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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1897, 
nach dem Verlaufe eines Jahres ein nahezu konstanter Charakter im magnetischen 
Zustande eingetreten ist, und jedenfalls die Aenderungen äufserst langsam und 
in ganz regelmäfsiger Weise erfolgen. Bei schlechter aufgestellten Kompassen 
tritt, wie die Erfahrung gezeigt hat, eine solche Regelmäfsigkeit. der Aenderung 
der Deviation, die es ermöglicht, dieselbe mit Hülfe von verhältnifsmäfßig ein- 
fachen Formeln mit einer für die Praxis ausreichenden Genauigkeit darzustellen, 
nie eiv, da dann die Bedingungen fehlen, unter welchen die Induktionskoeffieienten 
ihre Gültigkeit haben. 
Für den sehr gut aufgestellten Regelkompafs der „P’hoenicia“ dürften für 
die nächste Zeit die Formeln 
B — —4,0° tang J + 5,7° vp 0 = —3,1° u +0,67 sec J sin %, D— +14 
zur Berechnung der Deviation für die Navigirung des Schiffes auf den Reisen 
zwischen Europa und New York von Nutzen sein, falls direkte Beobachtungen 
für einige Zeit fehlen sollten. 
Astronomische Ortsbestimmung durch Mondhöhen. 
Von Dr. 0. FuLsT in Bremen. 
Während man früher fast ausschliefslich in der nautischen Praxis die 
Sonne ‚zur astronomischen Bestimmung des Schiffsortes benutzte, hat man in 
neuerer Zeit auch angefangen, sich der Fixsterne und Planeten zu diesem Zwecke 
zu bedienen. Zwar hatten die Lehrbücher der Navigation schon seit Langem 
die Vortheile dieser Art der Ortsbestimmung hervorgehoben, doch verhielt man 
sich in der Praxis im Allgemeinen noch lange ablehnend dagegen, weil man an- 
nahm, dafs sich Sternhöhen auf See nicht mit genügender Schärfe beobachten 
liefsen. . Wenn diese Annahme für die in finsterer Nacht beobachteten Sternhöhen 
auch unzweifelhaft richtig ist, so ist doch längst erkannt, dafs während der 
Dämmerung die Fehler der Beobachtung, wenn auch größer als bei der Sonne, 
so doch keineswegs so grofs sind, dafs sie für eine Ortsbestimmung unbrauchbar 
wären. Leider ist diese Thatsache auch heutzutage noch vielen Schiffsoffizieren 
anbekannt. Auf einer erstaunlich grofsen Anzahl von Schiffen wird auch heute 
noch, wie früher, ausschließlich die Sonne zu astronomischen Urtsbestimmungen 
benutzt, selbst dann, wenn die Resultate, wie es im Winter auf hohen Breiten 
anvermeidlich ist, höchst unzuverlässig sein müssen, während man mit Hülfe von 
Sternbeobachtungen noch vorzügliche Resultate erzielen könnte. Ja, wie viele 
Schiffsoffiziere giebt es auch heute wohl noch, die sich die Frage nach der Zu- 
verlässigkeit der aus einer Beobachtung hergeleiteten Resultate nicht zu beant- 
worten vermögen, die kritiklos morgens gegen 8 Uhr eine Sonnenhöhe zum Zweck 
der Längenbestimmung, mittags eine Sonnenhöhe zum Zweck der Breitenbestimmung 
beobachten und damit voll ihre Pflicht gethan zu haben glauben! Und doch ist 
gerade die Ueberlegung, wann man eine Beobachtung anzustellen hat und mit 
welcher Unsicherheit man bei der aus einer Beobachtung hergeleiteten Breite 
oder Länge des Schiffsortes zu rechnen hat, von hervorragender Bedeutung, die 
hei jeder Beobachtung angestellt werden sollte, weil sie den Seemann davor 
bewahrt, sich in trügerische Sicherheit einzuwiegen. Diesem Punkte sollte auch 
der Unterricht in den Navigationsschulen noch mehr Rechnung tragen als bisher. 
Hier sollte neben der Einübung der Methoden der Schwerpunkt des Unterrichts 
liegen. 
Glücklicherweise ist diese naive, schablonenmäfsige Ortsbestimmung auf 
See heute nicht mehr die allgemeine Regel. Den Anstofs zu dieser Wendung 
zum Bessern hat die Praxis selber gegeben. In erster Linie waren es die An- 
forderungen der Dampferfahrt, die gebieterisch eine häufigere und genauere Orts- 
bestimmung verlangten, wenn bei der grofsen Schnelligkeit unserer modernen 
Dampfer und dem damit verbundenen leidigen Wettkampfe um schnelle Reisen 
eine sichere Navigirung ermöglicht werden sollte.
	        
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