Von der Allas-Strafse zur Gilolo-Passage.
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3. Januar 1897 die Südspitze der Insel Jula Bessi passirt werden konnte. In
der Pitt-Passage frischte der Wind etwas auf und da er gleichzeitig auch etwas
nördlicher holte, so konnte dort noch einigermafsen Fortschritt erzielt werden.
Am 4. Januar mittags peilte die Insel Gomoma NNO 20 Sm entfernt. Am
Mittag des 5. Januar peilte Gomoma NWzW und gleichzeitig Pulo Gasse NO.
Es wehte ein flauer Zug aus NE: und die Strömung lief langsam nach Süden.
Hier wurden Signale gewechselt mit dem von Cardiff nach Hongkong bestimmten
Schiffe „Rickmer Rickmers“, das am 11. September 50° N-Br verlassen und sich
am 26. Dezember in der Ombay-Passage befunden hatte. In der Gilolo-Strafßse
hatte „Albert Rickmers“ gegen flaue nördliche Winde und Mallungen anzu-
kämpfen, und da das Schiff nun, infolge der vorangegangenen endlosen Wind-
stillen, im Boden schon stark schmutzig geworden war, so war die Manövrir-
fähigkeit und Segelfähigkeit nur noch eine sehr geringe. Die Gezeitenströmung
lief ziemlich regelmäfsig nach SSO und NNW, doch war der Südsüdoststrom der
bedeutend stärkere. Wir befanden uns hier in Begleitung von einer ganzen Flotte
von Schiffen, an manchen Tagen waren davon ein Dutzend in Sicht. Nachdem
wir uns hier 11 Tage abgemüht hatten, gelang es uns endlich, am 16. Januar
um 4% p Kap Tabo in 2 Sm Abstand zu passiren. Am Abend desselben Tages
endete der flaue Nordwestwind wieder in Stille, doch da die Strömung stark nach
Norden setzte, befand sich „Albert Rickmers“ am Mittag des 17. Januar in
0° 48' N-Br und 129° 36‘ O-Lg frei von der Straße. Der Mitsegler „Rickmer
Rickmers“ stand gleichzeitig in 1° 45’N-Br und 130° 18‘ O-Lg.
Die Reise des „Albert Rickmers“ durch den Archipel hatte 38 Tage ge-
dauert. Eine lange Zeit, und wenn man hinzurechnet, dafs dieselbe gerade in
die Zeit fiel, in welcher man mit ziemlicher Sicherheit auf Westmonsun rechnen
kann, so dürfte es verzeihlich sein, wenn der Schiffsführer sich nach einem
solchen Resultate für immer von dieser Route verabschiedet. Ich werde dies
thun; denn die Mühsal dieser Reise bleibt mir unvergefslich und bestimmt mich,
falls ich noch einmal eine Reise nach dem fernen Osten anzutreten habe, andere
Routen zu nehmen. In einer frühen Jahreszeit werde ich die Kap Horn-Route
und in einer späteren, wo man im Stillen Ozean auf durchstehenden Südost-
passat rechnen kann, die Ost von Australien führende Route wählen. Es
ist am Ende fraglich, ob man es auf einer dieser Routen besser {irifft, doch
schlechter wohl kaum, und dann hat man freieres Wasser und ist einer Menge
Sorgen überhoben. Kleinere Schiffe mögen die Route durch den Archipel ruhig
verfolgen, denn die sind nicht so schwerfällig im Manövriren und können daher
die leichten Winde bedeutend besser ausnutzen, als ein Schiff wie der „Albert
Rickmers“ es thun kann. Solch ein Schiff verliert durch das Anwächsen des
Bodens das. Bifschen Manövrirfähigkeit bald ganz und läfst sich dann nur noch
mit Windstärken bearbeiten, die im Archipel die Ausnahme, aber nicht die
Regel bilden,
Bericht des Kapts. C. SCHOEMAKER, Führer der Elsflether Bark „Carl“. April — Mai 1897,
Tchio” (Neu-Kaledonien).
Von Numea versegelten wir nach Tchio an der Nordostseite der Insel,
einem Platz mit offener Seerhede, welche etwas geschützt ist durch die vor-
liegenden Korallenbänke, und zwar durch das äufsere Riff und drei innere, so
daß die hohe Ozeandünung nicht so recht zur Rhede kommen kann. Im Fall
eines Orkans, welche jedoch höchst selten sein sollen,”) mag es allerdings eine
recht schlechte Rhede sein, hauptsächlich mit Winden von NW— NE,
Einkommend mit einem Lootsen an Bord, welchen ich von Numea mit-
brachte, passirten wir durch den Tupeti-Pafs, steuerten dann auf das Nord-
westende der Halbinsel Nemmeni, passirten die Spitze in etwa 400 bis 500 m
Abstand und liefen nun bis auf etwa !/s Sm an die Küste heran und dann längs
der Küste innerhalb der inneren Korallenbänke.
i) „Pacific Tslands Pilot“, Vol. XI, Part IT, 1893. Franz. Adm.-Karte No. 2720. D. R,
2 Vgl.a a 0.8. 8. D. RB.
Ann. d. Hyär. etc, 1897, Hoft XI.