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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

365 Annalen der Hydrographie und Maritimen‘ Meteorologie, August 1897. 
2. an der ganzen Küste, der 3. an der mittleren und östlichen Ostsee, der 8, 
und 9. an der Nordsee, der 10. bis 13. aufser an der preufsischen Küste, der 14., 
18. und 19. an der Nordsee, der 24. aufser an der holsteinschen Küste, der 28, 
an der westlichen und mittleren Ostsee, der 29. außer an der preufsischen 
Küste, der 30. an der Nordsee und westlichen Ostsee und der 31. an der Nord- 
see. Sehr ergiebige (in 24 Stunden 20 mm übersteigende) Niederschläge fielen 
am 15. in Hela (51), am 16, in Wustrow (22), Darsserort (23), Wittower Post- 
haus (23) und Arkona (26), am 17. in Pillau (54), am 1®, in Wustrow (23), 
Ahlbeck (38) und Swinemünde (31), am 22, in Borkum (23), Norderney (24), 
Cuxhaven (29), Süderhöft (26), Tönning (24) und Keitum (28), am 26. in 
Wangeroog (21), auf Helgoland (22), in Hela (21) und Brüsterort (31), am 27. 
in Wangeroog (32), Flensburg (21) und Leba (44), am 30. in Wittower Post- 
haus (21) und am 381. in Travemünde (24 mm). Ausgebreitete Gewitter fanden 
am 7. ostwärts bis zur pommerschen Küste, am 15. an der östlichen Ostsee, am 
21. und 22. an der mittleren Ostsee, am 25. bis 27. an der ganzen Küste und 
am 28. an der ganzen Nordsee statt. Ausgedehnter Nebel herrschte am 18. an 
der westlichen und mittleren Ostsee, am 25. an der Nordsee und am 31. an der 
mittleren Ostsee. 
Die dreimal täglich beobachteten Windrichtungen waren im Allgemeinen 
ziemlich gleichmäfsig auf die Windrose vertheilt, nur in Borkum traten West- 
winde, in Keitum und Hamburg Nordwestwinde durch gröfsere Häufigkeit hervor. 
Ein am Morgen des 1. über dem Ozean im Westen liegendes, über die 
Britischen Inseln reichendes Hochdruckgebiet sollte keinen weiteren Einflufs auf 
die Witterung Europas gewinnen, da eine am 2. im Nordwesten herannahende 
Depression das Maximum südwärts drängte und, ostwärts nach Skandinavien 
fortschreitend, ihren Einflufs bald bis zur Mitte des Kontinents ausdehnte. Bis 
zum 9., im Osten bis zum 10., lag die Küste dann im Bereich von Depressionen, 
die im Norden über Skandinavien fortschritten und, wie oben angegeben, mehr- 
fach stürmische Winde aus westlichen Richtungen hervorriefen. 
Dann trat eine Besserung des Wetters ein, als am 10. bis 12. der Kern 
eines ausgedehnten Hochdruckgebietes von Südwesten her über die Britischen 
Inseln hinaus nach dem Norwegischen Meere schritt und hoher Druck zunächst die 
West-, dann die Nordwesthälfte Europas bedeckte, wobei die Winde von Nord- 
west über Nord nach Nordost umgingen. 
Regnerische Witterung nahte nun der Küste von Osten her. Am 13. und 
14. breitete sich eine über dem Osten von Kontinentaleuropa liegende Depression 
langsam westwärts über den Kontinent aus, so dafs schon am 13. an der 
preufsischen Küste, am 14. an der ganzen Ostseeküste wieder Regen eintrat. 
Vom 15. bis 22. blieb die Küste nun unter dem KEinflußs von kleinen 
Theilminima, die, von Osten und Südosten kommend, westwärts längs der Küste, 
mit niedrigstem Druck theils nördlich, theils südlich derselben gelegen, theil- 
weise bis nach Jütland fortschritten und bei meist leicht veränderlichen 
Winden viel Regen, zumal für die Ostseeküste, im Gefolge hatten. 
Fortdauer der Regenfälle bedingte ein am 23. von der Nordsee über 
Jütland und Mecklenburg nach Ostpreußen schreitendes Minimum, das an der 
Nordsee von stürmischen Winden begleitet war, doch brachte ein von Südwesten 
her in den Kontinent vordringendes Hochdruckgebiet am 24. vorwiegend trockenes 
Wetter. Ein im Nordwesten über dem Ozean nordostwärts vorüberschreitendes 
Minimum verursachte am 25, bis 27, bei hohem Druck über Südwesteuropa 
wieder regnerische Witterung. 
Während dann bis Monatsschlufs der hohe Luftdruck von Westen her 
über der Westhälfte des Kontinents ausgebreitet blieb und der Kern höchsten 
Druckes sich dabei von der Biscaya-See nach den Britischen Inseln verlegte, 
gelangte wiederum im Osten über der Osthälfte des Kontinents eine Depression 
zur Entwicklung, die in Südosteuropa von sehr starken Regenfällen begleitet 
war und bei ihrer west- und nordwärts gerichteten Ausbreitung regnerische 
Witterung auch an der Ostsee bedingte, während die Nordseeküste an diesen 
letzten Tagen meist trockenes Wetter hatte. 
HR 
A 
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Königliche Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei 
Berlin SW, Kochstrafse 68—71.
	        
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