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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1897. 
Greifen wir, um Beispiele zu geben, zunächst nochmals auf die von 
Hartmann mitgetheilte Beobachtungsreihe zurück und benutzen die Ablesungen für: 
t= 0 4 =— 935 4,4, 
' === — © nn = — 44 
ı= 5 251 % a es 4,—4; 6: 
t = 10 1554) 2 7 W; = 13,15 + 6,44 = 19,59° 
Ebenso geben die Kombinationen 
to: t,0 und tn, W, = 19,62 
tor tao und t,, Wo = 19,67 
sämmtlich Werthe W,, die sich in Uebereinstimmung mit der Beobachtung 
befinden. 
Als ein weiteres Beispiel für die Anwendbarkeit dieser Methode diene ein 
kurzer Versuch, den der Verfasser in seinem Arbeitszimmer anstellte. Nachdem 
beobachtet worden war, dals die Temperatur in dem nach Nordwest gelegenen 
Zimmer gegen Mittag konstant — 24,8° geworden war, nahm der Verfasser das 
diese Temperatur anzeigende, in ganze Grade getheilte Thermometer und erwärmte 
die Kugel vorsichtig auf etwa 40°; als sich der Sekundenzeiger der Taschenuhr 
etwa !/a Minute später auf Null eingestellt hatte, begann die Beobachtungsreihe, 
die folgende Ablesungen ergab: 
t=—0 1 
4 
9 = 34,3! 30,9' 28,7! 27,3 26,4 
und schon aus den ersten drei Ablesungen berechnete sich die Temperatur des 
Zimmers gleich 24,7, während das Thermometer, für das sich im Mittel 4 = 0,45° 
ergiebt, erst in etwa 10 Minuten die Temperatur des Zimmers bis auf 0,1° an- 
genommen haben würde und die Ermittelung der Temperatur nach der gewöhn- 
lichen Methode der Beobachtung eines Thermometers bis zu dem Zeitpunkt, wo 
keine Aenderung weiter bemerkt wird, vielleicht noch mehr als 10 Minuten 
erfordert haben würde, da die letzten kleinen Aenderungen sehr langsam erfolgen. 
Die von Dufour vorgeschlagene Methode, zur schnellen Be- 
stimmung der Lufttemperatur das Thermometer zuvor zu erwärmen 
oder abzukühlen, um dann aus wenigen äquidistanten Ablesungen die 
Temperatur abzuleiten, gewährt gleiche Genauigkeit und ein be- 
deutendes Zeitersparnifls gegenüber der gewöhnlichen Methode des 
Abwartens der konstanten Einstellung, falls kein Mittel zum Schleudern 
des Thermometers oder zur anderweitigen Erzeugung starker Luft- 
bewegung vorhanden ist. 
Je größer die Temperaturabweichung des Thermometers zu Beginn der 
Beobachtung, um so weniger fehlerhaft werden die Aenderungen bei der gleichen 
Ablesungsgenauigkeit — genaue Einhaltung der Zeitpunkte vorausgesetzt — aus- 
fallen und um so genauer muß die berechnete Temperatur des Raumes ausfallen. 
Natürlich bedarf es bei dieser Methode gewisser Vorsichtsmafsregeln, um den 
Gang des Thermometers nicht in sekundärer Weise zu beeinflussen und es muß 
zumal bei der Ablesung eine Erwärmung des Thermometers sowie die Erregung 
von Zugluft vermieden werden. Auch mufs, worauf schon Dufour aufmerksam 
machte, mit der ersten Ablesung wenigstens !/a Minute nach der Erwärmung 
oder Abkühlung des Thermometers gewartet werden. Zu genauen Bestimmungen 
bediene man sich jedenfalls eines wenigstens in %0 Grade getheilten guten 
Thermometers, dessen Korrektionen bekannt sind. 
Diese Methode von Dufour läfst sich auch auf den Fall einer gleich- 
mnäfsigen Aenderung der Lufttemperatur ausdehnen. Es wird genügen, die 
Rechnungsmethode mitzutheilen, da sie aus der Gleichung (2) in ähnlicher Weise 
wie für den eben behandelten speciellen Fall abzuleiten ist. 
Hat man fünf der Zeit nach äquidistante Beobachtungen für t==n, 
n+r... und n + 4r und bildet die Differenzen 
In Yarı = 4, 4, — 4 = 4, 
Yarr — appear = Zr 4 A = 4 | 
In +r2r — Jatpdı = dr l 2 8 5
	        
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