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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

4194 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktuher 1897. 
einen grofsen Reiz, für die Wissenschaft der Meteorologie aber keinen grofsen 
Nutzen haben. !) 
Die zahlreichen Blumenspenden, welche den Sarg des Verewigten am 
Tage seiner Beerdigung, am 29, September, deckten, legten ein beredtes Zeugnifs 
ab von der Liebe und Verehrung, welche dem braven Seemann seitens seiner 
Verwandten, seiner Freunde und seiner Kollegen auch nach dem Tode bewahrt 
geblieben ist. Wohl begründet waren die an seinem Sarge gesprochenen Worte, 
welche des Heimgegangenen Gewissenhaftigkeit im Berufe und seine Treue als 
Mensch rühmend hervorhoben. Sein schlichter, echt seemännischer Charakter und 
sein ernstes Streben in seinem Berufe gewannen ihm überall und in allen Lebens- 
lagen Freunde, und wohl verdient er es, dafs seinem Namen von allen gediegenen, 
den seemännischen Beruf zu vervollkommnen Strebenden auch über die Gegenwart 
hinaus ein getreues Gedenken bewahrt werde. Karl Seemann war der jüngere 
Bruder des ihm vor einigen Jahren vorangegangenen Kapitäns J. H. M. C. See- 
mann, welcher sich gleichfalls durch Thätigkeit im Berufe und Ehrenhaftigkeit 
des Charakters auszeichnete. ?) 
Die erste Reise des Norddeutschen Lloyddampfers „Kaiser 
Wilhelm der Grofse“, Kapt. H. Engelbart. 
Von Bremen nach New York und zurück, Ende September und Anfang Oktober 1897. 
Es dürfte unsere Leser interessiren, die Ergebnisse der Erstlingsreise dieses 
Postdampfers an der Hand des eben eingegangenen Auszugsjournals des „Kaiser 
Wilhelm der Große“ dargestellt zu sehen. Die erforderlichen Zusammenstellungen 
und Berechnungen sind von Kapt. Hegemann, Assistent der Seewarte, ausgeführt 
worden. 
Der Dampfer „Kaiser Wilhelm der Grofse“ hat, entsprechend der Jahres- 
zeit, sowohl ausgehend als rückkehrend die vereinbarte nördliche Route ge- 
nommen. Auf derselben beträgt die Entfernung, nach einer auf der Seewarte 
gemachten Berechnung, von Needles bis ‚Sandyhook - Feuerschiff 3050 Sm, von 
Sandyhook-Feuerschiff bis Eddystone-Leuchtthurm 2970 Sm. Man sieht aus einem 
Vergleich dieser und den nachstehenden Angaben (S, 425), dafs der Dampfer — 
wie der Seemann sagt — „nichts vergeben“, vielmehr den Weg noch um einige 
(5 bis 12) Seemeilen abgekürzt hat. Die Durchschnittsgeschwindigkeit beträgt 
für die Ausreise 21,4 Knoten, für die Rückreise 21,8 Knoten, die größte Durch- 
schnittsgeschwindigkeit während eines Etmals 22,5 Knoten, sowohl auf der Aus- 
als auf der Rückreise. Auf dem letzten Abschnitt der Ausreise wurde während 
12,5 Stunden eine Durchschnittsfahrt von 22,8 Sm, auf dem letzten Abschnitt der 
Rückreise während 6,2 Stunden eine solche von 23,1 Sm als höchste Durchschnitts- 
geschwindigkeit erreicht. Die geringste Leistung war eine Durchschnittsfahrt 
von 19,6 Knoten während eines KEtmals auf der Ausreise. 
Der Zeitunterschied zwischen der Weser-Mündung und Nab beträgt 0,6*, 
Weser - Mündung und Eddystone 0,8", Needles und Sandyhook 4,8", Sandyhook 
und Kddystone 4,6, 
1) S. Nachschrift der Direktion der Secwarte zu Dr. G. Meyers „Studien über den Einflufs 
des Mondes auf die Witterung“ („Annal. d. Hydrogr. u. Mar. Met.“, Jahrg. 1890, S. 255 bis 257). 
2) S. „Jahresbericht der Deutschen Seewarte“, Jahre. 1894, 8. 35 u. 36.
	        
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