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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

Schott: Die Nebel der Neufundland-Bänke. 
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die ganz neuerdings!) von den wichtigsten transatlantischen Dampfschiffahrts- 
gesellschaften getroffene Vereinbarung, künftig 49° W-Lg in 41° 0‘ N-Br auf der 
Fahrt nach Westen, in 40° 10‘ N-Br auf der Fahrt nach Osten kreuzen zu lassen, 
mit‘ größter Befriedigung zu begrüßen. Diese neuesten Kurse sind wirklich so 
gut wie frei von der Kis- und Nebelgefahr, unter normalen Verhältnissen natürlich. 
II. Die in der eisarmen Zeit eingehaltenen Reisewege gelten von Mitte 
Juli bis Mitte Januar; sie führen nicht südwärts von der Bank vorbei, sondern 
mitten und quer über die Bank, 49° W-Lg wird in rund 45° bis 46° N-Br ge- 
schnitten. Wir sehen aber aus den Nebelkarten, dafs im Juli und August gerade 
im südlichen und östlichen Theil der Bank Nebel ungemein häufig ist, so dafs 
deshalb von diesem Gesichtspunkte aus die Beibehaltung der ganz im Süden von 
der Bank verlaufenden Route bis‘ Ende August empfehlenswerth erscheint, umso- 
mehr, als’ auch im August noch in manchen Jahren viel Eis weit südlich an- 
getroffen ‘wird, dessen Gefährlichkeit durch den gerade jetzt sehr häufigen Nebel 
ungemein gesteigert wird. . 
Auf den beigehefteten zwölf Kärtchen sind absichtlich die 
Kurse in der Art und zeitlichen Ausdehnung eingetragen worden, 
wie sie augenblicklich (Sommer 1897) üblich sind. Gerade dadurch 
dürfte die Nützlichkeit des Vorschlages deutlich werden, künftig den Wendepunkt 
für die Aenderung der Routen vom 15. Juli auf den 31. August zu verlegen, 
um nicht blofs der Eisgefahr, sondern auch der Nebelgefahr in einer nach 
menschlichem Ermessen ausreichenden Weise zu entgehen, 
Andererseits brauchte, . da im Januar, Februar und März das Nebelvor- 
kommen relativ sehr selten ist und zugleich die mittlere Treibeisgrenze in diesen 
Monaten noch nördlich von 42° N-Br verläuft, der oben erwähnte neueste Kurs 
der Eissaison (49° W-Lg in 41° 0’ N-Br bezw. 40° 10‘ N-Br) erst von Ende März 
an verfolgt zu werden. Was hier also zur praktischen Prüfung den betheiligten 
Kreisen vorgeschlagen wird, kann in folgende Sätze zusammengefafst werden: 
ad 1. Von Mitte Januar bis Ende März schneide man 49° W-Lg 
westwärts bestimmt auf 42° N-Br, ostwärts bestimmt auf 41° 10‘ N-Br. 
(Rücksicht auf Eisgefahr.) 
ad 2. Von Anfang April bis. Ende August schneide man 49° W-Lg 
westwärts bestimmt auf 41° N-Br, ostwärts bestimmt auf 40° 10‘ N-Br. 
(Rücksicht auf Nebelgefahr und Eisgefahr.) ; 
ad 3. Von Anfang September bis Mitte Januar schneide man 
49° W-Lg westwärts bestimmt auf 46° N-Br, ostwärts bestimmt auf 
45° 10‘ N-Br. 
Nach Punkt 1 wird also sogar ein etwas nördlicherer Kurs gestattet als 
der neuerdings vereinbarte; nach Punkt 2 wird die Befolgung der südlichen 
Route für weitere 1!/» Monate empfohlen: dies sind die einzigen, in den oben- 
stehenden Sätzen enthaltenen Aenderungen. 
Es sei schliefslich der Wunsch ausgesprochen, dafs die Nebelkarten, auch 
abgesehen von.der allgemeinen Frage der Dampferwege, sich im einzelnen Falle 
an Bord in der oben Seite 392 ausgesprochenen Art und Weise nützlich er- 
weisen mögen. 
Hamburg, im August 1897, 
Deutsche Seewarte. 
Dr. Gerhard Schott. 
Zur geographischen Vertheilung der Stürme im westlichen Theile 
des Südatlantischen Ozeans. 
Auf Seite 61 dieses Jahrganges der „Annalen“ findet Herr Knipping 
„+. .dafß in der La Plata-Zone, 30° bis 40° S-Br, die Nachbarschaft der Küste 
innerhalb 500 Sm sturmreicher ist als das weiter abliegende Gebiet der Heim- 
segler. Diese Folgerung stimmt nicht überein mit der Darstellung nach Andrau 
. 1). S. „Nautical Magazine“ 1897, Juniheft, und „Pilot Chart of the North Atlantic Ocean“, 
Juni 1897, . ; 
Ann. d, Hydr. etc... 1897. Heft IX.
	        
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