Hydrographische Beobachtungen äuf der Reise von Tshimulpo nach Hakodate. 469
Wirklichkeit setzte der Strom aber NO—SW,. und ‚zwar in der ziemlich. erheb-
lichen Stärke von 1 bis 1,5 Sm in der Stunde sechs Tage vor Neumond, ‘In
derselben ungefähren Richtung und Stärke lief der Strom an der Westküste der
koreanischen Inseln bis zur Mackau-Gruppe. Zwischen letzterer und der Nanju-
Gruppe lief der Strom genau Nord--Süd. Diese Angabe erscheint von Werth, da in
der Karte bei der Mackau-Gruppe ein westlich setzender Fluthstrom und bei der
Nanju - Gruppe auf ‚der anderen Seite der Durchfahrt ein nordöstlich setzender
Fluthstrom eingezeichnet ist, man also über den zwischen beiden Inselgruppen
herrschenden Strom ganz im Dunkeln bleibt.‘ Ö
Zwischen den Craig Harriet-Inseln und der Sylvia-Gruppe lief noch eine
Stunde nach Niedrigwasser im Murray-Sund ein starker südöstlicher Ebbstrom 3 Sm
in der Stunde. Eine südwestliche Richtung hat der Gezeitenstrom an der Bate-
Gruppe; die Fluth lief daselbst von NO nach SW, während nach der Karte ein
oft westlicher Strom zu erwarten gewesen wäre,
Der warme Korea-Strom wurde bereits südlich von Port Hamilton beob-
achtet. Der westlich setzende Ebbstrom bei den Inseln südlich von Korea ging
an dieser Stelle direkt‘ in den Korea - Strom unter Beibehaltung der Richtung
über, Mit Hülfe der Wassertemperatur konnte der Uebergang in den Kuro siwo
gut beobachtet werden. Es ist dies besonders nachts navigatorisch.von ’grofsem
Vortheil, da auf Gezeitenströmungen dann nicht mehr Rücksicht genommen zu
werden braucht. Die Stärke des Korea - Stromes wurde im östlichen Kanal mit
1 Sm, im südlichen Theil desselben, mit 2 Sm im nördlichen gemessen; die Richtung
war nordöstlich.
In der japanischen See wurde am 26. Juli ein ostnordöstlicher Strom von
etwa 0,7 Sm in der Stunde, am 27, Juli kein Strom und am 28. Juli wiederum,
wenn auch etwas schwächerer Nordoststrom beobachtet.
In der Tsugar - Strafse lief der Strom schwächer als zu erwarten stand
— nur etwa 1 bis 1,3 Sm in der Stunde —, ein Umstand, der wohl Nordost-
winden an den vorhergehenden Tagen zuzuschreiben ist.
3. Sonstige Bemerkungen: Während des Aufenthaltes in Tshimulpo
(12 Tage) wurden sorgfältige Strombeobachtungen gemacht. Auf dem Anker-
platz S. M. S. „Kaiser“ — 0,7 Sm SWzS von So - Wolmi — wurde als gröfste
Stromstärke 2,5 Sm zwei Tage nach Vollmond bei laufender Ebbe gemessen. An
dieser Stelle giebt die Karte eine geringste Wassertiefe von 5'/a Faden (10,0 m)
an. Es wurde jedoch niemals unter 14 m gelothet, Es scheint sich demnach. an
dieser Stelle das Fahrwasser vertieft zu haben.
Ebenso müssen sich die Wassertiefen im Innenhafen von Tshimulpo zwischen
Keuru-Wolmi (Kheum Wolmi) und dem Festlande stark verändert haben. Es
lagen daselbst mehrere Dampfer mit 15 Fufs (4,6 m) Tiefgang zu Anker, während
die Karte an dieser Stelle nur eine ganz schmale Rinne von 2!/4 Faden (4,5 m)
Tiefe anzeigt.
Kahului auf der Insel Maui, Hawai-Inseln,
Von Kapt. J. H. STEGE vom Schiffe „J. C. Glade“,
Kahului an der Nordküste von Maui, außer Hilo auf Hawai und Honolulu
auf Ohahu der einzige Platz auf den Hawajlischen Inseln, in dem tiefer gehende
Schiffe Zucker laden können, liegt auf 20° 54‘ N-Br und 156° 28,5‘ W-Lg, gerade
in der Ecke, wo das hohe Land durch ein ebenes Tiefland unterbrochen wird.
Diese Ebene ist mit Zuckerrohr bebaut und gröfstentheils Eigenthum der Herren
Spreckelsen & Co. Die Bucht bildet nahezu einen rechten Winkel. Die
„Wilder Steamship Company“ hat hier Festmachebojen ausgelegt, darunter ein
Paar (das äufserste), welches stark genug für gröfsere Schiffe ist. Aufserdem sind
noch drei Paar. Festmachebojen für kleinere Schiffe vorhanden. Die Bojen jedes
einzelnen Paares liegen ONO—WSW voneinander, und haben die Schiffe an die
vorderen (östlichen) ihre St. B.-Ankerkette zu schäkeln und aufserdem ihren
Backbordanker mit 60 Faden Kette auf das Riff zu bringen. An der hinter dem
Schiffe liegenden Boje befestigt man dasselbe mit einer Trosse, Der Ankerplatz
ist an seiner Nordost-. Nordwest- und Westseite durch Riffe, weiterhin durch