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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Angust 1897. 
Notizen. 
—_ 1. Die Wolkenbilder des Washingtoner Hydrographischen 
Amtes. Die auf Seite 255 dieses Jahrganges hesprochenen Wolkenbilder sind, 
anfser in der Form einer grofsen Tafel, auch noch als handlicher kleiner Atlas 
im Format von 14 X 24 cm erschienen und in Ledereinband zu 1 Dollar käuflich. 
Der Titel dieser Publiktion lautet: „No, 112 Hydr. Office. Ilustrative Cloud 
Forms for the guidance of observers in the classification of clouds“, Außer den 
12 Bildern der Wolkentafel enthält der Atlas noch vier weitere, die Mammato- 
Cumulus, Fracto-Nimbus und andere Formen des Cumulus und Strato-Cumulus 
darstellen. Von diesen ist die Cumulus-Bank vortrefflich, der S-Cu dürfte aber 
gegen die Definition etwas zu drohend und gewitterhaft geworden sein, wenn 
auch als Bild ausgezeichnet. 
Jedem Bilde ist ein kurzer Text beigegeben. 
In der vorliegenden Form läfst die Publikation kaum etwas zu wünschen 
übrig und ist sicher als erfreulicher Fortschritt zu begrüfsen. Bei der Ausführung 
haben Kapt. Sigsbee und Maler Cronau, wie aus dem Vorwort ersichtlich, den 
Rath einerseits eines hervorragenden Lithographen, andererseits der bekannten 
Wolkenforscher Herren Rotch und Clayton ständig benutzen können. 
W. K. 
2, Nach einem Bericht des Kaiserlich deutschen Konsulats für die Regent- 
schaft Tunis hat der kürzlich eröffnete Hafen von Sfax ein Bassin von 10 ha 
mit einer Tiefe von 6,5 m. In dies Bassin führt von See her ein 1800 m langer 
Kanal von 6,5 m Tiefe. Der Unterschied zwischen dem niedrigsten und höchsten 
Wasserstande beträgt 1,5 bis 2,6 m. 
3. Mit der Erfindung Marconis, der elektrischen Telegraphie 
ohne Draht, sind im Juli d. J. bei Spezzia seitens der Versuchskommission 
der Königlich italienischen Flotte im Beisein des Erfinders Versuche vorgenommen 
worden, deren Verlauf von A. Pouchain im August—Septemberheft der „Revista 
Marittima“ geschildert ist. Bei dem grofsen Interesse, welche diese Erfindung 
für die Seeschiffahrt bietet als Mittel zur Verständigung von Land zum Schiff 
und vielleicht auch von Schiff zu Schiff, glauben wir, unseren Lesern kurz die 
Ergebnisse der Versuche mittheilen zu sollen. 
Die Versuche wurden so ausgeführt, dafs der Aufgeber und zur Kontrole 
ein Empfänger an Land aufgestellt war, während sich ein zweiter Empfänger 
an Bord eines Schiffes befand. Bei einem Versuch war das Schiff zu Anker, 
bei den anderen vier dampfte es von der Landstation fort oder auf diese zu. 
Die Ergebnisse waren: 
i. Unter günstigen atmosphärischen Verhältnissen, wozu namentlich Ab- 
wesenheit von elektrischer Spannung der Luft gehört, gelang die Aufnahme von 
Depeschen von Land auf dem Schiff in Fahrt bis auf 8,9 Sın Entfernung gut, 
2. Das Vorhandensein elektrischer Spannung in der freien Atmosphäre 
machte die Verständigung mit dem Marconischen Apparate unmöglich 
3. Auch bei klarer Luft und Fehlen elektriscber Spannung in der freien 
Atmosphäre hoben Berge, Inseln, Landvorsprünge, welche sich zwischen die 
Landstation und das Schiff schoben, die Uebermittelung gänzlich auf. 
4. Auch wenn die zu 2 und 3 erwähnten Hindernisse fehlten, wurde die 
Entfernung, auf welche die Uebermittelung eintritt, und die Klarheit derselben 
wesentlich verkürzt, wenn die Masten, Schornsteine u. dergl. des Schiffes sich 
in der Verbindungslinie Aufgeber — Empfänger befanden, z. B. also, wenn der 
Apparat achtern auf dem Schiff angebracht ist und dieses direkt auf die Land- 
station zudampft. 
Die Apparate selbst zeigten noch mehrfache Unvollkommenheiten, die 
sich hoffentlich werden beseitigen lassen, was in Anbetracht der praktischen 
Verwerthbarkeit der Erfindung sehr zu wünschen ist, M.
	        
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