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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1897.
Auf ungefähr 2° 54,4‘ S-Br und 117° 3‘ O-Lg eine sandige Untiefe, 18 m
(10 vm) unter Wasser, Eine genauere Untersuchung konnte nicht gemacht werden.
Gefahren wurden nicht aufgefunden.
b. Südlicher Theil.
Lima- oder Siri-Inseln.
Diese Gruppe besteht aus fünf Inseln, die ein unregelmäfsiges Viereck
bilden. Ihre Formation gleicht der der kleinen Paternoster-Inseln. (S. Heft V
des laufenden Jahrganges der „Annalen“.) Sibaru (neue Insel), die südlichste
und Masalima (mit ihr fünf), die westlichste, sind mit hohen Bäumen bewachsen
und bei klarem Wetter 15 bis 16 Sm weit sichtbar. Die übrigen, Pamatawa
(Vertheilen), Pamelika (rank, d.h. wo die Fahrzeuge schlingern) und Saleria
“Schlingpflanze, leleri), sind nicht so hoch wie Sibaru und Masalima und kommen
erst auf 14 Sm Entfernung in Sicht. Vornehmlich auf Pamatawa, der nörd-
lichsten, und Pamelika, der östlichsten Insel, sind hohe Bäume selten und werden,
da die Inselgruppe seit einigen Jahren eine sefshafte Bevölkerung hat, zur
Anlegung von Gärten allmählich gefällt und verbrannt. Infolgedessen wird
die Sichtbarkeit der Inseln eine Veränderung erfahren. Während des Ostmonsuns
kommen viele Fischer von den Spermünde-Inseln und den westlich von diesen
liegenden Inseln, um Fische, die hier in ungeheurer Menge vorkommen, und
Schildkröten zu fangen. Während dieser Zeit findet ein lebhafter Handel statt.
Sibaru, die gröfste Insel, hat eine Breite von 1000 m und von NW nach
SO eine Länge von reichlich 1800 m. Sie ist im Allgemeinen dicht bewachsen.
Auf der Südwestseite steht auf 5° 5‘ 54“ S-Br und 117° 3‘ 2” O-Lg ein hoher,
spitzer Baum, der über die anderen Bäume hervorragt und leicht zu erkennen
ist. Die Insel ist von einem trockenfallenden Korallenriff umgeben, dessen höher
liegender Rand einen steinigen Rücken bildet, der das Landen schon bei heller
Gezeit sehr schwierig macht. Das Riff hat nahezu dieselbe Gestalt wie die Insel
und streckt sich an der Ostseite am weitesten, bis 1000 m vor; bei der Nord-
spitze der Insel hat es nur 180 m Breite. Es erhebt sich, mit Ausnahme der
Westseite, steil aus Tiefen von mehr als 36 m (20 vm). An der Westseite steigt
es aber in 2’/2 Sm Entfernung von seinem trockenfallenden Theile allmählich aus
18 m (10 vm) Tiefe an. Eine Seemeile südöstlich von der Insel wurden 180 m
(100 vm) gelothet.
Masalima liegt 2 Sm NzW von der Nordspitze von Sibaru auf etwa
5° 2,8’ S-Br und 117° 2,5‘ O-Lg. Sie ist die höchste der Lima-Inseln, hat un-
gefähr 400 m Breite und von Nord nach Süd 1400 m Länge. Masalima ist dicht
bewachsen, aber auf ihrer Nordseite wurde bereits mit dem Fällen der Bäume
begonnen. Die Westseite des zum grofsen Theile trockenfallenden Küstenriffs
ist etwa 1700 m breit; die Ostseite hat an ihrer schmalsten Stelle etwa 400 m
Breite. Auf dem Riffrande erhebt sich, wie im Allgemeinen bei diesen Inseln,
ein steiniger Rücken, der längs der Nordseite des Riffs nur bei Hochwasser-
Springzeit unter Wasser kommt. Mit Ausnahme der Westseite, wo die Tiefen
in einer Ausdehnung von ungefähr 900 m bis zur 18 m- (10 vm-) Linie allmählich
zunehmen, fällt das Riff steil ab in Tiefen von mehr als 36 m (20 vm). Auf der
Westseite des Riffs fehlt fast ganz der steinige Rücken.
Saleria liegt auf 5° 2,2‘ S-Br und 117° 3,5‘ O-Lg in ONO von Masalima
und ist durch einen etwa 5800 m breiten Kanal davon getrennt. Es ist die kleinste
Insel der Gruppe, hat ellipsenförmige Gestalt, ungefähr 350 m Breite und von
Nord nach Süd 500 m Länge. Saleria ist dicht mit Schlingpflanzen bewachsen;
die meisten hohen Bäume sind abgestorben. Das Küstenriff gleicht in der Form
der der Insel. Seine Südwestseite ist am schmalsten, ungefähr 150m breit.
Die 9 m- (5 vm-) Linie steigt steil an und ringsum sind 39,6 bis 54 m (22 bis
30 vm) Tiefe.
Pamelika liegt auf ungefähr 5° 2,9‘ S-Br und 117° 4,6‘ O-Lg und ist
durch einen 500 m breiten Kanal von mehr als 36 m (20 vm) Tiefe von Saleria
getrennt. Pamelika hat etwa 300 m Breite und von NWzN nach SOzS ungefähr
750 m Länge. Es sind nur noch wenig hohe Bäume vorhanden, die mit der Zeit
auch verschwinden werden. Das trockenfallende Küstenriff hat fast gleiche Ge-
stalt wie die Insel, erreicht an der Südseite seine größte Breite mit etwa 600 m,