494 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1897.
S 17° W betonnt und beleuchtet. Der westlichste Kanal läuft in südöstlicher
Richtung längs der Bank des Solo - Flusses und hat 2,4 m (8 vt) Tiefe bis zu
einer kleinen Binnenbarre, auf der nur 1,8 m (6 vt) geringste Tiefe ist. Der
mittelste Kanal hat 1! Sm Breite und 2,9 m (9'/a vt) geringste Tiefe. Er wird
von dem betonnten Fahrwasser durch den Middelrug getrennt. Dieser unterseeische
Rücken liegt 2 m (6'/2 vt) unter Wasser, besteht aus hartem Sandgrunde
und ist vom westlichen Kanal durch eine breite Schlammfläche, 2m (6'/2 vt)
unter Wasser, und weiterhin durch einen unterseeischen Rücken getrennt. Die
flachste Stelle dieses Rückens befindet sich auf dessen steiler Östseite 0,5 m
(1' vt) unter Wasser., Von der Stelle, wo sich die drei Kanäle vereinigen, läuft
das Fahrwasser südsüdwestlich. nach Udjung Piring, weiterhin südlich nach Grissee
und dann östlich nach Surabaja.
Küste von Java. Die von West kommenden Schiffe erkennen die HEinfahrt
am besten an den beiden Hügeln Mendjuluk und Kukusan, den einzigen
kegelförmigen Hügeln dieses Küstentheils.
Der Mendjuluk ist an seiner Gesialt leicht zu erkennen; sein Gipfel
liegt auf der Nordseite und hat 131 m Höhe.
Oestlich vom Mendjuluk liegen drei lange, oben flache Hügel, deren Westseiten
hoch sind und nach Ost hin allmählich abfallen; fernerhin ein kleiner
viereckiger Hügel.
Hierauf folgt der kegelförmige Hügel Kukusan, auf dessen südlichem Abhange
einige hohe Bäume stehen, die von Weitem Aehnlichkeit mit einem Federbusche
haben. Seine Höhe beträgt 104 m.
Dann folgt der längliche viereckige Hügel Malang, der bewachsen und
von gleichmäfsiger Höhe ist.
Aufser den genannten Höhen sind zu erwähnen die Doodkisten (Särge),
zwei kahle, oben ebene Hügel, von denen der nordöstlichste, der Banju legi,
128 m und der südwestlichste, der Gosari, 110 m hoch ist. Der Banju legi hat
eine viereckige Gestalt. Auf seiner höchsten Spitze steht eine weifse, 2 bis 3 m
hohe Triangulationspyramide, die man bei hellem Wetter noch in 12 Sm Entfernung
unterscheiden kann. Der Gosari ist ein schmaler Hügel, der sich in
nord-südlicher Richtung hinstreckt, aber vom westlichen Fahrwasser aus ebenso
aussieht wie der Banju legi. Auf seinem flachen Rücken stehen einzelne Kronenbäume
(Bäume, deren von den Aesten und Zweigen gebildeter Theil, die Krone,
sich deutlich vom Stamme abhebt, wie z. B. bei der Eiche und dem Roßkastanienbaume).
Huk Pangka, eine sehr niedrige und schwer erkennbare Huk. Die Dessa
(Dorf mit selbständiger Gemeinde) Udijung Pangka liegt an der Küste ungefähr
1 Sm im Westen der Huk. Der Ort hat einige steinerne Häuser und hebt sich
von den dabinterstehenden Kokospalmen deutlich ab. Der schmale Strand besteht
aus Sand und Korallen. Vor ibm liegt ein 100 m breites, von einer Lage
Schlamm bedecktes Riff. Der Schlamm stammt von der grofen, steilen
Schlammbank vor der Mündung des Solo-Flusses, die stetig weiter seewärts vorrückt.
Im Jahre 1896 wurde die 5,4 m- (18 vt-) Linie ungefähr 2 Sm nördlich
von der Dessa angetroffen und näherte sich von dort in westsüdwestlicher Richtung
allmählich der Küste. Innerhalb der genannten Tiefenlinie und 400 m von
ihr entfernt traf man an einigen Stellen schon den Rand des trockenfallenden
Grundes an.
Der Solo-Flufs. Die Mündung desselben wird jetzt längs der Huk Pangka
geleitet, um die beträchtlichen Schlammmassen, welche der Flufs mit sich führt,
möglichst von dem Fahrwasser abzuhalten. Der Flufs theilt sich etwas westlich
von Huk Pangka in drei schmale Kanäle. Der westlichste derselben läuft dicht
längs der Küste nach WNW und fällt eben östlich von der Dessa trocken, wenn
auf der Aufsenbarre die flachste Stelle 1,1 m (3!/z vt) unter Wasser ist.
Die beiden anderen Kanäle haben auf ihrer Aufsenbarre 0,3 bis 0,6 m
(1 bis 2 vt) geringste Tiefe. Diese wächst allmählich flufsaufwärts bis zu 9 ın
(30 vt), der gröfsten Tiefe des Flusses. An dem Westufer, 5 Sm oberhalb der
Mündung, befindet sich in der Nähe des Kampung Tandjung Kepala eine Mole,
von der ein guter Fahrweg in westnordwestlicher Richtung nach dem ungefähr
2700 m entfernten Sidaju, dem Hauptplatze des gleichnamigen Bezirks, führt.