Der Kohlenhafen von Zonguldak im Schwarzen Meer.
Den diesen Hafen anlaufenden Dampfern ist dringend zu empfehlen, den
Brechwasserkopf in 10 bis 20m Abstand zu passiren und den Anker fallen zu
lassen, sobald der Steven des Schiffes quer von der Längsrichtung des Brech-
wassers ist, „eher noch früher“; man kann dann, wenn man genügend langsam
eingekommen ist, bequem vor 20 bis 30 Faden Kette schwojen.
Es liegt nämlich 0!/2S vom jetzigen Molenkopf etwa 170m ab und fast
dicht am festen Ufer eine Steinklippe von nur geringen Dimensionen, die bei
Tage durch eine Stange mit rother Flagge kenntlich ist, *)
In nicht allzu, langer Zeit wird man auch dieses Hindernifs beseitigt haben;
Vorkehrungen dazu werden bereits getroffen, so daß nach Sprengung und Weg-
schaffung des Steines der Hafen ein vorzüglicher werden wird.
In den Gruben der „Societe Heraclee“, deren ausschliefsliches Eigenthum
auch der Hafen ist, wird mit allen technischen Neuheiten gearbeitet und gelangt
die Kohle der kleinen Distanz wegen, nur 5km, schnell zur Anlieferung; die
Waggonbeförderung erlaubt eine bessere Uebersicht und erleichtert die Gewichts-
kontrole.
Sicherlich entsteht in dieser unmittelbar an einer verkehrreichen Wasser-
straße gefundenen und dabei gehaltreichen Kohle der englischen ein gefährlicher
Rivale.
Zu bemerken ist noch, dafs die türkische Regierung auf Kap Zonguldak
ein Feuer projektirt und die „Societe Heraclee“ in ihrem eigenem Interesse einen
Feuerthurm auf dem äufsersten Molenkopf errichten wird,
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Fragebogen für Segelhandbücher, verbunden mit
Küstenbeschreibung.
Die Direktion der Seewarte wendet sich mit der Bitte um Unterstützung
ihrer Arbeiten bei der Herausgabe von Segelhandbüchern, verbunden mit Küsten-
beschreibungen aufserhalb der Nord- und Ostsee gelegener Länder durch Be-
antwortung des hierunter mitgetheilten Fragebogens in erster Linie an die
bewährte Unterstützung ihrer Mitarbeiter zur See und ferner an alle deutschen
Schiffsführer. Die Rhedereien werden ersucht, dahin zu wirken, dafs seitens ihrer
Schiffsführer der Beantwortung der gestellten Fragen, die ja der Sicherheit ihrer
Schiffe zugute kommen soll, das erwünschte Interesse zugewendet wird; ebenso
wie die Nautischen und Seeschiffer- und Steuerleute - Vereine gebeten werden,
ihre Mitglieder zur Mitarbeit an der Lösung dieser ausschliefslich praktischen
Zwecken gewidmeten Fragen anzuregen. .
Die Direktion glaubte die Form des Fragebogens wählen zu sollen, um
erstlich die Arbeit ihrer freiwilligen Mitarbeiter auf die für die Segelanleitung
wichtigsten Punkte zu richten, und dann, um die Sichtung des hoffentlich zahl-
reich einlaufenden Materials zu erleichtern. .
Die Erwägungen, auf denen die Aufstellung des Fragebogens beruht, sind
folgende:
1. Die vorhandenen Segelhandbücher sind meistens in der Hauptsache für
Segelschiffe aufgestellt, sie berücksichtigen den Dampferverkehr nicht genügend,
auch für solche Häfen, in denen derselbe überwiegt. Für Dampfer gestaltet sich
das Ein- und Aussteuern anders als für das Segelschiff, es fehlen aber Hinweise
darauf, wie die Einsteuerung für Dampfer am einfachsten auszuführen bezw. was
dabei zu berücksichtigen ist. Es fehlen ferner meist Angaben über die für den
Dampfer so wichtige Bekohlungsfrage, um nur Eins herauszugreifen. Schiffs-
führer, die häufig dieselben Häfen anlaufen, werden eigene Erfahrungen über das
Ein- und Aussteuern gesammelt haben, welche mit den Angaben der Segel-
anweisung nicht übereinstimmen oder in derselben überhaupt nicht Aufnahme
gefunden haben. Es wird namentlich von solchen Schiffsführern, die durch
häufigen Verkehr in gewissen Häfen sich eine eingehende Ortskenntnifs erworben
!) Diese Stange ist in der Skizze nicht verzeichnet, A. a. R.