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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

Fulst: Astronomische Ortsbestimmung ‚durch Mondhöhen. 
Abweichung im Allgemeinen. nur auf. ganze Minuten . gebraucht, so wird das 
Einschalten mit etwas geringerer Mühe auszuführen sein. als. beim. Monde, wo 
man mit gröfseren Zahlen zu rechnen. hat. Doch ist diese Erschwerung so 
geringfügig, dafs sie kaum des Erwähnens: werth ist. Auch dafs man beim 
Monde aufserdem noch Halbmesser. und Horizontalparallaxe aus dem Jahrbuch 
entnehmen mufs, ist, weil ein. Fehler von einigen. Sekunden in diesen Gröfsen, 
die zur Höhenbeschickung verwandt werden, helanglos ist,-keine besonders grofse 
Arbeit, die mit Leichtigkeit ausgeführt werden kann. 
Ferner läfst sich ‚die Beschickung des Kimmabstandes zur wahren 
Mittelpunktshöhe beim Monde nicht so leicht ausführen, wie bei den übrigen 
Gestirnen, bei welchen man gewöhnlich diese Arbeit mit Hülfe der in den meisten 
nautischen Tafeln. enthaltenen Gesammtbeschickung (enthaltend Kimmtiefe, 
Strahlenbrechung und bei der ‚Sonne aufßserdem Verschub.und Halbmesser) 
mühelos ausführt. Beim Monde ist man gezwungen, Einzelbeschickungen anzu- 
bringen, da Tafeln für die Gesammtbeschickung bisher nicht existiren. Doch 
findet man in den meisten nautischen Tafelsammlungen eine Tafel, welche den 
Gesammtbetrag von Strahlenbrechung und Höhenverschub enthält. Obwohl diese 
Tafel wegen ihres grofsen Umfanges nicht besonders bequem ist, so gewährt sie 
doch eine kleine Erleichterung, " 
In allem Uebrigen gleicht die Auswerthung der Mondbeobachtungen der 
der übrigen Beobachtungen vollständig. Ob die in der umständlicheren Rechnung 
liegenden Nachtheile die mannigfaltigen Vortheile der Mondbeobachtungen auf- 
zuwiegen vermögen, möge Jeder selbst entscheiden, ; ; 
Eine nicht unwesentliche Erleichterung der Rechnung gewährt vielleicht 
die. folgende Tafel'). der Gesammtbeschickung des Kimmabstandes des Mond- 
unterrandes zur wahren Mittelpunktshöhe. Dieselbe enthält den Gesammtbetrag 
von Kimmtiefe, Strahlenbrechung, Höhenverschub und Halbmesser. Die Haupt- 
tafel ist für eine Augeshöhe. von 6 m entworfen, doch befindet sich am Fufse 
eine. kleine "Tafel für die. Berichtigung... der .in der Haupttafel . enthaltenen. Be- 
schickung. für ‚eine Augeshöhe von 3 bis 12m. . (Die Berichtigung für 0m 
Augeshöhe ist zu benutzen, wenn man mit Hülfe eines künstlichen Horizonts 
die doppelte scheinbare Höhe des Mondunterrandes beobachtet hat). . 
Da sowohl der Halbmesser wie der Horizontalverschub von der Entfernung 
des Mondes abhängt, so entspricht einem bestimmten Halbmesser auch ein 
bestimmter Horizontalverschub, und zwar ist 
für einen Halbmesser von 14’ 40“ der. Horizontalverschub 53’ 44“ 
14‘ 50“ 54° 21“ 
"AR 0” 54' 57“ 
10° 55‘. 34" 
5‘ 20° 56‘ 11“ 
15‘ 30° 56‘ 48“ 
15‘ 40" 57’ 24" 
5' 507 58 1“ 
6 0% 58‘ 37% 
GC 107 59‘ 14“ 
Kt 204 59‘ 51“ 
16%. 30“ 60’ 27“ 
» x ” „ 16' 40% ” 61 3% 
Unter Zugrundelegung dieser Werthe ist die Tafel berechnet worden.‘ Bei 
Benutzung der Tafel ist es also nicht. nöthig, den Horizontalverschub.. aus dem 
Jahrbuch zu entnehmen; es genügt, wenn man den Halbmesser des Mondes kennt. 
Der Umfang der Tafel ist so gewählt, dafs man die Beschickung auf ganze 
Minuten fast unmittelbar aus der Tafel entnehmen kanıu. Nur in. den.in der 
Praxis verhältnifsmäfsig selten vorkommenden Fällen; dafs eine größere Genauigkeit 
verlangt wird, ist ein genaueres Einschalten nöthig. 
Hat man einen Kimmabstand des Mondoberrandes beobachtet, so erhält 
man die wahre Mittelpunktshöhe genau genug, wenn man an demselben die 
Gesammtbeschickung der Tafel, vermindert um den doppelten Halbmesser ‚des 
Mondes, anbringt, | ; 
'y Am Ende des Heftes. D. Red.
	        
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