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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1897, 
Während des Ostmousuns kann man nicht auf die Sichtbarkeit des Landes 
rechnen. 
Es sei hier erwähnt, dafs zu verschiedenen Zeiten, vornehmlich auf dem 
nördlichen Abschnitte dieses Theiles der Borneo-Bank, grofse Mengen kleiner, 
hellgelber Organismen (vielleicht eine Art Fischlaich) angetroffen werden, die bei 
günstigem Wetter auf der Oberfläche des Wassers treiben und selbst auf kurzem 
Abstande wie Sandbänke aussehen. Bei etwas Wind und Seegang verleihen sie 
dem Wasser eine heilgrüne Färbung. 
Inseln und Gefahren. 
a. Nördlicher Theil. 
In der Annahme, dafs nur Untiefen, die 9 m (5 vm) und darunter unter 
Wasser liegen, von Schiffen vermieden werden müssen, sind die folgenden als 
Gefahren zu betrachten: 
Lumu Lumu (Seetang) auf 2° 56,2‘ S-Br und 117° 33,8‘ O-Lg, eine kleine 
Sandbank, 25 m breit und von NzO nach SzW reichlich 150 m lang. Im Jahre 
1396 wurden auf dieser Bank drei Sträuche in 7 Sm Entfernung bemerkt. In 
Jen Monaten April, Mai und Juni wird die Bank regelmäfsig von Eingeborenen 
Mandars besucht, die hier Agar Agar (efsbarer Tang) sammeln, der in grofser 
Menge auf den umliegenden Riffen gefunden wird. Diese Leute errichten leichte 
Hütten, die aber nach ihrem Weggange allmählich wieder verschwinden, und 
entnehmen aus einem Fluthbrunnen ihr Trinkwasser. Dieses ist von zweifelhafter 
Qualität, denn der Brunnen ist nur ein mit dünnen Brettern eingefafstes Loch, 
in welches das Wasser zur Fluthzeit durch den Boden eindringt. Lumu Lumu 
ist von einem zum grofsen Theil trockenfallenden Riff umgeben, das sich nach 
5SW ungefähr 2000 m hinstreckt und nach NW sowie nach NNO hin ungefähr 
L000 m breit ist. An der Ostseite kann man sich der Bank bis auf ungefähr 
500 m Abstand nähern. Sie ist von Tiefen von etwa 36 m (20 vm) umgeben und 
allt an der Südspitze steil ab. Dieser darf man sich aber auf nicht weniger als 
2 Sm nähern, weil sich dort das Riff 3,6 bis 11,7 m (2 bis 6'/» vm) unter Wasser 
bis zu 1200 m von dem trockenfallenden Theile derselben vorstreckt. Bei der 
Nordspitze liegt in geringem Abstande vom trockenfallenden Rifftheile eine 
isolirte blinde Klippe 6,3 m (3'/2 vm) unter Wasser. Nordwestlich von der Bank 
befindet sich im Riff eine KEinsenkung, die sich zum Ankerplatz leichter Fahr- 
zeuge eignet. 
Ungefähr 12 Sm S51°0 von Lumu Lumu liegt die kleine Bank Larian 
der Karten, die aber von den malayischen Schiffern, den Eingeborenen von Celebes 
and den Bewohnern der Lima-Inseln Taka Tallu (drittes Riff) genannt wird. 
Sie besteht aus losem Korallengestein, erhebt sich zur Zeit des Niedrigwassers 
3m (10 vt) über die Oberfläche der See und hat dann eine Breite von ca. 20 m 
und von NzO nach SzW eine Länge von gut 50m. Zu dieser Zeit kann man 
sie in 5'/2 Sm Entfernung erkennen. Während des Hochwassers ist sie aber 
schwer erkennbar. Die eben erwähnten Zahlen haben jedoch keinen unveränder- 
lichen Werth, weil die Bank wegen des geringen Zusammenhanges ihrer Bestand- 
theile einer Aenderung ihrer Form und Lage unterworfen ist. Diese erfährt eine 
zröfsere oder geringere Verschiebung, die von der Stärke und Dauer des vor- 
herrschenden Südwest- bezw. Südostmonsuns abhängig ist. Die Bank ist die Kuppe 
eines Korallenriffs, das etwa 2500 m breit und von Nord nach Süd 3500 m lang 
ist. Ringsum sind 46,8 bis 57,6 m (26 bis 32 vın) Wasser und Sandgrund. Bis 
zu 1700 m nach SSO und 800 m nach NNW von der Bank beträgt die Tiefe in 
einer Breite von etwa 1000 m nur 9m (5 vm) und auf verschiedenen Stellen 
weniger als 5 vm. Hier und auch auf der Südseite des Riffs ist eine Boden- 
erhebung von ungefähr 1400 m Länge, auf der 5,4 m (3 vm) und darunter gelothet 
wurden. Mit Ausnahme des Südrandes, der steil aufsteigt, bietet das Riff 
genügend Raum zum Ankern. Es gewährt aber wenig Schutz vor Seegang, 
namentlich während des Westmonsuns, wo die nördlichen Winde vorherrschen. 
Die Position der Bank ist 3° 4 S-Br und 117° 42,6‘ O-Lg. 
Die dritte trockenfallende Sandbank in diesem Abschnitte ist Lari Larian 
(Vorrichtung zum Fischfange). Sie ist stets über Wasser und bildet eine kleine, 
kahle Insel, die von Tausenden von Seevögeln besucht wird. Sie hat ungefähr 
DA
	        
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