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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1897,
die Inseln und Riffe wagen. Bei eintretendem Nordwestwinde bringe man das
Schiff unter wenig Segeln auf den Bug, für den das Fahrwasser am raumsten ist.
Auf der Insel Njamok, der man ziemlich nahe kommen darf, ist eine gute
Landmarke aus weißen Steinen. Auch die Inseln Merak, Tjabeda, Laut (mit
zwei einzeln stehenden Bäumchen) und Toran mit einer weifsen Steinmarke sind
leicht zu erkennen. Die Leuchtfeuergerüste von Udjung Sungei Bramei und
Pisang sind, beim Näherkommen, gleichfalls gute Marken, und des Nachts lassen
ihre Feuer die zu steuernde Richtung vollkommen erkennen. In der Nähe der
Insel Pandan kann man einen eingeborenen Lootsen erhalten. Die aus der
Siberut-Strafse kommenden Segelschiffe erreichen mit Nordwest- und Westwinden
in aller Bequemlichkeit die Insel Pandan, die Rhede von Pisang und die Konin-
ginne-Bai. Weht der Wind aus südöstlicher Richtung, so versuche man, die
Insel Pandan durch Kreuzen zu erreichen. Dreht sich dann der Wind nach NW
und West, so ist es leicht, auf die Rhede von Pisang und in die Koninginne-Bai
zu gelangen.
Die von Priaman kommenden Segelschiffe müssen sich in der Nähe von
Sumatra halten, mit Nordwestwinden können sie dann bequem auf die Rhede
kommen. Ist der Wind südöstlich, so kreuze man unter der Küste, weil das
Fahrwasser dort rein ist und man oft den Landwind ausnutzen kann. Auch ist
hier überall Ankergrund.
Für Dampfer ist es leicht, bei Tage und gutem Wetter den Emma-Hafen
zu erreichen. Des Nachts bei regnerischem Wetter ist es räthlich, das Feuer
der Insel Pandan anzusteuern. Sobald man dieses in Nord in ca !/s Sm Abstand
hat, steuere man 050!/2O0, bis das Feuer der Insel Pisang Nord peilt und dann
Süd, bis man das Feuer von Udjung Sungei Bramei in Ost bis O'/N hat.
Hierauf halte man auf dieses Feuer ab. Man kommt dann nahezu ’/ Sm südlich
längs der schwarzen Kugeltonne, die an der Südkante des südlichsten Riffes
liegt. Sobald man das rothe feste Feuer auf dem Kopfe des Wellenbrechers
NzO hat, steuere man Nz0%/40. Auf diesem Kurse gelangt man, nahezu in der
Mitte zwischen den schwarzen und weißen Tonnen laufend, in den Emma-Hafen,.
Die aus den nördlich liegenden Häfen kommenden Dampfer sollten das
äufsere Fahrwasser benutzen. Sobald sie die Insel Pandan in Nord haben,
steuern sie, wie vorhin angeführt. Von Priaman ist es nicht schwer, indem man
nahezu SOzS steuert, nach der Insel Pisang zu gelangen.
Hinsichtlich des Einlaufens in den Emma-Hafen istnoch Folgendeszubemerken:
Man mufs darauf bedacht sein, dafs, wenn man mit einem langen Schiffe
die nördliche Einfahrt benutzt, die an B.B. durch eine schwarze Leuchttonne
mit rothem Feuer und an St. B. durch zwei weiße Leuchttonnen mit grünem
Feuer gekennzeichnet ist, gut auf die erstere abhält und mit langsam angehender
Maschine, wenn nöthig stoppend, einläuft. Hält man sich zu nahe an die weißen
Leuchttonnen, so läuft man Gefahr, die Drehung nicht ausführen zu können und
in dem Schlamm fest zu gerathen. Verläfst man den Hafen durch dieselbe
Kinfahrt, so halte man sich ebenfalls in der Nähe der schwarzen Leuchttonne,
lasse das Schiff fortwährend hart St. B. drehen, nachdem man ihm erst etwas
Fahrt gegeben hat, und steuere, so langsam als möglich angehend und nöthigen-
falls stoppend, bis man die Einfahrt hinter sich hat.
Die südliche Einfahrt des Emma-Hafens ist au ihrer Südseite durch das
rothe feste Feuer auf dem Kopfe des Wellenbrechers und an ihrer Nordseite
durch eine weiße Leuchttonne mit grünem Feuer gekennzeichnet.
Alle Peilungen sind mifsweisend.
Notizen.
l. Das Kaiserlich deutsche Konsulat in Paramaribo berichtet über
die Verhältnisse in Paramaribo bezw. auf dem Suriname Folgendes:
Auszug aus den Hafenbestimmungen etc.
1. Alle Schiffe sind verpflichtet, am Leuchtschiff einen Lootsen aufzunehmen.
2. Am Fort New Amsterdam mufs gestoppt werden zwecks Untersuchung
durch den daselbst stationirten Quarantäne-Arzt eventuell auch Aufnahme eines
Zollbeamten.