Fulst: Astronomische Ortsbestimmung ‚durch Mondhöhen.
Abweichung im Allgemeinen. nur auf. ganze Minuten . gebraucht, so wird das
Einschalten mit etwas geringerer Mühe auszuführen sein. als. beim. Monde, wo
man mit gröfseren Zahlen zu rechnen. hat. Doch ist diese Erschwerung so
geringfügig, dafs sie kaum des Erwähnens: werth ist. Auch dafs man beim
Monde aufserdem noch Halbmesser. und Horizontalparallaxe aus dem Jahrbuch
entnehmen mufs, ist, weil ein. Fehler von einigen. Sekunden in diesen Gröfsen,
die zur Höhenbeschickung verwandt werden, helanglos ist,-keine besonders grofse
Arbeit, die mit Leichtigkeit ausgeführt werden kann.
Ferner läfst sich ‚die Beschickung des Kimmabstandes zur wahren
Mittelpunktshöhe beim Monde nicht so leicht ausführen, wie bei den übrigen
Gestirnen, bei welchen man gewöhnlich diese Arbeit mit Hülfe der in den meisten
nautischen Tafeln. enthaltenen Gesammtbeschickung (enthaltend Kimmtiefe,
Strahlenbrechung und bei der ‚Sonne aufßserdem Verschub.und Halbmesser)
mühelos ausführt. Beim Monde ist man gezwungen, Einzelbeschickungen anzu-
bringen, da Tafeln für die Gesammtbeschickung bisher nicht existiren. Doch
findet man in den meisten nautischen Tafelsammlungen eine Tafel, welche den
Gesammtbetrag von Strahlenbrechung und Höhenverschub enthält. Obwohl diese
Tafel wegen ihres grofsen Umfanges nicht besonders bequem ist, so gewährt sie
doch eine kleine Erleichterung, "
In allem Uebrigen gleicht die Auswerthung der Mondbeobachtungen der
der übrigen Beobachtungen vollständig. Ob die in der umständlicheren Rechnung
liegenden Nachtheile die mannigfaltigen Vortheile der Mondbeobachtungen auf-
zuwiegen vermögen, möge Jeder selbst entscheiden, ; ;
Eine nicht unwesentliche Erleichterung der Rechnung gewährt vielleicht
die. folgende Tafel'). der Gesammtbeschickung des Kimmabstandes des Mond-
unterrandes zur wahren Mittelpunktshöhe. Dieselbe enthält den Gesammtbetrag
von Kimmtiefe, Strahlenbrechung, Höhenverschub und Halbmesser. Die Haupt-
tafel ist für eine Augeshöhe. von 6 m entworfen, doch befindet sich am Fufse
eine. kleine "Tafel für die. Berichtigung... der .in der Haupttafel . enthaltenen. Be-
schickung. für ‚eine Augeshöhe von 3 bis 12m. . (Die Berichtigung für 0m
Augeshöhe ist zu benutzen, wenn man mit Hülfe eines künstlichen Horizonts
die doppelte scheinbare Höhe des Mondunterrandes beobachtet hat). .
Da sowohl der Halbmesser wie der Horizontalverschub von der Entfernung
des Mondes abhängt, so entspricht einem bestimmten Halbmesser auch ein
bestimmter Horizontalverschub, und zwar ist
für einen Halbmesser von 14’ 40“ der. Horizontalverschub 53’ 44“
14‘ 50“ 54° 21“
"AR 0” 54' 57“
10° 55‘. 34"
5‘ 20° 56‘ 11“
15‘ 30° 56‘ 48“
15‘ 40" 57’ 24"
5' 507 58 1“
6 0% 58‘ 37%
GC 107 59‘ 14“
Kt 204 59‘ 51“
16%. 30“ 60’ 27“
» x ” „ 16' 40% ” 61 3%
Unter Zugrundelegung dieser Werthe ist die Tafel berechnet worden.‘ Bei
Benutzung der Tafel ist es also nicht. nöthig, den Horizontalverschub.. aus dem
Jahrbuch zu entnehmen; es genügt, wenn man den Halbmesser des Mondes kennt.
Der Umfang der Tafel ist so gewählt, dafs man die Beschickung auf ganze
Minuten fast unmittelbar aus der Tafel entnehmen kanıu. Nur in. den.in der
Praxis verhältnifsmäfsig selten vorkommenden Fällen; dafs eine größere Genauigkeit
verlangt wird, ist ein genaueres Einschalten nöthig.
Hat man einen Kimmabstand des Mondoberrandes beobachtet, so erhält
man die wahre Mittelpunktshöhe genau genug, wenn man an demselben die
Gesammtbeschickung der Tafel, vermindert um den doppelten Halbmesser ‚des
Mondes, anbringt, | ;
'y Am Ende des Heftes. D. Red.