Tolllert: Die Bestimmung der Deviation bei‘ unsichtigem Wetter:
diese mit einem Kardinalstrich oder einem vollen Kompafsstrich zusammenfällt
(Kompensationsmarken).
Der Anfang des Kreises liegt bei Ay oder A,, von wo aus 5, bis 5z3p2
der: Drehung entsprechend rechts oder links herum zu zählen sein wird.
Die Korrektion x. Dieselbe ist Null, wenn das Schiff rechtwinklig zur
Richtung BX in Ay oder A, liegt, wächst alsdann und erreicht den gröfsten
Werth, wenn &£— a = 90° ist. Im zweiten Quadranten wird tang & — >
womit die Korrektion wieder abnimmt und Null wird bei &,;. Dasselbe wieder-
holt sich im zweiten Halbkreise mit entgegengesetzten Vorzeichen.
Ausführung. Am einfachsten gestaltet sich dieselbe, wenn das Schiff
mit einem Kopftau langsam und gleichmäfsig um einen festen Mittelpunkt -—
Dalben, Deviationsboje, Mooringsboje — herumdampft oder geschleppt wird.
Die Länge der ausgesteckten Leine ergiebt den Halbmesser des Drehkreises,
in einigen deutschen Ostseehäfen, wie z. B. in Flensburg, Lübeck, Rostock
und Neufahrwasser, sind Pfähle eingerammt, um welche Schiffe zur Deviations-
bestimmung geschwoit werden können. Die Schiffe müssen jedoch daran anlegen
und werden mit Trossen von vorn und hinten beim Herumdampfen befestigt.
Bei Seegang sind kleinere Schiffe und Torpedoboote Beschädigungen infolge von
Stößen ausgesetzt, auch kommen die Rosen der Trockenkompasse leicht in
Schwingungen. Diese Nachtheile lassen sich vermeiden, wenn in solchen Fällen
das Schiff mit Kopfleine herumdampft.
Für Danzig ist für die aufserhalb der Molen zu Neufahrwasser gelegene
Deviationsstation nachstehende Korrektionstabelle berechnet worden. ;
Tabelle der Korrektionswerthe &.
Peilobjekt: Giebel eines Hauses, Kompensationsmarke für Süd magnetisch = 180°.
Entfernung E = 792m. Drehpunkt: Dalben zunächst der Ostmole.
Bei Kreis rechts herum, Dalben an St. B. Anfangskurs %, = Ost. Die Korrektion &
ist zu addiren (180° + «) von Cg bis’£,g, zu subtrahiren (180 — «) von C,g bis Cgo-
Bei Kreis links herum, Dalben an B.B. Anfangskurs &, = West. Die Korrektion «
ist zu subtrahiren (180 — «) von Ca bis E,e, zu addiren (180 + &«) von Sg bis Cae-
493
Kurswinkel
n Strichen
lee lee lzule
Kurswinkel
in Strichen
r=—= 25m 0° '0,39| 0,7 1,09) 1,29] 1,59) 1,79] 1,891 1,8°| 1,8°| 1,7°| 1,5°| 1,8°| 1.0°| 0,7° 0,4°| 0°
r = 50m ] 0° jr] 1,99| 2,4°! 2,9°| 3,89 350 3,6° 3,69! 8,4°| 3,1°) 2,7°) 2,1°| 1,5° 0,89 0°
r=— 75m "090° ‘1.09 1,9°! 2,8° a 60 430 4,89) 5,2°| 5,4°| 5.4°| 5,2° 4,7°) 4,1°1 3,3° 2,39] 1.2°° 9°
r = 25m
|: = 50m
Tr — 75m
Kurswinkel
in Strichen
Öi6 is Sig | S1i9 ] eo | Saar | Sa | es] Das | Cs! | Cor | Con | 529 ] S30 | ar | 532
Kurswinkel
in Strichen
Tollert, Werftbootsmann, Oberstenermann a. D.
Das westliche Fahrwasser von Surabaja, Nordküste von Java.”
Peilunugen mifsweisend. Mifsweisung 1° 40 Ost.
Das westliche Fahrwasser von Surabaja trennt die Insel Madura von Java
und hat die Form eines Trichters, dessen enger Theil‘ bei Udjung Piring beginnt.
Im. weiteren Theile, zwischen Huk Pangka und Huk Modung, liegen drei Kanäle,
die sich 4 Sm im Norden von Udjung Piring zu einem breiten und tieferen Fahr-
wasser‘ vereinigen. Von diesen drei Kanälen ist nur der östlichste, dessen
vyeringste Tiefe auf seiner Barre 3.6 m (12 vt) beträgt, von N17°O nach
1) Mededeelingen op Zeevaartkundig Gebied No, 7/15, s’Gravenhage 16. Juni 1897. Siehe
Ned. Krt. No. 97: Ned-H 1897. No. 3227. 324. 3925.