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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1897, 
Es erübrigt nun noch, sekundäre Einwirkungen hervorzuheben, die für den 
Gang eines Thermometers von Bedeutung sind, und vor Allem den Einflufs der 
Luftbewegung. Je schneller die Luft am Thermometer vorbeistreicht, um so 
mehr Luft kommt mit seinem Gefäß in Berührung, um so schneller wird es sich 
der Lufttemperatur anzupassen vermögen, um so größer wird seine Empfindlich- 
keit erscheinen. Sei 4A, die Anpassungskonstante für ruhende Luft, so besitzt 
diese für eine Luftbewegung von v Metern pro Sekunde einen Werth 4, + f(v), 
wo f (v) eine noch nicht näher bekannte Funktion von v ist, die positive und 
mit v wachsende eindeutige Werthe besitzt. Auch scheint 2 bei steigender und 
bei fallender Temperatur des Quecksilber - Thermometers etwas verschiedene 
Werthe zu besitzen, wohl bedingt durch die Verschiedenartigkeit der Ausdehnung 
des Glases und des Quecksilbers, die sich bei der Bewegung des Quecksilber- 
fadens stets entgegenwirken, und ähnliche Verhältnisse werden vermuthlich auch 
für Alkohol-Thermometer vorliegen. 
Um diese Verhältnisse ihrer Gröfßse nach anzudeuten, geben wir die von 
Hartmann für verschiedene Thermometer berechneten Konstanten hier wieder: 
A die Anpassungskonstante (an Stelle von E) (vgl. 15). 
Afın die Zeit, die ein Thermometer in einem Raum von konstanter Temperatur 
braucht, um seine ursprüngliche Temperaturabweichung von 10° bis auf 
0,1° auszugleichen (vgl. 11). 
. Je scheinbar konstante Abweichung des Thermometers, die sich einstellt, 
wenn die Temperatur der Umgebung konstant um 1° pro Stunde steigt, 
und die bei einem Steigen um k° kmal so grofs ist (vgl. 3). 
die Wartezeit, um die man bei gleichmäfsiger Aenderung der Lufttempe- 
ratur jede Ablesung verspäten mufs, falls der scheinbar konstante Tempe- 
raturunterschied zwischen Thermometer und Umgebung bereits eingetreten 
ist (vgl. 3 folg.). 
190 
{x 
01° A) 
X 
Assmannsches Aspirationsthermometer. 
Aspirirt (fallend) . . 1,83 2,5” 0,009° 0,55" 
Aspirirt (steigend) . 1,31 3,5” 0,012° 0,76" 
Nicht aspirirt . . . 0,068 67,4” 0,250° 14,5° 
Standthermometer, Kugel 7 mm Durchmesser. 
Bei starkem Wind . 0,693 6,6" 0,023° 1,4” 
Bei schwachem Wind 0,511 9,0” 0,0383° 2,0” 
Im Zimmer. . . . 0,288 16,0” 0,058° 3,5” 
Gröfseres Thermometer, Kugel 10 mm Durchmesser. 
Bei starkem Wind . 0,580 7,9” 0,028° 1,7” 
Bei schwachem Wind 0,478 9,6" 0,085° 2,1" 
Im Zimmer. ,‚ . . 0,186 25,0" 0,090° 5,4” 
Richardscher Thermograph mit Bourdonschem Manometerrohr. 
Bei bewegter Luft . 0,401 11,5" 0,042° 2,5" 
Bei ruhiger Luft. . 0,128 360%“ 0,.130° 7,8% 
Um den aus diesen Zahlen und zumal den Werthen von A hervortretenden 
Einflufs der Stärke der Luftbewegung und des Aenderungssinnes des Thermometers, 
sowie besonders auch der Gattung und der Dimensionen des Thermometers fest- 
zustellen, bedarf es noch der Untersuchung vieler Thermometer unter entsprechend 
gewählten verschiedenen Verhältnissen. Angesichts der Einfachheit der nöthigen 
Beobachtungen, die außer dem Thermometer nur sichere Ablesungen und Um-
	        
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