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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

Schott: Monthly current charts for the Indian Ocean, 
230 
des sommerlichen Südwestmonsuns, Der ‚eigentliche aequatoriale Gegenstrom 
der Wintermonate ist unbedingt eine südhemisphärische Erscheinung, ganz im 
Gegensatz zu den Verhältnissen im Atlantischen und Stillen Ocean. 
Was die Bai von Bengalen anlangt, so giebt der englische Atlas fast 
überall, auch in der Andamanen-See (wo nach dem deutschen Atlas die Richtung 
WNW—NW ist) schwache und mälfsige Westsüdwest- bis Südwestversetzungen. 
Das Wichtigste aber, zumal für Segler, die, von Süden kommend, nach Akyab 
oder Kalkutta bestimmt sind, ist das Vorhandensein einer Gegenströmung nach 
Norden und Nordosten von 15° N-Br an nordwärts nahe der vorderindischen 
Küste. Hält man sich also auf der westlichen Hälfte der Bai, so wird man auf 
der letzten Hälfte des Weges den Strom (bis zu 50 Sm) mithaben, was einer 
alten Erfahrung der Reisfahrer, die von den Straits Settlements nach Häfen 
nördlich von Rangun gehen, entspricht. Diese Gegenströmung, welche wenigstens 
100 Sm breit ist, fehlt im deutschen Atlas; sie bewirkt, im Verein mit der Süd- 
westbewegung des Wassers an der Arakan-Küste der Bai, einen in den Monaten 
Januar, Februar und März sehr scharf ausgeprägten und vollkommen geschlossenen 
Kreislauf des Wassers des Bengalen-Golfes im Sinne der Uhrzeigerbewegung. 
In der China-See endlich sind mehrfach auch von deutschen Kapitänen, 
wie Polack, Wagner etc. sehr betonte, lokale Gegenströmungen nach NO zur 
Zeit’des Nordostmonsuns vorhanden. welche in der deutschen Karte nicht zum 
Ausdruck gelangten. 
Vergleichen wir sodann die Karten der Monate Juni, Juli und August 
mit der zweiten, im Atlas der Deutschen Seewarte befindlichen Stromkarte für 
die entsprechenden Monate, so finden wir jetzt eine sehr viel weiter gehende 
Uebereinstimmung beider Quellenwerke. Unterschiede sind natürlich ‚auch 
vorhanden, 80 z. B. an der Nordwestküste Australiens, wo die englischen Karten 
für alle drei Monate vorwiegend Südwestversetzungen angeben, die deutsche 
dagegen Oststrom; ferner ist nach dem englischen Werk unter der Südküste 
Javas leichte Westströmung, nach dem deutschen leichte Ostströmung; die grofse 
Ostströmung des Nördlichen Indischen Oceans, welche in dieser Zeit des Südwest- 
monsuns vorherrscht, ist nach den englischen Karten nur im Juni auch südlich 
vom Aequator zu finden in der Weise, wie die deutsche Karte es verzeichnet, 
während im Juli und August der nach Westen setzende Aequatorialstrom des 
Südostpassates bis unmittelbar an-die Linie heranreicht. 
Man wird im Allgemeinen zugeben müssen, dafs in den weitaus meisten 
Fällen die englischen Angaben bei der ungemein viel weiter geführten Speciali- 
sirung der Wahrheit am nächsten kommen dürften, und man sieht aus dem 
Gesagten schon, wie das neue englische Kartenwerk ganz beträchtlich mehr 
leistet als die zwei deutschen Karten; dies ist naturgemäfs und kann auch gar kein 
Vorwurf für die deutsche Darstellung sein, da ja eben die deutschen Karten den 
allgemeinen Charakter der Wasserbewegungen eines ganzen Vierteljahres 
wiedergeben sollten. Zweifellos ist aber auch, dafs der englische Atlas für das 
Studium der Meeresströmungen sowohl wie für den praktischen Gebrauch an 
Bord durch die gesonderte Behandlung aller zwölf Monate einen grofsen, einen 
wesentlichen Fortschritt bildet. Wohl sind auch die leitenden nautischen 
Institute der anderen seefahrenden Nationen schon seit langer Zeit darüber sich 
klar gewesen, dafs die Untersuchung der physikalischen Probleme der Meereskunde 
am besten nach einzelnen Monaten zu erfolgen habe, aber häufig genug machen 
die Kosten sowohl einer solchen specialisirten Bearbeitungsmethode wie einer 
solchen Drucklegung die Erfüllung des Wünschenswerthesten unmöglich. 
Sahatt,. 
Die Rhede von Padang, die Koninginne-Bai und der Emma-Hafen. 
Bericht von J; W. Nıx. Hafenmeister von Padans. 
Nähert man sich von See her der Rhede Padang, so erblickt man zuerst 
am linken Ufer des Padang-Flusses den Apenberg mit seinem Flaggenmaste und 
„ Mededeelingen op Zeevaartkundig Gebied over Nederlandsch Oost-Indi& van het Ministerie 
van Marine. ’8 Gravenhage, 1. Februari 1896, No. 1/1.
	        
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