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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

4172 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1897. 
arten, die man des öfteren in grofsen Schulen an der oberkalifornischen Küste 
antrifft, nur waren diese noch bedeutend schlanker. Es waren ürigens gemeine 
Finnwale. 
{ch habe manchmal schon gerade an Stellen, wo sich blinde Klippen in 
den Karten verzeichnet fanden und die als „doubtful“ bezeichnet waren, Wale 
angetroffen, die recht wohl eine Täuschung hervorzurufen im Stande waren, und 
wäre es jedenfalls nicht uninteressant und für die Schiffahrt wünschenswerth, 
wenn in diese Sache etwas mehr Licht gebracht würde. So ganz ohne Weiteres 
anzunehmen, die Klippen existiren nicht, dürfte meiner Ansicht nach nicht ge- 
rathen sein, da es doch sehr möglich ist, dafs diese Thiere sich eben gerne an 
solchen Stellen aufhalten, wo ihnen vielleicht guter Weidegrund geboten wird. 
Auch ist bekannt, dafs Wale gerne einmal flachere Stellen aufsuchen, um sich 
durch Reibung ihres Körpers an festen Stellen ihrer vielen Parasiten zu er- 
wehren. 
Während der Nacht vom 9. zum 10. Dezember hatten wir unter Lombock 
mit einem Thiere anderer Art ein kleines Abenteuer erlebt. Um etwa 11'/* p 
bei heller, klarer Nacht, aber nicht mondhell und darum auf dem Wasser etwas 
dunkel und unsichtig, stand ich an der B. B.-Seite des Schiffes auf dem Hinter- 
deck. Es herrschte ein leichter südlicher Zug, bei dem das Schiff etwa !/« Knoten 
Fahrt machte. Die See war vollständig ruhig. Auf einmal ertönte dicht neben 
uns ein Gebrüll, das mit dem Blöken oder Brüllen eines Kalbes Aehnlichkeit 
hatte. Ich sah erschrocken über Bord und gewahrte Etwas auf dem Wasser, 
atwa 10 bis 12 Fufßs von der Schiffsseite entfernt, Der Obersteuermann, welcher 
die Wache hatte und auf der Kompafshrücke stand, hatte das Geblök auch ge- 
hört und kam rasch hergelaufen. Wir betrachteten nun Beide den merkwürdigen 
Gegenstand, der anscheinend ganz ruhig im Wasser lag oder schwamm. Wir 
konnten allerdings nur die Umrisse des Thieres sehen, und erschien es uns, als 
wenn ein Hund mit erhobenem Kopfe im Wasser schwamm, nur bedeutend 
gröfser, und ich schätzte die Länge des Thieres auf 12 bis 15 Fufs. Ich holte 
die Blendlaterne aus dem Kartenhause und ließ den hellen Lichtschein auf den 
Gegenstand fallen. Wir konnten nur eine Bewegung des Kopfes wahrnehmen, 
aus dem zwei große helle Flecken, jedenfalls die Augen, uns entgegenleuchteten. 
Wir entfernten uns dann langsam von der Erscheinung. Ich bemerke noch, dafs 
aufser dem ersten Geblök, welches übrigens so laut war, daß es die ganze Wache 
gehört hatte, kein weiterer Ton von diesem merkwürdigen Thiere gehört wurde. 
Später erfuhr ich von dem Arzt des holländischen Kanonenbootes, welcher sich 
lange in dortigen Gewässern aufgehalten hatte, dafs das Thier sehr wahrschein- 
lich eine Seekuh — ein Meersäugethier, manati der Spanier in Westindien, 
dugong — gewesen wäre. Diese Thiere seien in einzelnen Exemplaren dort 
noch anzutreffen. 
Nachdem Mandang am 12. Dezember vom „Albert Rickmers“ passirt 
worden war, trat an Stelle des leisen, unbeständigen, westlichen Zuges leichte 
südliche und südöstliche Mallung, die von langen Stillen unterbrochen wurde. 
Von einem Westmonsun wurde keine Spur angetroffen. Der Strom setzte mit 
einer Stärke von etwa 1%, Knoten nach Osten, und hatten wir den geringen 
Fortschritt, welchen wir erzielten, allein der Strömung zu verdanken. Meine 
ursprüngliche Absicht, die Salayer-Strafße zu durchsegeln, mufste wegen der 
Stillen, leichten Winde und starken Strömung aufgegeben werden, und trieben 
wir anstatt dessen, denn segeln konnte man es nicht nennen, an Flores entlang. 
Am 17. Dezember passirten Rusa Linguetta und um 4" p des 19. Dezember 
Komta Island. In der Banda-See kam dann endlich der Monsun durch, er wehte 
aber aus einer solch nördlichen Richtung und war von derart starker südöstlicher 
Strömung begleitet, dafs es uns unmöglich war, etwas zu gewinnen. Am 
23, Dezember stand das Schiff um 4* p noch in Sicht von Ombay und Babi 
Island. Der Wind war fast beständig NNW, seine Stärke 2 bis 4, häufig wurde 
er jedoch unterbrochen durch Stille und Mallung. Der Strom nahm später 
indessen allmählich ab und setzte an einigen Tagen auch mal schwach nach NO. 
Am Mittag des 28. Dezember peilte der Berg Tumahu auf der Insel Buru 0zN 
25 Sm entfernt. Den Eingang der Pitt-Passage zu gewinnen, war ein hartes 
Stück Arbeit. Flaue östliche und nordöstliche Winde, von Stillen unterbrochen, 
und ein beständiger, oft 2 Knoten starker SSO-Strom bewirkten, dafs erst am
	        
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