Fulst: Astronomische Ortsbestimmung- durch Mondhöhen.. ...
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schwerung der Rechnung findet‘ nicht statt, da man ja auch bei der Beobachtung
der gröfsten Höhe die mittlere Greenwicher Zeit genau berechnen mufs.!)‘........
Bei einer Breitenbestimmung aus einer. Mondhöhe in der. Nähe
des Meridians (Nebenmittagsbreite) wird durch die fehlerhafte Abweichung
des Mondes die Breite in derselben Weise fehlerbaft werden .wie bei der Mittags-
breite, so dafs diese Untersuchung hier nicht wiederholt zu werden braucht. ‘Durch
einen Fehler in der geraden Aufsteignng wird ein Fehler im Stundenwinkel. des
Mondes und damit in der Breite bedingt. Doch ist dieser Fehler immer ‚sehr
klein. Ist die mittlere Greenwicher Zeit um 4. Minuten falsch, so wird ‘die
gerade Aufsteigung und damit der. Stundenwinkel des Mondes um etwa 10 Sekunden
falsch. werden können...
Wählt man also zu Nebenmittagsbreiten nur Höhen so nahe beim Meridian,
dafs einem Fehler von einer Minute im -Stundenwinkel ein Fehler. von nicht
mehr als 2 Minuten in der Breite. entspricht, läfst also den Stundenwinkel die
in den Lehrbüchern der Navigation und in den nautischen Tafeln angegebenen
Grenzen nicht überschreiten, so kann die Breite durch die falsche gerade Auf-
steigung um nicht mehr als 20 Sekunden fehlerhaft werden.
Bei der Bestimmung der mittleren Ortszeit geht der ganze Fehler
in der‘ geraden Aufsteigung in die Ortszeit über, so dafs, wenn .die mitllere
Greenwicher Zeit um 2 Minuten fehlerhaft ist, dadurch die Zeit um 4 bis.5 Se-
kunden fehlerhaft wird. - Benutzt man diese. Zeit zur Längenbestimmung
(Chronometerlänge), so ist dieser Fehler um so weniger von Bedeutung, als sich
auch der ganze Fehler in der mittleren Greenwicher Zeit auf die Länge wirft.
Da im Mittel sich die gerade Aufsteigung des. Mondes. in 1 Minute um. etwa
2 Sekunden ändert, so ist der Fehler in der geraden Aufsteigung '/so des Fehlers
in der Greenwicher Zeit, und folglich mufs auch bei Chronometerlängen ..aus
Mondhöhen der Fehler in der Länge um !/so anders. sein als bei solchen aus
Sonnen- oder Sternhöhen. Da aber einer gröfseren mittleren Greenwicher Zeit
eine gröfsere gerade Aufsteigung des Mondes und damit eine gröfsere mittlere
Ortszeit folgt, so wird, wie eine leichte Ueberlegung lehrt, der Fehler in der
Länge nicht gröfser sondern gerade kleiner werden.
Ein Fehler in der Abweichung wird im Stundenwinkel einen Fehler hervor-
rufen, der sich aus der Gleichung ; ;
dt== dd cot q sec d (q == parallaktischer Winkel) .
ergiebt. Da dd nur grofs werden kann für kleine Werthe von d, so wird für
große Werthe von dd der Werth von sec d nur wenig von 1 verschieden sein,
so dafs man in diesem Falle angenähert setzen kann ;
dt=— dd cot a.
Da der parallaktische Winkel, wenn das Gestirn im ersten Vertikal oder
in der Nähe desselben steht, seinen gröfsten Werth annimmt, und nur Höhen in
der Nähe des ersten Vertikals zur Zeitbestimmung verwandt werden, so ergiebt
sich, dafs auch hierdurch kein bedeutender Fehler im Stundenwinkel entsteht.
So findet man z. B., wenn man auf 60° Breite aus einer Höhe des Mondes,
dessen Abweichung 0, und dessen Azimuth bei der Beobachtung 60° sein möge,
die Zeit bestimmt, dafs der Fehler in der Zeit etwa 2,2 dd ist. Da dd selten
größer als !/2 Minute ist, so wird also in: diesem recht ungünstigen Falle die
when star, moon, or planet will transit, and make our observation, when the watch shows that time.
So long as the body is observed upon the meridian it is a matter of unimportant detail whether the
altitude is a maximum or not.“ .
1) Das Verfahren zur Bestimmung der Uhrzeit ist einfach und ist aus dem folgenden Bei-
spiel ersichtlich.
Am 16. November 1896 auf 60° 19‘ W-Lg will man eine Meridianhöhe des Mondes beob-
achten. Was zeigt das Chronometer zur Zeit der Kulmination, wenn der. Stand 5" 328 vor ist?
Meridian-Durchgang in Greenwich , . . .= 99h 7,5m
Ber.‘ £. Länge (Breusing, Tafel XXIV) . .= 7,0%
Mittlere Ortszeit der Kulmination .'. . . .= 9h14,5m
Länge in Zeit. 2... 0.0. 00... 1 ,= 4b 1,30
Mittlere Greenwicher Zeit der Kulmination . => 13l 15,8%
Stand, 2.000000 00 00547. == + 5,50
Chronometer-Zeit der Kulmination. . . . = 13h21,3
Ann, d. Hydr. etc., 1897, Hoft I,