Makassar-Strafse, . Borneo-Bank und Lima- oder Siri-Inseln, - 353
Der vom genannten Schiffe erforschte Theil der Borneo-Bank liegt zwischen
den Breitenparallelen 2° 44‘ und 5° 34‘ S, dem Meridian 116° 50‘ 0 und der
100 vm- (183 m-) Linie, schließt sich also im Norden dem früher beschriebenen
Theile dieser Bank an. Die 100 vm-Linie läuft von 2° 44‘ S-Br und 118° 12‘ O-Lg
nach SOzS bis zu ungefähr 3° 3‘ S-Br (siehe die Kartenskizze Tafel 11), wo ihre
Entfernung von Celebes mit etwa 22 Sm. Abstand am kleinsten ist. Dann läuft
sie südwärts, indem sie hierbei eine kleine Bucht in der Bank bildet. Hierauf
nimmt sie, größere und kleinere Biegungen machend, eine Westsüdwestrichtung
bis zu ungefähr 3° 36‘ S-Br und 117° 42’ O-Lg, von wo sie sich erst nach SWzS
und auf ungefähr 4° S-Br nach SSW wendet. Diese Hauptrichtung behält sie
bis auf 4° 48' S-Br und 117° 8' O-Lg, worauf sie südwärts 15 Sm bis dwarsab
von den Lima-Inseln und dann SWzS läuft. Schliefslich biegt sie nach WSW
hin um und schneidet den Meridian von 116° 50‘ O-Lg in ungefähr 5° 34' S-Br.
Im Allgemeinen weist dieser Theil der Borneo-Bank zwei typische For-
mationen auf, deren Grenze zwar nicht deutlich zu erkennen ist, aber in der
Nähe des Parallels 3° 30’ S angetroffen wurde. Hier findet man auf einer Strecke
von 8 Sm einen hohen unterseeischen Rücken, der längs des Ostrandes der Bank
sich nach Norden hinstreckt und nur durch die kleine Bucht auf 3° 10‘ S-Br
unterbrochen wird. Dieser Korallenrücken. hat Tiefen von höchstens 54 m (30 vm)
und einzelne Kuppen, die weniger als 36 m (20 vm) und an verschiedenen Stellen
weniger als 18 m (10 vm) unter Wasser liegen. Gefahren für die Schiffahrt
wurden hier wie südlich vom Samarang-Riff nicht gefunden. Auf der Innenseite
des Rückens, . der im Allgemeinen nicht mehr als 2 Sm breit ist und sich steil
erhebt, nehmen die Tiefen an einigen Stellen wieder bis 90 m (50 vm) zu und
dann allmählich wieder bis 34,2 m (19 vm) und 28,8 m (16 vm) ab. Sand und
todte. Korallen, hier und da mit kleinen Muscheln vermengt, bilden die Haupt-
bestandtheile des Meeresbodens. Schlamm kommt nur sporadisch vor, und sein
Vorhandensein ist in einzelnen Fällen eine Anzeige der. Nähe von mehr oder
weniger beträchtlichen Erhöhungen. des Grundes. So erstreckt sich z. B. von
der kleinen Bank Taka Tallu, auf ungefähr 3° 4‘ S-Br uud 117° 42,6‘ O-Lg, eine
Korallenbank etwa 54 m (30 vm) unter Wasser nach SO und 0SO bis auf un-
gefähr. 118° O-Lg, in deren Nähe Schlammgrund angetroffen wurde. . i
Südlich vom Breitenparallel 3° 30‘ wird hingegen der unterseeische Korallen-
rücken scharf durch tiefe Einschnitte. unterbrochen oder fehlt. gänzlich. Im
letzteren Falle. findet man. in der Nähe des Randes der Borneo-Bank vereinzelt
liegende Korallenkuppen, die zwischen den Parallelen 4° 22‘ und 5° 25‘ S hier
and da einen gefährlichen Charakter annehmen und ihre gröfste Entwickelung in
jen Lima-Inseln erreichen. Die Tiefen nehmen östlich von 116° 50‘ O-Lg nach
West hin‘ nur unerheblich ab. Schlamm ist der Hauptbestandtheil. des Grundes,
Sand kommt nur südlich von. den Lima-Inseln vor, während. ziemlich viel isolirte
Korallenkuppen, fast alle von geringem Umfange, auf diesem Theile der Borneo-
Bank zerstreut umherliegen. Solche Kuppen werden. nördlich von 3° 30‘ S-Br
nur ausnahmsweise angetroffen.
Von dem östlich von. 117° 50‘ O-Lg.. gelegenen Theile der Borneo-Bank
ist die Küste von Celebes während des Westmonsuns bei nicht zu ungünstiger
Witterung sichtbar. Kap William und Kap Mandar bleiben aber unter dem
Horizonte. Als Peilobjekte können dienen:
1. Das südlichste von zwei dunkelen Wäldchen in ungefähr 3° 18’ S-Br
und 118° 47,7‘ O-Lg auf dem hohen Lande bei Ongkona.
2. Eine kegelförmige Bergspitze von grofßser Regelmäfsigkeit, die weiter
landeinwärts auf ungefähr 3° 20,1‘ S-Br und 118° 54,3‘ O-Lg liegt. - .
3. Die erste hohe, schärfere Bergspitze des in Süd sichtbaren und nörd-
lich vom Kap Mandar liegenden Landes. Ihr Profil zeigt am südlichsten Abhange
eine scharfe Einbiegung, ihre Nordseite fällt oben allmählich und weiter unten
steil ab. Diese Bergspitze liegt auf ungefähr 3° 26,8‘ S-Br und 118° 53,8‘ O-Lg:
4. Die erste scharfe, kleine Bergspitze östlich vom. Kap William. auf un-
gefähr 2° 42‘ S-Br und 118° 47,2‘ O-Lg.
Westlich vom Meridian 117° 6‘ O-Lg ist unter günstigen Witterungs-
verhältnissen die Küste von Borneo sichtbar, (Die als Pellobjekte .verwendbaren
Punkte ‚dieser Küste sind in den „Hydrogr. Mededeelingen“, Batavia, No. 3, 1891
und No. 2, 1892, beschrieben.)
Ann. d. Hydr. etc... 1897, Heft VIII.