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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1897. 
Am 27, Februar zeigt sich vor dem Kanal ein neues Minimum, von Ab- 
kühlung begleitet, welches seinen Weg ostwärts nach Deutschland einschlägt (vgl. 
Nebenkärtchen zu Fig. 10) und dann nach Russland sich fortpflanzt. 
Eine ganz ähnliche Wetterlage wie die vorhergehende zeigt die Wetter- 
karte vom 25. August 1896 (Fig. 11), nur ist die Umgestaltung des Depressions- 
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Fig. 11. Wetterkarte vom 25. August 1896, 8ba, Nebenkarte vom 26, August. 
gebietes im Norden eine ganz andere. An der Südseite der Depression ent- 
wickelt sich am Abend des 25, August eine Theildepression, welche bis zum 
Morgen sich zu einem ausgeprägten Minimum ausbildet, während das Haupt- 
minimum nordwärts verschwindet. Dabei zeigen die Wärmeverhältnisse in beiden 
Fällen ein entgegengesetztes Verhalten, indem im letzteren Falle die Temperatur 
fast überall herabgedrückt wird. Das Wetter ist trübe und regnerisch, wobei 
zahlreiche Gewitter mit starken Niederschlägen zur Entladung kommen, insbesondere 
in den nordwestlichen Gebietstheilen (vgl. Nebenkärtchen zu Fig. 11). Die in 
24 Stunden (vom 26, auf den 27. August) gemessenen Regenmengen betrugen zu 
Üuxhaven 21, zu Wilhelmshaven 23, zu Kiel 30, auf Borkum 41 und auf Helgoland 
44 Liter auf das Quadratmeter (oder Regenhöhe == 21, 23, 30 ete. mm). 
Die oben besprochenen Wetterlagen beherrschen die Witterungserscheinungen 
in Europa und speciell in unseren Gegenden in der angegebenen Weise. In 
zahlreichen Modifikationen wechseln sie mit einander ab, gestalten sich in der 
mannigfachsten Weise um, gehen in einander über, theils plötzlich, theils langsam 
und bestimmen so auf kürzere oder längere Zeit den jeweiligen Witterungs- 
charakter unserer Gegenden. Ob wir einen kalten oder einen milden Winter 
haben, ob der Sommer heiß und trocken oder aber nafs und kühl ist, ob das 
Wetter ruhig oder von starker Luftbewegung begleitet ist, hängt hauptsächlich 
von der Häufigkeit und Beständigkeit dieser Wetterlagen ab. Hieraus geht 
hervor, dafs derjenige, welcher in seinem Berufe mit Wind und Wetter zu rechnen 
hat und sich ein selbständiges Urtheil über den jeweiligen Witterungszustand 
und dessen Verlauf verschaffen will, mit diesen Hauptwettertypen sich vertraut 
machen mus, Sache der Vertreter der ausübenden Witterungskunde wird es 
sein, die Gesetze zu erforschen, durch welche das Verhalten dieser Wetterlagen 
und ihre mannigfaltigen Umwandlungen geregelt werden: das Hauptziel ist eine 
befriedigende Lösung des uralten Problems der zuverlässigen Wetterprognose, 
wenn möglich auf mehrere Tage voraus. Dafs es in der That möglich ist, dieses 
vorgesteckte Ziel auch wirklich nach und nach zu erreichen, will ich mit dieser 
Arbeit zu zeigen versuchen und will gleichzeitig die Gesichtspunkte andeuten, 
welche bei unseren Untersuchungen mafsgebend sein sollen.
	        
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