Kamerun — Loanda — Mossamedes und Swakopmund — Port. Nolloth — Kapstadt, 371
während des Tages klar, so dafs stets ein observirtes Besteck zu bekommen
war. Beobachteten Strom siehe vorstehende Tabelle. .
5... Port Nolloth — Kapstadt: - nn
N Am 17. 7"p wurde die Rhede von Port Nolloth verlassen und in einem
Abstande von etwa 15 Sm an der Küste südwärts gesteuert. Am 18. 10" p kam
bei hellem Mondschein in einem Abstande von 9 Sm Kap Columbine in Sicht.
1" a am 19. wurde das Feuer von Dassen-Insel in einem Abstande. von etwa 25 Sm
gesichtet, Um 8" 20" a an demselben Tage fiel dann der Anker in der Tafel-Bucht,
Ankerpeilung: Lions Rump W’/sN, Deviles Peak SzW%/4W auf 9 m Wasser.
Der Wind wehte bis zum Morgen ‘des 19. aus Nord, Stärke 3 bis 1. Das
Weiter war trübe bis zum 18, abends, klarte dann auf; gleich darauf trat dicker
Nebel ein, der bis gegen 9 Uhr anhielt und dann einer sehr klaren Nacht bei
hellem Mondschein Platz machte. We
Beobachteten Strom siehe vorstehende Tabelle.
Witterungsverhältnisse in Samoa.
Bericht S. M. S. „Bussard“, Kommandant Korv.-Kapt. WINKLER. ‘April 1897,
. Das ganze Wetter trug den Charakter der schlechten Jahreszeit, der Passat
wehte‘ nur in den ersten Tagen nach Ankunft S. M. 8. „Bussard“, 14. bis 18, April,
äber auch noch nicht regelmäßig, dann traten leichte umlaufende mördliche Winde
ein mit bewölktem Hiinmel und regnerischem Wetter. ,
. Am 24. April kam plötzlich mittags Nordwestwind auf, der rasch zunahm
ünd stürmisch wurde; das Barometer fiel jedoch nicht übermäßig, erreichte seinen
niedrigsten Stand nachmittags‘ mit 758,8 mm und stieg dann wieder,
5. M. S. „Bussard“ verließs den Ankerplatz von Mataatu auf Savaili des
schlechten Wetters wegen, besonders auch. wegen des auf dieser nach Norden
ganz offenen Rhede schnell aufkommenden sehr hohen Seeganges, und dampfte
mit langsamer Fahrt nördlich; das Wetter wurde mit der Entfernung von den
Inseln besser, der Wind wurde schwächer, der Himmel sternenklar. 7
Als am Morgen des 25. umgedreht und wieder auf die Inseln zugesteuert
wurde, würde das Wetter mit der Annäherung an Land wieder erheblich
schlechter. !) . ;
. Mit Insichtkommen der Insel Savali wurde festgestellt, dafs S. M. S. „Bussard“
während der Nacht etwa 20 Sm östlich gesetzt worden war. ;
Der Nordweststurm nahm im Laufe des Tages zu und erreiclite seinen
Höhepunkt am Abend und in der Nacht des 25. mit Böen von Windstärke 10:
Die Böen waren von heftigem Regengufs begleitet. In Apia trieb während des
Sturmes eine Bark gegen das Hafenriff und erlitt so erhebliche Beschädigungen
am Schiffsrumpf unter Wasser, dafs sie kondemnirt werden mufste.
S; M. S. „Bussard“ hatte in Saluafata mit zwei Ankern und langer Kette
aine gesicherte Lage... An Land sind mehrere Samoa - Häuser und eine Anzahl
Bäume. umgeweht worden. Das Barometer war verhältnifsmäßfßsig hoch, es er-
reichte seinen tiefsten Stand am 24. 758,8 mm 2* p, den 25. 4" p mit 759,0 mm ünd
stieg dann wieder, war am Abend und während der Nacht immer über 760 mm:
Dieser hohe Barometerstand sowie der ganze Charakter des Wetters mit
Stofsartigen Böen und überaus heftigen Niederschlägen sowie das entschiedene
Aüufklaren mit: der Entfernung von den Inseln nach Norden Zu sind dieselben
Symptome, welche von S. M. S, „Bussard“ im Dezember 1892 beobachtet worden
sind (Annalen 1893, Seite 271. D. Red.) und legen die Annahme nahe, dafs ‘die
Nordküste der Samoa - Inseln an derjenigen Grenze eines im Süden von Upolu
Sich bildenden Sturmes lagen, wo die oben von innen nach aufsen äbströmenden
Luftmassen einen das eigentliche Sturmfeld umgebenden Gürtel hohen Druckes
1 Vol. diese Annalen 1893, S. 271, Absatz 4; D. Red.