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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

Reisen. deutscher Dampfer- nach dem Ob und Yenis@i. 
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9, August. Am 21. August war die Yenisei-Mündung' erreicht. Am 14. September 
trat Dallmann die Rückreise durch das Karische Meer an und erreichte 
Hammerfest nach nur zehntägiger Fahrt am 24, September. Ueber Dallmanns 
weitere Fahrten nach und in Sibirien lassen wir hier die. Aufzeichnungen eines 
Theilnehmers derselben, des Herrn Kapts. L. Wieting, Schwiegersohnes des 
Verstorbenen, folgen. Dieselben zeigen am besten die Schwierigkeiten, mit 
welchen das Unternehmen vom Anbeginn bis zum Abschlusse zu kämpfen hatte. 
— 1878. Im Juni erste Ausreise mit den‘ Dampfern „Luise“ und „Moskwa“ 
und drei eisernen Leichtern nach dem Yenisei. „Luise“ strandet in Norwegen, 
wird von „Moskwa“ abgeschleppt; auch zwei Leichter wurden beschädigt und 
blieben zurück; dafür wurde der norwegische Dampfer „Zaritza“ gemiethet. 
„Zaritza“, Kapt. Brun, „Moskwa“ und ein Leichter setzen am 15. August die 
Reise fort, erreichen die : Yenisei-Mündung‘ 2. September, und hier strandet 
„Zaritza“ durch die Schuld des Führers — da’ das Schiff, der Ordre Dallmanns 
entgegen, nicht im: Kielwasser der „Moskwa“ blieb —, auf Zaritza-Riff. Das 
Schiff kommt später wieder ab und wird von Sibiriakoffs Schiffen‘ nach Europa 
zurückgebracht. Die „Moskwa“ erreicht auf dem Yenisei am 15. Oktober 
Jenisseisk mit dem Rest der Ladung und einem Leichter; 18. Oktober legt sie 
ins Winterquartier bei der Einmündung der Angara in den Yenisei. Im November 
reist Dallmann nach Bremen ‚zurück, Kapt. Wieting übernimmt das Kommando 
der „Moskwa“ und überwintert. 0 
1879. Dallmann geht mit „Luise“ und zwei Leichtern (die inzwischen 
schon reparirt) nach dem Yenisei, fünf andere Dampfer kehren um, „Luise“ mit 
Leichtern kommt allein durch, trifft Kapt. Wieting am 21. September in Karauly. 
Sie wechseln Ladung und verlassen beide- am 28. September die Mündung. 
„Luise“, nur mit einem Schraubenflügel, erreicht nach viel Eishindernissen 
Hammerfest Ende Oktober. -Kapt. Wieting erreicht, unter vielfachen Be- 
schädigungen seines Dampfers durch das Eis, am 18. Oktober Jenisseisk. Der 
Fluß war schon von beiden Ufern halb bis zur Mitte gefroren. Dallmann kam 
nur mit genauer Noth durch die Ingor-Strafßse. 
1880. Dallmann baute einen neuen nach ihm genannten starken Schlepp- 
dampfer, („Moskwa“ war zu schwach für die Katarakte bei der Steinernen 
Tunguska). Dallmann tritt die Reise im Juli mit „Luise“ und „Dallmann“ an. 
Bis Ende September vergebliche Versuche, durch das Karische Meer zu kommen. 
Die Schiffe, in größter Eisgefahr gewesen, kehren um nach Hammerfest, Kapt. 
Wieting verläfst am 24. September die Yenisei-Mündung mit „Moskwa“, einem 
neuen hölzernen Leichter und drei eisernen, stöfst auf immer zunehmendes Kis 
und läfst zwei eiserne Leichter in der Igarka, Bricht dann am Imbak-Flusse die 
Welle. im Eise, holt unter schrecklichen Schwierigkeiten die Flotte in den bereits 
zugefrorenen Imbak und mufs hier überwintern, 700 Werst von Stadt Jenisseisk. 
1881. „Luise“ und „Dallmann“ treten im Juli die Reise nach der Yenisei- 
Mündung wieder an, unter Dallmanns Oberbefehl. Kapt. Wieting bringt mit 
knapper Noth „Moskwa“ und zwei Leichter im Imbak durch den Kisgang und 
segelt dann ohne Dampfer mit den beiden Leichtern nach der Mündung. Findet 
in der Igarka nur einen der beiden dort gelassenen Lichter wieder und erreicht 
mit drei Leichtern die Niederlassung Karauly. „Louise“ und „Dallmann“ kommen 
am 23. August. Sie wechseln Ladung bis 13. September, dann geht Dallmann 
mit Wieting den Flufs hinauf. Kapt. Burmeister fährt mit „Luise“ zurück 
nach Bremen. (Ueber diese Reise erstattete Graf Waldburg-Zeil, welcher an 
derselben theilnahm, einen ausführlichen Bericht, der im fünften Bande, Seite 238 
bis 263 der „Deutschen Geographischen Blätter“ abgedruckt ist.) 
Während des Winters 1881/82 bereist Dallmann mit dem Superkargo 
der Gesellschaft, Herrn Kröger, Sibirien. Dampfer „Moskwa“ wird reparirt 
und verkauft. 
1882. Ende Juni Dallmann und Wieting stromabwärts nach Karauly 
mit der Schleppflotte. Warten vergeblich auf Kapt. Burmeister mit „Luise“ 
and die holländische Expedition mit Dampfer „Varna“. Letzterer friert ein im 
Karischen Meer. „Luise“ kehrt um nach Europa, Dallmann untersucht mit 
Wieting und Dampfer „Dallmann“ die Eisverhältnisse. Sie finden dieselben 
sehr schwierig und verlassen Karauly am 24. September. Lassen die Ladung 
hier liegen und erreichen ihr Winterquartier am 15. Oktober. Dallmann reist
	        
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