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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

398 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1897. 
Um den äußeren Abfall des Atolls festzustellen, wurden verschiedentlich vom 
Aufsenriff aus Lothungen gemacht. Die Bohrversuche des Professors Sollas auf 
Funafuti, welche die Ergründung des Baues der Korallenatolle zum Zweck hatten, 
mufsten aufgegeben werden, da man bei 100‘ und 70‘ (30 bis 21 m) Tiefe auf 
Fliefssand und Geschiebsel stielßs, welches man mit dem vorhandenen Bohrgeräth 
nicht überwinden konnte. 
Die Insel Rotumah und ihre Nachbarinseln wurden vermessen und eine 
Skizze des Aukerplatzes angefertigt. 
Die Nordküste von Viti Levu, Fidshi-Inseln, mit ihren ausgedehnten 
Seeriffen wurde zwischen der Spitze Nakorokoro und der Insel Mathuata ver- 
messen. 
Auf den erforderlichen Reisen und beim Suchen nach gemeldeten Gefahren 
wurden im Südwesten des Stillen Oceans Tiefseelothungen in grofser Zahl 
vorgenommen. Verschiedene der gemeldeten Bänke wurden als nicht vorhanden 
Jestgestellt, während andere gefunden und abgelothet und eine neue Bank ent- 
deckt wurde. 
Magnetische Beobachtungen wurden auf Funafuti (Ellice- Gruppe), 
Levuka (Fidshi) und in Cairns (Queensland) gemacht. 
e. Indien. 
Die Arbeiten wurden an der Sindküste begonnen und zwischen den 
Buchten von Kori und Godia die Aufnahme der Küstenlinie und die Auslothung 
bis 20 Sm von Land beendet, 
Der östliche Theil des Hafens von Bombay wurde vermessen im Mafs- 
stab von 2” auf 1 Sm und grofse Pläne des Zuganges zum Regierungsdock 
aufgenommen, 
Im Mafsstab von 1“ auf 1 Sm wurde das Nordostende der Grossen 
Andamanen-Insel vermessen und Port Corwallis im Mafsstab von 3“ auf 1 Sm. 
Trotz des grofsen Umfanges dieser Vermessungsarbeiten der englischen 
Kriegsflotte und trotzdem an vielen Theilen der Welt Vermessungsfahrzeuge 
aller Nationen dauernd an der‘ Aufnahme noch nicht vermessener Küsten etc. 
arbeiten — Deutschland ist mit S. M. S. „Möwe“ im Bismarck-Archipel und 
in Kaiser Wilhelmsland, ferner in Kamerun und in den deutschen Gewässern be- 
Iheiligt — schreiten die Anforderungen der jetzigen Dampfschiffahrt schneller 
vorwärts, als ihnen die Vermessungsarbeiten zu folgen vermögen. Fortwährend 
laufen Berichte über neu entdeckte Gefahren ein, und im Jahre 1896 wurden 
allein 209 derselben durch die „Notices to mariners“ bekannt gegeben. — 
Den Umfang der kartographischen Arbeiten des „Hydrographic Office“ 
mögen folgende, für 1896 gültige Zahlen veranschaulichen: 
87 neue Karten und Pläne wurden herausgegeben, 
20 Platten wurden durch Hinzufügung von 25 neuen Plänen verbessert, 
1331 Verbesserungen überhaupt sind auf den Platten der vorhandenen 
Karten ausgeführt worden, 
344 118 Karten wurden gedruckt, um den Bedarf der Kriegsflotte, der 
Regierungs- und sonstigen Behörden und der seefahrenden Kreise 
zu decken. Meufs. 
Beschreibung russischer Handelshäfen am Asowschen Meer. 
Nach amtlichen Berichten. 
l. Der Hafen von Kertsch, 
Die Stadt Kertsch liegt am Ostufer der Krim unter 43° 20' 3“ N-Br und 
6° 8‘ 45“ O-Lg von Pulkowo (36° 28’ 25,5” O-Lg v. Gr.) an der Meerenge, welche 
das Schwarze Meer mit dem Asowschen Meere verbindet. Die Stadt umfaßt 
etwa 21 000 Dessjätinen!) und hatte 1892 etwa 32000 Einwohner. Gileichzeitig 
‘) Den russischen Mafsen entsprechen folgende deutsche: 1 Dessjätine = 1,09 ha; 1 Tschetwert 
= 92.1hl; 1 Faden = 7 Fufs engl. = 2.1m; 1 Fufs engl. = 0,3 m; 1 Pud = 16,4 kg; 1 Last 
-— 920254/9 kg also rund 2t; 1 Werst = 1066,7 m.
	        
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