48 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktuber 1897,
flaches mit Mangroven und theilweise Kasuarinen bestandenes Vorland zeigt.
Ohne Beobachtungen empfiehlt es sich deshalb, das Kap Ward Hunt anzu-
steuern und dann in der mifsweisenden Peilung Kap Ward Hunt in O0'/4S, auf
die Icore-Mündung zu, zu laufen. Unter der Küste ist das Wasser durch die ver-
schiedenen Flüsse meist schmutzig gelb gefärbt, die Tiefen nehmen, jedenfalls
östlich des Icore, schnell ab, beständiger Gebrauch des Lothes ist deshalb un-
erläfslich.
Der Ankerplatz S. M. S. „Möwe“ lag in folgenden Peilungen: SzW
Bake neben dem ÖObservationspfeiler; 0zS Kap Ward Hunt; SOzS Mitte der
[core-Mündung; Wassertiefe 8 m.
Der Observationspfeiler war, wie auch von S. M. S. „Falke“ berichtet,
auf der Seeseite etwas eingesunken, stand aber im Uebrigen vollkommen fest.
Zur besseren Bezeichnung seines Platzes wurde etwa 4m östlich des Pfeilers
eine Pyramidenbake gebaut.
Reise von der Icore-Mündung nach Stephansort. Am Abend des
Ankunfttages wurde wieder Anker gelichtet und durch die Vitiaz-Strafse in die
Astrolabe-Bai und nach Stephansort gedampft.
Stephansort, Für die Ansteuerung sind in Stephansort zwei An-
steuerungsmarken von derselben Form wie in Erima - Hafen errichtet worden.
Beide, am Strande ein gelber Kubus und weiter binnenlands ein gelbes Kreuz,
in Eins gehalten ergeben den Ansteuerungskurs SWzW. Man ankert dann, 5o-
bald der Bootsschuppen WzN peilt, auf 20m Wasser; Grund Schlick, “Bei un-
günstiger Beleuchtung ist allenfalls das Haus des Generaldirektors der Neu-
Guinea-Gesellschaft besser zu sehen, kenntlich an einer auf dem Dach an-
gebrachten Flaggenstange. Dasselbe liegt genau in der verlängerten Richtungs-
linie der beiden Baken.
Wind, Wetter und Strömungen von Mioko bis Stephansort. Der
Wind war während der Reise aus ganz wechselnden Richtungen. Im St. Georgs-
Kanal herrschte Nordwestbriese, während an der Südküste von Neu - Pommern
und von Möwe-Hafen bis zur Icore - Mündung schwache südliche und östliche
Winde wehten., Der Nordwestmonsun machte sich nur für wenige Stunden süd-
lich der Vitiaz-Strafse in Stärke 4 bis 5 geltend. Querab von der Fortifikations-
Spitze schied derselbe vollkommen aus, und es herrschte von hier bis Stephans-
ort Windstille.
Das Wetier war bei stets bedecktem Himmel ziemlich trübe. Morgens
und bis in die ersten Vormittagsstunden hinein. fiel feiner Regen, der das Wetter
sehr unsichtig machte. Den übrigen Theil des Tages und der Nacht blieb es
meist trocken; ungewöhnlich starker Regen fiel nur am 24., 4" p, bis 25., 11*a,
Der Strom lief im St. Georgs-Kanal nach SSO etwa 1 Sm in der Stunde,
wurde dann immer schwächer und verwandelte sich unter der Südküste von
Neu-Pommern in einen Südoststrom von annähernd 1 Sm Geschwindigkeit. Von
Möwe-Hafen bis zur Icore-Mündung betrug die Stromversetzung 13 Sm nach
NWzW in 18 Stunden, es machte sich also trotz des nördlich der Vitiaz-Strafse
herrschenden Nordwestmonsuns eine nordwestliche Küstenströmung geltend.
Dasselbe war der Fall von der Icore-Mündung bis zur Vitiaz-Strafse, In dieser
selbst und nördlich derselben lief dann schwacher Südsüdweststrom, 0,5 Sm in
der Stunde,
2. Reise von Stephansort nach dem Vermessungsgebiet.
Am 26. Februar morgens wurde die Rhede von Stephansort verlassen und
unter Anlaufen von Friedrich Wilhelms- und Berlin-Hafen nach dem Vermessungs-
yebiet gedampft. Von Friedrich Wilhelms - Hafen wurde der Kurs zwischen
Dampier und dem Festlande, dann östlich von Vulcan - Insel und zwischen den
Schouten-Inseln, Lesson und Blosseville hindurch genommen. Da die Schouten-
Inseln mit, Ausnahme der ganz flachen Insel Deblois ziemlich hoch, die östlichen
von ihnen außerdem durch die charakteristische Kegelform leicht kenntlich sind
und das Fahrwasser zwischen den Inseln vollkommen frei ist, so ist auch bei
unsichtigem Wetter diese Abkürzung nur zu empfehlen.
Am Abend des 28. waren die Bertrand- und Guilbert- Inseln an B.B.
querab. Am nächsten Morgen sollte in Berlin - Hafen eingelaufen werden, es