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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

Beschreibung russischer Handelshäfen. am 'Asowschen Meer.‘ . 
3 
}., 
Güterverkehr. 
Jahr 
1888 
1889 
1890 
1891 
18392 
Auslands- 
ausfuhr 
8 436 470 
13 352 340 
9681 400 
6 669 490 
8 304 525 
Küstenschiffahrt 
Ausfuhr | Einfuhr‘ 
in Pud 
202 165 
207 402 
325 660 
491 923 
494 815 
1436 313 
2182 034 
1 604 403 
1957 921 
2 003 930 
Gesammter 
Güterverkehr 
10.074 948 
15 741 776 
11611 463 
9119 334 
10 803 270 
Güter aus dem Auslande sind nicht eingeführt. Von der Ausfuhr nach 
dem Auslande entfielen rund auf Weizen 70° o, auf Gerste 24%, auf Roggen 2,2%. 
Fast. ?4 der Ausfuhr geht nach England; Gegenstände des Küstenhandels sind 
hauptsächlich: 
für die Ausfuhr: Weizen, Fische und Ziegel, ; 
für die Einfuhr: Steinkohlen, Salz und landwirthschaftliche Geräthe. 
In den Jahren 1888 bis 1892 sind von Jeissk durchschnittlich jährlich 
22 Dampfer mit einer mittleren Ladefähigkeit von 980 Tonnen und 38 Segel- 
schiffe mit einer mittleren Ladefähigkeit von 230Tonnen nach dem Auslande 
gegangen. In derselben Zeit verkehrten iu‘dem Hafen durchschnittlich jährlich 
956 Küstenschiffe mit einer mittleren Ladefähigkeit von je 140 Tonnen. 
Der jetzige Zustand des Hafens entspricht den Verkehrsbedürfnissen nicht. 
Die Landestellen sind entfernt von den städtischen Getreideschuppen. Die 
Wassertiefe an den Landestellen beträgt nur 3 Fufs‘ (0,9 m), während 12 Fufßs 
(3,6 m) erforderlich sind. Ein Winterhafen fehlt.‘ Die Einfahrt vom Meere ver- 
ursacht wegen ihrer Enge und geringen Wassertiefe Schwierigkeiten. Die 
wünschenswerthen Aenderungen des Hafens bezwecken insbesondere: 
1. die Herstellung eines Hafengeländes in der Nähe der Landestellen; 
2. die Herstellung eines offenen 512 Faden (0,6 Sm) langen Seekanals, 
welcher am Ufer durch Molen geschützt wird. Die Einfahrt zwischen 
den Molen soll 40 Faden (84 m) weit sein.” Das’ durch die Molen 
gebildete Becken würde für den gesammten Verkehr und als Winter- 
hafen dienen. 
4. Der Hafen. von ‚Temrjuk. 2. 00 0040 
(Temruk der Brit, Adm.-Karte No, 2234, "Fit. V,: No. 485) 0 00 en € 
Die Kreisstadt Temrjuk des Kuban-Gebietes liegt am‘ Anfange des’Kubän- 
Deltas auf einer schmalen Landzunge der Südseite des Asowschen Meeres etwa 
31/2 Sm von demselben entfernt unter 45° 17‘ 4“ N-Br und 7° 2‘ 12“ O-Lg von 
Pulkowo (37° 21‘ 52,5" O-Lg v. Gr.)., 
Das von dem Unterlaufe des Kuban durchzogene Gelände ist eine sumpfige 
Niederung, welche sich nördlich bis zum Ufer des Asowschen Meeres und westlich 
bis zu dem breiten Achtanisow-Limane ersteckt, Die: bedeutende Grundfläche 
wird von zahlreichen, miteinander zusammenhängenden Limanen (Flufsläufen 
bezw. Mündungsdelta) durchschnitten. Die wasserfreien Stellen sind mit Schilf 
und Gebüsch dicht bewachsen.‘ Die Niederung ist. für Getreidebau nur wenig 
verwerthet und eine Brutstätte der Heuschrecken, welche. im Sommer‘ die Felder 
der Taman-Halbinsel und des Kuban-Gebietes überfallen. ; 
Die Stadt Temrjuk wird auf 15000 Einwohner ‚geschätzt. Dieselbe.hat 
zwei Telegraphenlinien, eine über Taman gehende russische und die indisch- 
europäische. Die‘ Bewohner: beschäftigen sich vorzugsweise mit Garten- und 
Weinbau. In der Stadt befinden sich einige Getreideschuppen, welche etwa 
80 000 Tschetwert aufnehmen können. Seitens der Stadtverwaltung sind in dem 
Kuban ‚vier Landestellen angelegt. ‘ Grofse Schiffe ankern auf der 17 bis. 18 Fufs 
{5,1 bis‘ 54 m) ‚tiefen, -1!/2-Sm vom Ufer entfernten‘ Rhede. . Die Schiffahrt ist im 
Allgemeinen zwischen Dezember und Februar geschlossen... ”
	        
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