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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

Nix: Die Rhede von Padang,..die Koninginne-Bai und der Emma-Hafen. 
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{m Emma-Hafen können die vor dem Ladeplatze liegenden Schiffe die 
Steinkohlen direkt aus dem Kohlenmagazin laden. Die nicht daselbst liegenden 
Schiffe laden mittelst Prauwen, die 100 bis 140 Tonnen. Steinkohlen halten. Wie 
bereits erwähnt, können die eine volle Ladung Steinkohlen einnehmenden Schiffe 
direkt an der Kohlensehüttevorrichtung vertäuen. Auf jeder Seite der Lade- 
brücke befinden sich vier Wasserkrahne, die in der Stunde 120001 Wasser 
liefern. Bei der Kohlenladestelle ist ebenfalls ein Wasserkrahn. ‚Ist infolge 
anhaltender Trockenheit das Wasserreservoir leer, so wird Wasser von dem 
Padangschen Prauwenveer in einem Wasserboote herbeigebracht. . 
Im Jahre 1893 wurde der Emma-Hafen von 185 Dampfechiffen besucht. 
Auf die Rhede von Padang kamen 8 Dampfer und 13 Segelschiffe. Von letzteren 
luden bezw. löschten 5 im Emma-Hafen. 
Schiffe mit Petroleumladung dürfen nicht in den Hafen einlaufen, ehe sie 
ihre Ladung gelöscht haben, was auf der Rhede, in der Nähe der Insel Pisang 
Gedang, in Prauwen zu geschehen hat. An dem rechten Ufer der Padang-Mündung 
liegen zwei Zolllagerhäuser. Die Fahrzeuge des Padang’schen Prauwenveer, 
zwei kleine Schleppboote und ein Dampfer, können Waaren am rechten Flufs- 
ufer direkt aus dem Eisenbahnzuge einnehmen und in denselben verladen, Es 
befindet sich daselbst ein Krahn von 2000 bis 3000 kg Hubkraft. 
Die Einfuhr in Padang besteht‘ hauptsächlich aus Zeugen, Getränken, 
Tabak, Cigarren, Petroleum, Reis, getrocknetem Fisch, verschiedenen Provisionen, 
Eisen-, Glas- und Thonwaaren, Papier und verschiedenen Kramwaaren; die Ausfuhr 
hauptsächlich aus Kaffee, Rotang, Copra, Dammarharz, Muskatnüssen, Muskat- 
blüthen, Zimmet, Pfeffer und Guttapercha. Padang und der Emma-Hafen sind 
durch eine Eisenbahn verbunden, die bis zu den Zolllagerhäusern verlängert. ist; 
auch ist eine Straße für Karren im Bau begriffen. ; 
Waaren können durch die Prauwen des Padangschen Prauwenveer‘ und 
Personen auf seinen kleinen Dampfern übergebracht werden, 
Sobald der Südostmonsun im Indischen Ocean seine volle Kraft erreicht 
hat, macht er sich in Padang bemerklich, doch weht er hier selten‘ länger als 
ein paar Stunden und ist meistens flau. In den Monaten Februar, ‚März und 
April sind Nordwest- und Westwinde vorherrschend und gewöhnlich von gutem 
Wetter begleitet. Im Mai, Juni und Juli weht der Wind abwechselnd aus NW 
bis SW und ist von Gewittern und Regenböen begleitet. In den Monaten August 
bis Mitte Dezember wehen die Nordwest- und Westwinde kräftiger. Der Wind 
springt oft von West nach NW um. Während dieser Zeit sind harte Böen mit 
starkem Regen und hohem Seegange aus NW und SW nicht selten. Die Böen 
treten meistens unerwartet mit heftigen Windstöfsen auf. Im Januar wird der 
Wind veränderlich und ist meistens flau, Auch Stille tritt öfters ein. 
Den von Süden kommenden Segelschiffen ist anzurathen, hei kräftigen 
südöstlichen Winden NOzN zu. steuern, nachdem sie die Zeebloem-Straße passirt, 
bis sie: die Insel Pandan in Nord haben und von da zu versuchen, mit dem 
meistens westlichen Seewinde die Rhede der Insel Pisang Gedang oder die 
Einfahrt zur. Koninginne-Bai zu erreichen, indem sie, zwischen den Inseln Sibuntar 
and Bindalang, wo das Fahrwasser rein ist, steuern. Es soll nur einmal vor- 
gekommen sein, dals bei flauem Südostwinde die Koninginne-Bai und der Emma- 
Hafen erreicht wurde. Daher ist es räthlich, in der Nähe der Insel Pisang, wo 
man vor Nordwest- und Westwinden geschützt ist, vor Anker zu gehen und sich 
von hier nach dem Emma-Hafen einschleppen zu lassen. In dem vorhin erwähnten 
Fahrwasser behält man bei Tage die Inseln stets in Sicht und hat des Nachts 
hinreichende Anleitung für den zu steuernden Kurs durch die Leuchtfeuer der 
Inseln Pandan und Pisang Gedang sowie durch das Leuchtfeuer von Udjung 
Sungei Bramei. 
Die zwischen den Mentawi-Inseln und Sumatra segelnden Schiffe, welche 
Padang anlaufen wollen, müssen dafür Sorge tragen, dafs sie sich gegen Abend 
in der Nähe der Küste von Sumatra befinden, .damit- sie des Nachts den Landwind 
benutzen können, Bei südöstlichen Winden laufen sie dann bis zur Insel Pandan 
und von dort, wie früher erwähnt, mit östlichem Kurs nach der Rhede der Insel 
Pisang Gedang oder der Einfahrt der Koninginne-Bai. 
Für die bei Nordwestwinden kreuzenden Schiffe ist es, selbst des Abends, 
räthlich, nach Sumatra hinüber zu liegen, jedoch dürfen sie sich nicht zwischen 
Ann. d. Hydr. eto.. 1897, Heft I.
	        
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