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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

Koldewey: Aenderung der Deviation des Regelkompasses der „Phoenicia“. 2" 
J 
ı = — 0,002. 
— — 0,025 
= +0,009 
: + 0,009 
es hat demnach noch vom Mittel der ersten Gruppe bis zum Mittel .der zweiten 
Gruppe, d. h. im.Laufe von etwa einem Jahre, in der Querschiffskomponente. des 
permanenten Magnetismus eine Aenderung von 0,023 == 1,4° stattgefunden. Aus 
der Gleichheit der Werthe von v‘/A für beide Gruppen von Gleichungen läßt 
sich schließen, dafs der Kurskoefficient genau genug bestimmt ist,.um damit 
nunmehr die einzelnen Werthe von Q/i für jede einzelne Beobachtung berechnen 
zu können nach der Formel: 
e_ CE — 7 see Fein & 
Die einzelnen so berechneten Werthe sind in derselben Weise. . und in 
demselben Mafsstabe in Tafel 2 aufgetragen und nach dem Augenmalse eine 
Kurve hindurchgezogen, welche die Art der Abnahme des permanenten Magnetismus 
des Schiffes in der Querschiffskomponente darstellt. Die Kurve hat viele Aehn- 
lichkeit mit der für die Längsschiffskomponente gefundenen, wenn auch die Ab- 
nahme in den ersten Reisen nicht so rasch erfolgt und auch im Ganzen von 
geringerem Betrage ist als bei P/A4. Es hängt dies offenbar mit dem Baukurse 
(Süd) und der. diesem nach dem Stapellaufe während der längsten. Zeit, vom 
4. November bis 23, Dezember, entsprechenden Lage des Schiffes (ebenfalls Süd) 
zusammen, bei welcher Lage der magnetische Meridian mit der Längsschiffslinie 
zusammenfiel. Bei der Querschiffskomponente beträgt die Abnahme in den ersten 
beiden Reisen nach der Kurve 0,089 — 5,1°, in den nächsten sechs Reisen 
0,070 — 4,0° und in den letzten sechs Reisen nur noch 0,015 = 0,9°. 
P/}). kann demnach jetzt als nahezu konstant angesehen werden und dürfte 
(für die nächste Zeit der Koeffiicent © mit einer für die Praxis ausreichenden 
Genauigkeit dargestellt werden durch die Formel: i 
, an 1 © 
C = — 0,035 X + 0,009 sec J sin € 
oder in Graden ausgedrückt 
1 
C = —2,0° = + 0,6° see J sin 
. Vergleicht man die die Abnahme von Q/4 darstellende Kurve mit den 
direkten‘ Beobachtungen, bezw. den aus den Beobachtungen abgeleiteten Werthen, 
so ergeben sich in Einheiten der dritten Decimale die folgenden Abweichungen 
im Sinne Beobachtung -— Kurve ; 
— 19, — 37, — 7, +43, +85, +74, +58, +54, — 12, — 5%, +8, —17, 
— 40, +12, 0, 0, — 36, — 29, +14, +36, +5, +16, — 4, — 15, +2, 
16 — 17.35 411.456. — 20. E20. — 31 — 14. 131 — 14. +12. 
‚Diese Abweichungen sind im Mittel gröfser als die bei P/A gefundenen und 
gehen in den ersten beiden Reisen über die Grenzen der Beobachtungsfehler 
hinaus; der mittlere Fehler beträgt nämlich hier -+ 0,041 == 2,3°. Es ist dies 
ein Beweis dafür, ‚dafs die Aenderung im Anfange nicht in regelmäßiger Weise 
erfolgt ist, eine Erscheinung, wie sie meistens bei neuen Schiffen beobachtet 
wird, namentlich dann, wenn die Schiffe nach deın Stapellaufe eine Zeit lang ‚auf 
östlichem oder westlichem Kurse liegen und wenn dieser Kurs, wie.in dem Yor- 
liegenden Falle, rechtwinklig gegen den Baukurs gerichtet ist. Es ist dies. eine 
Folge des remanenten Magnetismus, der in der Querschiffskomponente sich‘ immer 
mehr geltend macht als in der Längsschiffskomponente. In den späteren Reisen 
zeigt sich der Verlauf regelmäfsiger; der mittlere Fehler beträgt nur..noch 
+ 0,021 = 1,2°, geht also nicht über die Grenzen der möglichen Beobachtungsfehler 
hinaus. wenn man berücksichtigt, dafs bei der Bestimmung des Koeffcienten:C 
aus Beobachtungen auf See durch die Unmöglichkeit, den. Betrag des Krängungs- 
(ehlers genau zu kennen, ‚hierdurch leicht ein Fehler bis zu einem. Grad, und 
darüber entstehen kann. nam ag ae ae PU 
Aus der vorliegenden Diskussion geht hervor, dafs, so..grofs die Aenderungen 
in der Deviation des Regelkompasses der „Phoenicia“ anfangs gewesen..sind, doch
	        
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