1847 
befand sich das Fort noch reichlich 1200 m aufserhalb der Küstenlinie. Es ist 
an einzelnen auf den Wällen stehenden Kronenbäumen zu erkennen, die sich 
von dem dahinterliegenden niedrigen Lande dunkel abheben. 
Tandjung Saü ist die Südspitze der früheren Insel Menari. Die Land- 
spitze ist an einem hohen Bambusgebüsch zu erkennen, das durch einen schmalen 
Landstrich von der Küste getrennt ist. Ueber das Gebüsch ragen drei Kronen- 
bäume hervor, von denen der stärkste auf der Karte als Kroonboom Menari 
verzeichnet und, von den Erkennungstonnen (siehe Seite 500) aus gesehen, der 
mittelste Baum ist. Menari lag Anfang des 17, Jahrhunderts mitten in der 
Strafse, fast eben so weit von Java wie von Madura entfernt. Anfang des 19, Jahr- 
hunderts war die Insel nur noch durch einen schmalen Kanal von Java getrennt. 
Die Enge zwischen Tandjung Saü und Madura wird die Enge Menari genannt. 
Zwischen Huk Pangka. und Tandjung Saü streckt sich von der Küste eine 
breite, aus weichem Schlamme bestehende Bank vor, deren Nordostseite flach 
ist, während die Ostseite steil abfällt und hier und da harten Grund hat. In 
NO der Huk Pangka liegt der Rand des trockenfallenden Theils der Bank 
reichlich 2200 m von der Küste entfernt und ist hier ziemlich steil. Auf der 
Höhe der alten Solo-Mündung beträgt die Breite des trockenfallenden Grundes 
2500 bis 2800 m, während 2 Sm in ONO dieser Mündung noch eine irocken- 
fallende Stelle mit hartem Sandgrunde liegt. Die Breite des trockenfallenden 
Grundes erreicht östlich von Fort Erfprins 1500 m und bei Tandjung Saü nur 
100 m. Namentlich ist der Rand des letzten Theiles der Bank sehr steil, nicht 
anzulothen und an einzelnen Stellen hart, Die 5,4 m- (18 vt-) Linie läuft nur in 
20 m Abstand längs des Randes des trockenfallenden Grundes, 
Von Tandjung Saü an hat die Küste erst eine geringe Kinbuchtung 
und läuft dann in: den Richtungen S 11° W, Süd und S 45° O nach Grissee 
(oder Geresik). Eine grofse Strecke des dichtbewachsenen Küstenlandes ist 
hier mit Fischteichen bedeckt, zwischen welchen, aufser mehreren kleinen Ge- 
wässern, der Kali Miring fließt. Dieser, viele Krümmungen machende Flufs 
ist ein Seitenarm des Solo. In geringer Entfernung von der Abzweigung des 
Kali Miring ist eine Fangschleuse angebracht und ungefähr 3000 m oberhalb seiner 
Mündung ergiefst sich in ihn der Kali Manjar. Der Kanal, den sich der Kali Miring 
in der trockenfallenden, hier reichlich 1'/4 Sm breiten Schlammbank gegraben hat, 
ist an beiden Seiten: von starken Fischreusenwänden aus Bambuslatten (soge- 
nannten Schirmen) eingefafst.. Die Tiefe des Kanals und des Flusses selbst 
beträgt bei niedrigstem Wasserstande 1,9.m (6*/a vt) und die größte Tiefe in. der
	        
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