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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

198 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1897. 
haben, Vieles als allgemein bekannt vorausgesetzt, was es thatsächlich nicht ist 
und was durch Bekanntgeben der gesammten Schiffahrt zugute kommen kann. 
Es handelt sich also, kurz gefafst, darum: Abweichungen von den an 
Bord gebrauchten Segelanweisungen und Seekarten festzustellen, und 
dazu gehört auch die Bekanntgabe solcher Angaben, welche in den 
Segelhandbüchern noch keine Aufnahme gefunden haben, die aber 
navigatorisch und sonst für die Schiffahrt von Wichtigkeit sind. 
2. Die bestehenden Segelhandbücher, welche den Arbeiten der Seewarte 
zu Grunde gelegt werden müssen, sind von den bei der, Küstenaufnahme Be- 
theiligten aufgestellt, die genau mit der Oertlichkeit vertraut waren. Der 
Bearbeiter auf der Seewarte hat viele der Häfen und Küstenstriche nie gesehen, 
er mufs sich an der Hand der in fremder Sprache aufgestellten Beschreibung und 
der Karte ein Bild derselben entwerfen, sich so eingehend in die Verhältnisse 
versetzen, dafs er in klarer übersichtlicher Sprache, ohne einen wichtigen Punkt 
auszulassen, die Anleitung deutsch wiedergeben kann. Da ist denn ein auf 
persönlicher Erfahrung gegründetes Urtheil desjenigen, der nach der Segel- 
anweisung fährt, über die Geeignetheit derselben nicht nur sehr erwünscht, 
sondern zur Erreichung möglichster Vollkommenheit geboten. Es kann sich 
aber, wohlverstanden, hier nicht um.eine blofse Kritik handeln, sondern um 
Hinweise und Angaben, wie die Segelanweisung verbessert werden 
soll, um allen Anforderungen zu genügen. — 
Es wird vor allen Dingen Werth darauf gelegt, dafs die Antworten auf 
persönlicher Erfahrung beruhen und sich auf die Verhältnisse beziehen, wie 
sie beim jeweiligen Ein- und Aussteuern und Aufenthalt angetroffen wurden, 
Durch den Fragebogen sollen die bisher theils in den meteorologischen 
Journalen niedergelegten, theils in besonderen Berichten der Direktion seitens 
ihrer Mitarbeiter zugesandten Hafenbeschreibung u. 8. w. nicht beeinträchtigt 
werden, im Gegentheil bittet die Direktion, ausführliche Beschreibungen solcher 
Häfen, über welche das Segelhandbuch nichts oder wenig giebt, dem Frage- 
bogen anzufügen. 
Einen Punkt möchte die Direktion den Dampferführern noch besonders 
ans Herz legen: 
Ueber die Dampferrouten ist noch aufserordentlich wenig bekannt. An- 
gaben über die Ansteuerungsmarken. die Kursänderungsmarken mit den Abständen 
und Peilungen (letztere rechtweisend), bei transozeanischeu Reisen der Schnitt- 
punkte sind äufserst erwünscht. Die Feststellung der Versetzungen in der 
Nordsee und vor der Bucht von Biscaya unter den verschiedenen Wind- und 
Wetterverhältnissen bedarf noch eingehender Beobachtung, ebenso wie die An- 
steuerung des Kanals von beiden Seiten. 
Der Fragebogen selbst bedarf keiner weiteren Erläuterung, die Fragen sind 
möglichst so gestellt, dafs ihre Beantwortung mit wenigen Worten gegeben werden 
kann. Sollte der Platz nicht ausreichen, so wird gebeten, einen Bogen anzufügen. 
Da zur Zeit das Segelhandbuch für den Englischen Kanal, I. Theil, Die 
Englische Küste, und II. Theil, Die Französische Küste, in der Neubearbeitung 
begriffen ist, so ist zunächst die Beantwortung von Fragebogen über die englischen 
und französischen Kanalhäfen am erwünschtesten. Die Beurtheilung des im 
ersteren Werk gemachten Vorschlages für den von ausgehenden und heim- 
kehrenden Dampfern im Englischen Kanal zu wählenden Weg wird hierbei be- 
sonders erbeten, ebenso Beobachtungen darüber, wie Wind- und Stromverhält- 
nisse die Ansteuerung des Kanals beeinflufsten. 
Die Fragebogen, welche sich auf andere Küstenstrecken beziehen, werden, 
solange nicht eine Beschreibung dieser Küstenstrecke in Angriff genommen werden 
kann, zu Veröffentlichungen in diesen Annalen benutzt werden. 
Die Fragebogen werden unseren Mitarbeitern zur See mit den meteoro- 
logischen Journalen zusammen ausgehändigt werden und mit diesen zurückerbeten, 
ausgenommen solche Fragebogen, welche Kanalhäfen behandeln, 
deren möglichst baldige Zusendung die Direktion erbittet. 
Den Rhedereien und den Vereinen wird die Direktion eine Anzahl Frage- 
bogen mit der Bitte zustellen, dieselben an ihre Kapitäne bezw. Mitglieder zu 
vertheilen. Die Rückgabe der ausgefüllten Fragebogen wird auf demselben Wege 
erbeten, derjenigen über Kanalhäfen möglichst beschleunigt,
	        
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