Koldewey: Aenderung der Deviation des Regelkompasses der „Phoenicia“. 2"
J
ı = — 0,002.
— — 0,025
= +0,009
: + 0,009
es hat demnach noch vom Mittel der ersten Gruppe bis zum Mittel .der zweiten
Gruppe, d. h. im.Laufe von etwa einem Jahre, in der Querschiffskomponente. des
permanenten Magnetismus eine Aenderung von 0,023 == 1,4° stattgefunden. Aus
der Gleichheit der Werthe von v‘/A für beide Gruppen von Gleichungen läßt
sich schließen, dafs der Kurskoefficient genau genug bestimmt ist,.um damit
nunmehr die einzelnen Werthe von Q/i für jede einzelne Beobachtung berechnen
zu können nach der Formel:
e_ CE — 7 see Fein &
Die einzelnen so berechneten Werthe sind in derselben Weise. . und in
demselben Mafsstabe in Tafel 2 aufgetragen und nach dem Augenmalse eine
Kurve hindurchgezogen, welche die Art der Abnahme des permanenten Magnetismus
des Schiffes in der Querschiffskomponente darstellt. Die Kurve hat viele Aehn-
lichkeit mit der für die Längsschiffskomponente gefundenen, wenn auch die Ab-
nahme in den ersten Reisen nicht so rasch erfolgt und auch im Ganzen von
geringerem Betrage ist als bei P/A4. Es hängt dies offenbar mit dem Baukurse
(Süd) und der. diesem nach dem Stapellaufe während der längsten. Zeit, vom
4. November bis 23, Dezember, entsprechenden Lage des Schiffes (ebenfalls Süd)
zusammen, bei welcher Lage der magnetische Meridian mit der Längsschiffslinie
zusammenfiel. Bei der Querschiffskomponente beträgt die Abnahme in den ersten
beiden Reisen nach der Kurve 0,089 — 5,1°, in den nächsten sechs Reisen
0,070 — 4,0° und in den letzten sechs Reisen nur noch 0,015 = 0,9°.
P/}). kann demnach jetzt als nahezu konstant angesehen werden und dürfte
(für die nächste Zeit der Koeffiicent © mit einer für die Praxis ausreichenden
Genauigkeit dargestellt werden durch die Formel: i
, an 1 ©
C = — 0,035 X + 0,009 sec J sin €
oder in Graden ausgedrückt
1
C = —2,0° = + 0,6° see J sin
. Vergleicht man die die Abnahme von Q/4 darstellende Kurve mit den
direkten‘ Beobachtungen, bezw. den aus den Beobachtungen abgeleiteten Werthen,
so ergeben sich in Einheiten der dritten Decimale die folgenden Abweichungen
im Sinne Beobachtung -— Kurve ;
— 19, — 37, — 7, +43, +85, +74, +58, +54, — 12, — 5%, +8, —17,
— 40, +12, 0, 0, — 36, — 29, +14, +36, +5, +16, — 4, — 15, +2,
16 — 17.35 411.456. — 20. E20. — 31 — 14. 131 — 14. +12.
‚Diese Abweichungen sind im Mittel gröfser als die bei P/A gefundenen und
gehen in den ersten beiden Reisen über die Grenzen der Beobachtungsfehler
hinaus; der mittlere Fehler beträgt nämlich hier -+ 0,041 == 2,3°. Es ist dies
ein Beweis dafür, ‚dafs die Aenderung im Anfange nicht in regelmäßiger Weise
erfolgt ist, eine Erscheinung, wie sie meistens bei neuen Schiffen beobachtet
wird, namentlich dann, wenn die Schiffe nach deın Stapellaufe eine Zeit lang ‚auf
östlichem oder westlichem Kurse liegen und wenn dieser Kurs, wie.in dem Yor-
liegenden Falle, rechtwinklig gegen den Baukurs gerichtet ist. Es ist dies. eine
Folge des remanenten Magnetismus, der in der Querschiffskomponente sich‘ immer
mehr geltend macht als in der Längsschiffskomponente. In den späteren Reisen
zeigt sich der Verlauf regelmäfsiger; der mittlere Fehler beträgt nur..noch
+ 0,021 = 1,2°, geht also nicht über die Grenzen der möglichen Beobachtungsfehler
hinaus. wenn man berücksichtigt, dafs bei der Bestimmung des Koeffcienten:C
aus Beobachtungen auf See durch die Unmöglichkeit, den. Betrag des Krängungs-
(ehlers genau zu kennen, ‚hierdurch leicht ein Fehler bis zu einem. Grad, und
darüber entstehen kann. nam ag ae ae PU
Aus der vorliegenden Diskussion geht hervor, dafs, so..grofs die Aenderungen
in der Deviation des Regelkompasses der „Phoenicia“ anfangs gewesen..sind, doch