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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1897. 
gesaugt durch eine Depression, welche jenseits der Alpen lagert, in die nordöst- 
liche Richtung übergehend. Im Bereiche des Maximums sind die Winde schwach 
and aus veränderlicher Richtung, aber nach dem Depressionsgebiete nehmen sie, 
entsprechend der Zunahme der Luftdruckunterschiede, an Stärke zu und wehen 
hier vielfach als steife Böen. Diese Winde führen die kalte, feuchte Luft aus 
dem hohen Norden unseren Gegenden zu, sie bringen Kälte und Niederschläge, 
zur Winterszeit häufig Schnee, nicht selten eine ausgebreitete Schneedecke, welche 
in den meisten Fällen den Ausgangspunkt zu Epochen strenger Winterkälte 
abgiebt, 
5 Im Bereiche des Maximums herrscht ruhige, heitere, ja vielfach wolken- 
lose Witterung. Die deutsche Küste hat meistens, das Binnenland allenthalben 
Frostwetter; zu Breslau und Prag liegt die Temperatur um 5°, zu München und 
Bamberg um 7° unter dem Gefrierpunkte, 
29 Novbr.18“ 
8. p.m 
Fig. 1. Wetterkarte vom 29. November 1896, Shp, Nebenkarte vom 30. 
Die eingezeichneten Linien (Isobaren) verbinden die Orte mit gleichem (auf das Meeresniveau 
reducirtem) Barometerstande, Die eingeschriebenen Zahlen bezeichnen die Temperatur in ganzen 
Graden C. Die Pfeile fliegen mit dem Winde. ©) Windstille, 1__ = schwacher, Il__ = mäfsiger, 
Il == starker, Illl_ == stürmischer Wind, IIlll_ == Sturm, —-> = Zug der oberen Wolken, () Klar, 
® 1/4 bedeckt,  !/o bedeckt, 3/4 bedeckt, ®@ bedeckt, e Regen, -X<- Schnee, & Hagel, A Graupeln, 
— Gilatteis, << Blitz, Wetterleuchten, KK Gewitter, = Nebel, co Dunst, =. Thau, 1. Reif, 
V Rauhfrost, @ Nordlicht. Die Linie XXX bezeichnet die zurückgelegte, die Linie ——-- die noch 
zurückzulegende Bahn des Minimums bezw. Maximums. 
Das Nebenkärtchen zu Fig. 1 veranschaulicht die Wetterlage 24. Stunden 
nachher. Das barometrische Maximum hat an Höhe abgenommen, das Minimum 
über Russland ist ostwärts aus dem Rahmen der Wetterkarte verschwunden, und 
das andere Minimum hat sich weiter südostwärts nach Finnland fortgepflanzt. 
Am 1. Dezember liegt das Maximum über Westdeutschland, am folgenden Tage 
über dem Ostseegebiete und geht dann in die Wettertype III über, die wir noch 
weiter unten besprechen werden. 
Hieran anschließend, betrachten wir die Wetterkarte vom 16. August 1896, 81a. 
Wir finden hier eine ganz ähnliche Wetterlage, nur ist das ganze System 
mehr westlich gelegen. Unter der Wechselwirkung eines Hochdruckgebietes, 
dessen Kern auf dem Ozean westlich von Irland liegt, und einer umfangreichen 
Depression, welche die niedrigsten Barometerstände über der schwedischen Seen- 
region aufweist, wehen, vom hohen Norden kommend, im Nordseegebiete lebhafte, 
vielfach starke nordwestliche Winde, welche im deutschen Binnenlande nach West 
and Südwest umbiegen, ohne ihren feuchtkühlen Charakter einzubülsen. 
Das Wetter ist in Deutschland überall trübe und regnerisch, nur in Süd- 
deutschland, welches von einer Zunge niedrigen Luftdruckes überdeckt wird, 
herrscht in Anschluß an das heitere, fast wolkenlose Wetter in Frankreich
	        
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