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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

Reisen von Matupi nach dem Vermessungsgebiet und zurück nach Stephansort, 419 
herrschte jedoch bis gegen 11"a so dickes Wetter, dafs von der Küste nichts 
zu sehen war und mit langsamer Fahrt gegangen werden mulfste. Als es auf- 
klarte, kamen die Inseln von Berlin-Hafen in Sicht. Dieselben wurden an- 
gesteuert und unter Dudemaine (Tamara), der westlichsten der Inseln, geankert. 
Der Ankerplatz lag in folgenden Peilungen: Hügel auf Dudemaine NW1AW, 
Westecke von Dudemaine SWzW!/,W. Derselbe bot mit einer Wassertiefe von 
18 m guten Schutz gegen den Nordwestwind, nicht so viel gegen die hohe nord- 
westliche Dünung. 
Am nächsten Abend ging S. M. S. „Möwe“ weiter nach dem Vermessungs- 
gebiet und ankerte am 3. März zur Fortsetzung der Vermessungsarbeiten in der 
Kap Concordia-Bucht, 
Wind, Wetter und Strömungen, Der Wind war durchweg nordwest- 
lich, im letzten Theil der Reise auffrischend bis Stärke 6. Die durch denselben 
hervorgerufene Dünung lief sehr hoch und liefs das Schiff zeitweise stark arbeiten. 
Das Wetter war bei bedecktem Himmel trübe mit täglichen mehr oder 
minder heftigen Regenschauern in den Morgenstunden. 
Stromversetzungen wurden, wie folgt, beobachtet: Nach dem Verlassen 
von Friedrich - Wilhelms - Hafen an der Küste und in der Dampier - Strafse lief 
Nordweststrom in etwa 1,5 Sm Stärke. Weiter westlich wurde der Strom 
schwächer, und von den Schouten - Inseln an lief derselbe in entgegengesetzter 
Richtung, SO, mit einer Geschwindigkeit von etwa 0,5 Sm bis Roissy, dann von 
etwa 1.25 Sm bis Berlin-Hafen und von dort bis zur Kap Concordia-Bucht. 
3. Reise vom Vermessungsgebiet nach Berlin-Hafen und von Berlin-Hafen 
nach Stephansort. 
Am Abend des 11. März ging S. M. S. „Möwe“ nach Berlin-Hafen zurück 
and ankerte daselbst am 12. unter der Insel Seleo in folgender Peilung: Flaggen- 
stock der Faktorei in 0%/4N, kleine Insel vor der Nordspitze von Seleo in NzW 1/2 W. 
Der Ankerplatz erhielt durch die Insel Aly Schutz gegen den NW, die 
hohe in See stehende Dünung machte sich aber gleichwohl bemerkbar. Die 
Wassertiefe betrug auf dem Ankerplatz 36 m. Letzterer ist als sehr günstig zu 
bezeichnen und sehr viel geschützter als der vorher erwähnte unter Dudemaine. 
Am 19. morgens ging S. M. S. „Möwe“ durch die Passage zwischen 
Seleo und Angaiel durch und dampfte an der Küste entlang, die Bertrand- und 
Guilbert-Inseln an B. B., d’Urville an St. B. Jassend. Die genannte Passage ist 
zwischen den schmalen Strandriffen der beiden Inseln vollkommen frei, mit 
Tiefen über 25m. S. M. S. „Möwe“ ging durch dieselbe mit Kurs 0'/4N, sich 
ungefähr in der Mitte der Durchfahrt haltend. Das in den „Nachrichten für 
Seefahrer“ 1894, No. 551, angegebene Riff 4 Sm 0S0'40 von der Angaiel- 
(Soinson-) Insel wurde gesichtet, von dem anderen ebendaselbst angegebenen 
Riff nur etwas Brandung, die aber näher als 4 Sm unter Land sichtbar war. 
Die Durchfahrt zwischen der Bertrand- und Guilbert- Insel und dem Festlande 
scheint im Allgemeinen frei zu sein. Es wurde jedoch an der Südseite der 
Guilbert-Insel ein langes Riff, etwa 1 bis 1,5 Sm vom Strande entfernt, gesichtet, 
das sich in der ganzen Länge der Insel hinzog und an entfärbitem Wasser 
kenntlich war, Man sollte nicht näher als 2 Sm an die Insel herangehen, Die 
Passage zwischen der Bertrand- und Guilbert-Insel ist anscheinend frei, dieselbe 
wurde in einem Abstande von 1,5 Sm passirt und keinerlei Anzeichen eines 
Riffes, wie entfärbites Wasser oder dergleichen, gesichtet... Auf der Südostseite 
der Bertrand-Insel liegt eine Handelsstation, vor welcher nach Angaben eines 
ortskundigen Händlers guter Ankergrund sein soll. ; 
Mit Anbruch der Dunkelheit wurde d’Urville passirt und dann Kurs auf 
die Mitte der Fahrstrafse zwischen Blosseville und Kap della Torre, etwas näher 
an Blosseville heran, genommen. 
Nach den Peilungen‘ von d’Urville und den abgelaufenen Distanzen hätte 
die. letztere Insel am 20, morgens gegen 6* 30” querab sein müssen, thatsächlich 
war. sie aber erst um 9 Uhr dwars, es hatte also während der Nacht, die richtige 
Lage der Inseln d’Urville und Blosseville vorausgesetzt, trotz des herrschenden 
Nordwestmonsuns eine Stromversetzung nach West von etwa 1 Sm in der Stunde 
stattgefunden. Am Nachmittage des 20. wurde die Vulcan - Insel passirt; der
	        
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