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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1897. 
Fast während des ganzen Tages regnete es zum Theil sehr stark, zum 
Theil war es neblig. 
Am Morgen des 16. sprang der Wind auf Nord zurück; gleichzeitig klarte 
es auf, während der Wind bei steigendem Barometer links weiter bis WNW, 
Stärke 1, drehte. 
b) Stromverhältnisse. Vor der Einfahrt zur Kyau-tshau-Bucht konnten 
wegen Nebels Strombeobachtungen nicht gemacht werden. Im Gelben Meer 
wurde durch astronomische Beobachtung ein Strom SzO, etwa 0,5 Sm festgestellt; 
bei Rofs-Insel stand ein erheblicher Nordstrom von etwa 1 bis 1,5 Sm, der wohl 
als Gezeitenstrom zu betrachten ist, wenn auch in den Karten darüber nichts 
angegeben ist. 
Zwischen Rofs-Insel und Flower-Insel. nördlich Quelpart, lief der Gezeiten- 
strom SSO 0,9 Sm, von da ab bis querab von Castle-Insel SWzS 1 Sm. 
Der Korea - Strom setzte den Segelanweisungen entsprechend in nordöst- 
licher Richtung. 
In der Simonoseki-Strafse wurden folgende Strombeobachtungen einen Tag 
vor Vollmond gemacht: 
Bei Rokuren lief 2 Sm nordwestlicher Strom eine Stunde vor Hochwasser 
in Simonoseki; kurz vor Hochwasser daselbst lief zwischen Kasaze- und Manaita- 
Riff 2 Sm, kurz nach Hochwasser bei Moji Zaki 5,7 Sm westlicher Strom. Durch 
zünstige Ausnutzung des Stromes in der Binnenlandsee hatte das Schiff fast 
während der ganzen Fahrt den Strom mit — und zwar in durchschnittlicher 
Stärke von 2 Sm —, nur am Morgen des 16. setzte schwacher westlicher Strom 
in der Akashi-Straßlse gegenan. 
Die auffallend geringe Stärke dieses Stromes (etwa 0,5 Sm statt der zu 
erwartenden 4 Sm bei Mondwechsel) mufßs wohl auf die herrschenden Winde im 
Kii-Kanal und an der pacifischen Küste zurückgeführt werden. 
c) Sonstige Bemerkung. Durch die Auffindung des Yamato - Riffes 
nördlich der Chodaiu- Bake in der Aogi-Seto wird der für tiefgehende Schiffe 
brauchbare Weg zwischen diesem Riff und dem Kakarize - Riff auf 1'/2 Kabel 
verkleinert. Diese Passage gehört mithin bei Nacht zu den schwierigsten der 
Binnenlandsee, da man auch bei feuersichtigem Wetter durchaus auf eine be- 
stimmte Passirdistanz von Chodaiu-Bake, also auf das Augenmafs, angewiesen ist. 
Trotzdem wird von Seiten der Lootsen lieber dieser schmale Weg benutzt als 
das Ansteuern der Südwestküste von Iwashi-sima, wodurch nach der Karte 
wenigstens der brauchbare Raum verdreifacht werden würde. Auch das neue 
Feuer nördlich von Ohama auf Inno-Shima ist nur von geringem Werth für die 
Passage von Chodaiu- Riff, da sein Gefahrsektor das neugefundene Riff nicht 
deckt. Ebensowenig brauchbar ist bei Tage die in der Karte XI, No. 174 (Brit. 
Adm.-Karte No. 132), angegebene Peilungslinie: Abhang des Hatsche-gaune-yama 
in NWzW (Ansicht A), da dieselbe direkt über das Yamato-Riff hinwegführt. 
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+ Karl Hinrich Seemann, 
geboren den 19. Januar 1843 in Cuxhaven, gestorben den 24, September 1897 in Hamburg. 
Wenn auch nach längerem Leiden, so ist doch plötzlich und unerwartet 
der Assistent der Deutschen Seewarte, Kapt. Seemann, aus diesem Leben 
geschieden. Ein deutscher Seemann im wahren Sinne des Wortes, war er, seit- 
dem er selbständig als Schiffsführer zu wirken berufen war, bemüht, an der 
Vervollkommnung und dem Ausbau nautischer Kenntnisse innerhalb des Berufs- 
kreises, dem er sein Leben gewidmet hatte, mitzuwirken. Schon als Führer 
hamburgischer Schiffe zeichnete er sich durch ernstes Streben aus und war einer 
der eifrigsten Mitarbeiter zur See der Deutschen Seewarte. Da er zu jener Zeit 
vorzugsweise in der Fahrt nach den Reishäfen Indiens und zurück beschäftigt 
war, so hatte er sattsam Gelegenheit, in dem Indischen Ozean die Bedeutung 
der Ausführung wissenschaftlich-meteorologischer Aufzeichnungen auf See zu er- 
kennen und deren Anwendung auf die Navigirung zu erproben. Die Mittheilungen 
aus seiner Feder sind heute noch, wenn sie auch nicht immer in dem Gewande
	        
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