Schott: Monthly current charts for the Atlantic ocean,
Die sechs Tafeln stellen die Strömungen folgender Monate dar:
I. des Januar, (Die Karte ist auch benutzbar für Dezember und Februar.)
I]. des April. (m u oo» März.)
II. des Juni. (” #* Bm Mai.)
IV. des August. (» 2» m» oo» Juli.)
V. des Oktober. („ » m x» September.)
VL. des November.
Der Preis ist wiederum nur 7 sh.
Da in ähnlicher Ausführlichkeit wie in dem. neuen englischen Kartenwerk
die Stromvorgänge innerhalb des Atlantischen Ozeans noch nirgends kartographisch
fixirt worden sind, so empfiehlt es sich, für einige besonders wichtige Gegenden
diejenigen Resultate in Worte zu kleiden, die sich bei einer Betrachtung der
Stromkarten zumal im Hinblick auf jahreszeitliche Aenderungen ergeben.
Il. Im Nordatlantischen Ozean,
i. Die westindischen Gewässer lassen den allgemeinen Zug der
Strömung nach Westen in allen Monaten erkennen; lokale östliche Gegen-
strömungen sind — im Gegensatz zu der früher veröffentlichten englischen
Stromkarte No. 2640 — unter den Südküsten der Grofsen Antillen fast gar nicht
verzeichnet; lediglich: in der grofsen, durch die Küsten Columbiens und Costa
Ricas gebildeten Bucht ist unter Land stets eine Neerströmung nach Osten
nachweisbar. Die gröfsten Versetzungen erreichen im Karaibischen Meere durch-
schnittlich den Betrag von 40 bis 50 Sm, in der Yukatan - Strafe aber über
60 und 70 Sm täglich. In dieser Straße ist die Strömung, welche hier eine
Nordnordwestrichtung einhält, überhaupt sehr stetig, stetiger sogar als der Golf-
strom in der Florida-Strafse, ‚wie sich dies aus den Untersuchungen des amerika-
nischen Vermessungsschiffes „Blake“ ergeben hat.)
Werthvoll ist ferner der durch die neuen englischen Stromkarten wiederum
erbrachte Beweis, dafs auch nördlich von den Grofsen Antillen und den Bahama-
Inseln beständig Wasser nach Nordwesten treibt, und somit die sogenannte
„Antillenströmung“ in der That einen ganz beträchtlichen Beitrag zu dem warmen
Wasser der aufsertropischen „Golfströmung“ des Nordatlantischen Oceans liefert;
die Geschwindigkeit dieser Wasserbewegung an der Aufsenseite der grofsen west-
indischen Inseln ist geringer als die im Karaibischen Meere, nämlich nur etwa
25 bis 30 Sm. In unserem Hochsommer scheinen überall die Bewegungen etwas
schneller als sonst zu sein, speciell für Oktober ist durchweg wenig Strom an-
gegeben.
2. Im Golf von Mexiko sind — hierin werden die bisherigen Anschauungen
nur bestätigt — einigermafsen konstante Bewegungen kaum nachweisbar, Vom
Frühjahr bis in den Herbst hinein hat das Wasser in der westlichen Hälfte
des Golfes das Bestreben, nach Westen und Norden zu flielsen, das Wasser in
der östlichen Hälfte aber die Tendenz nach Süden und Osten; dabei ist noch
außerdem dicht unter der Küste von Louisiana und Texas ein Neerstrom nach
Südwesten ziemlich deutlich, welcher das Mississippi-Wasser wegführt. Aber es
ist durchaus nicht mit nur einiger Sicherheit auf dementsprechende Versetzungen
zu rechnen; im Winter, zumal wohl bei starken nördlichen Winden, kann man
ganz die entgegengesetzten Bewegungen spüren,
3. Für das Golfstromgebiet sind theils. als neue Krgebnisse, theils
als Bestätigungen bisher nicht ganz sicherer Anschauungen folgende Punkte be-
achtenswerth:
a) Es ist unmöglich, aus der kalten Labrador-Strömung den „kalten Wall“
der Küste der Vereinigten Staaten herzuleiten, da auf der Neufundland-Bank fast
nie ein ständiger Strom vorhanden ist. Vielmehr ist dies Flachseegebiet in der
Hauptsache stromlos, ebenso auch die übrigen, unter den Küsten Neuschottlands
und der Neuengland-Staaten liegenden Gewässer bis nach Kap Hatteras hin; es
herrschen zwischen dem Lande und der linken Flanke des Golfstromes Gezeiten-
bewegungen vor, wenz schon manchmal unter der unmittelbaren Windwirkung
(im Winter bei Nordwest- bis Nordostwinden) das Wasser zeitweilig nach Süd-
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an
\ S. Lindenkohl in „Peterm. Mittheil.“, 1896. S. 26,