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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

1892 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1897. 
besteht auch noch anderweitiger Schleppschiffsverkehr; nimmt man aber auch 
nur diese 123 000 Tons an und bringt sie von den 651 000 Tons Segelschiffs- 
verkehr Hamburgs in Abzug, 8o bleiben für diesen Hafen ebenfalls nur 8!/2°%/o 
Segelschiffsverkehr übrig. 
Scheidet man den gesammten Küstenverkehr aus und betrachtet nur den 
Verkehr mit dem Auslande, so ergiebt sich folgende Tabelle 10, in der der 
Verkehr mit dem Auslande nach Erdtheilen geordnet gegeben ist. Es sind hier 
nur die angekommenen Schiffe berücksichtigt, nicht aber die abgegangenen. Letztere 
würden für die Segelschiffahrt im Ganzen natürlich dasselbe Resultat ergeben, 
für die transatlantische Fahrt aber ein ungünstigeres, weil viele oder die meisten 
dieser Schiffe von deutschen Häfen in Ballast nach anderen europäischen Häfen 
segeln und dort ihre Ladungen, besonders Kohlen und Holz, für transatlantische 
Häfen einnehmen. 
Tab. 10. Angekommene Seeschiffe in deutschen Häfen vom Auslande im Jahre 1895. 
Seeschiffe überhaupt 
Davon Dampfschiffe 
Es kamen an von 
Europa . 
Amerika. . 
Asien. . . 
Afrika . . 
Australien 
Insgesammt., . . . .. 
Transatlantisch . 2. 2. 
Zahl 
23 425 
1622 
306 
178 
41 
23 572 
D 147 
Tons in 
Tausenden 
8 030 
2851 
616 | 
242 
102 
IL 841 
3811 
Zahl 
14 479 
1121 
244 
169 
25 
16 048 
| 1569 
Da 
"Tons 
61,8 
69,1 
79,7 
94,9 
35,4 
7361 
2 448 
519 
239 
98 
62,8 10665 
7831 3 304 
Ya 
91,8 
8548 
$4,4 
98,7 
94.5 
90,1 
86,7 
Aus diesen Tabellen geht hervor, dafs das Verhältnifs der Dampfschiffahrt 
zur Segelschiffahrt aufserhalb des Küstenverkehrs für die Dampfschiffe etwas 
yzünstiger ist als für den Gesammtverkehr, dafs aber auch das Verhältnifs nach 
den Herkunftsländern verschieden ist, so dafs ein allgemein gültiges Verhältnifs 
nicht gegeben werden kann. 
Im Ganzen betrachtet ergiebt sich, dafs vom Gesammtverkehr entfallen 
nach Raumgehalt etwa 86° auf Dampfer, 14°/o auf Segler; im europäischen 
Verkehr etwa 90% auf Dampfer, 10%o auf Segler; im transatlantischen Verkehr 
etwa 87° auf Dampfer, 13° 0 auf Segler. Nach Zahl stellt sich das Verhältniß 
im Gesammtverkehr: Dampfer etwa 49° o, Segler 51° 0; im europäischen Verkehr: 
Dampfer etwa 62%o, Segler 38°%o; im transatlantischen Verkehr etwa 73% 
Dampfer und 27° Segler. Für die Küstenschiffahrt liegen die Verhältnisse so 
eigenartig, dafs man von einem Verhältnifs zwischen Dampf- und Segelschiffen 
nach den weiter oben angeführten Gründen nicht wohl sprechen kann. 
Da nun während der letzten paar Jahre der Bau von Segelschiffen fast 
ganz eingestellt ist, während Dampfer in vorher kaum gekanntem Mafse erbaut 
wurden, so mul sich in der nächsten Zukunft der Seeverkehr unbedingt noch 
mehr zu Gunsten der Dampfer gestalten. 
Das laufende Jahr 1897 scheint für Hamburg dieser Bedingung bereits zu 
folgen. Während bis dahin der Segelschiffsverkehr hier nicht wesentlich abnahm, 
im Jahre 1896 sogar noch eine erhebliche Zunahme hatte, weisen die ersten 
zehn Monate des laufenden Jahres gegen das Vorjahr eine Abnahme von 
101000 Tons auf im Segelschiffsverkehr, während der Dampferverkehr gleich- 
zeitig um 191 000 Tons zunahm. Da nun der Schleppschiffsverkehr in den letzten 
Jahren eher zu- als abgenommen hat, so ergiebt dieser Rückgang gegen das 
Vorjahr eine Abnahme des Segelschiffsverkehrs um etwa 20°%o.
	        
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