Meufs: Segelhandbuch des Irischen Kanals, II. Theil, Die Ostseite, 347
Anleitungen zum An- und Einsteuern in Häfen u, s. w. viel dankbar angenom-
menes und verwerthetes Material lieferten, und zwar kommt hier in erster Linie
die Mitarbeit von Dampferführern in Betracht. Da das einmal begonnene Werk
weiter fortgeführt werden soll, so ist die weitere Unterstützung unserer Mit-
arbeiter zur See und aller betheiligten Schiffahrtskreise sehr erwünscht und
hierdurch erbeten, ebenso wie Wünsche aus diesen Kreisen, welche die dem-
nächst in Angriff zu nehmenden Küstenstrecken bezeichnen, die eingehendste
Berücksichtigung finden werden, da es sich ja, wie schon gesagt, in erster Reihe
darum handelt, die Weiterarbeit in Wege zu leiten, welche den wirklichen Be-
dürfnissen der deutschen Seeschiffahrt entsprechen.
Es dürfte hier der Ort: sein, auf die grofse Unterstützung hinzuweisen,
welche bei Bearbeitung der Küstenbeschreibungen und namentlich der Segel-
anweisungen durch klar gefafßste Berichte über Ansteuerungen u. 8. w. erwächst.
Viele der Küstenstrecken und Häfen hat der Bearbeiter nie gesehen, er mufs
sich an der Hand der fremdsprachigen Originalbeschreibung und der Karte ein
Bild derselben entwerfen, sich so eingehend in die Verhältnisse versetzen, dafs
er in klarer übersichtlicher Sprache, ohne einen wichtigen Punkt auszulassen,
die Anleitung deutsch wiedergeben kann. Es ist dies also dieselbe Arbeit,
welcher der Schiffsführer sich unterziehen muß, wenn er zum ersten Mal einen
ihm unbekannten Küstenpunkt oder Hafen ansteuern will, jedoch mit. dem Unter-
schied, dafs der Schiffeführer sozusagen die Probe auf das KExempel machen
kann, indem er beim Ansteuern sieht, ob das Bild, welches er sich im Geiste
entworfen hat, richtig ist, während dem Bearbeiter der Segelanweisung dies
versagt ist. Berichte der vorgedachten Art nun können in gewisser Weise
diesem Mangel abhelfen, namentlich wenn mehrere über denselben Punkt vor-
liegen und die Bildung einer objektiven Anschauung ermöglichen. Es wäre
daher vielleicht die Veröffentlichung eines einschlägigen Fragebogens angezeigt,
durch welchen erstlich die Arbeit für die freiwilligen Mitarbeiter auf die für die
Segelanleitung wichtigen Punkte gerichtet und dann die Sichtung des ein-
gelaufenen Materials wesentlich erleichtert wird.
Bei der Bearbeitung fanden ferner das in der Nautischen Abtheilung des
Reichs-Marine-Amtes vorhandene Material sowie durch Vermittelung des vor-
genannten Reichsamtes durch das Auswärtige Amt eingeholte Konsulatsberichte
Verwendung, aufserdem etwa vorhandene amtliche Einzelschriften über Häfen
u. s. w. sowie die Leuchtfeuer- Verzeichnisse, Gezeitentafeln, Dockbücher.
Es muß betont werden, dafs die Segelhandbücher nur neben der See-
karte zu benutzen sind, dafs in zweifelhaften Fällen die Angabe der Seekarte,
die natürlich von der neuesten Auflage und laufend nach den „Nachrichten
für Seefahrer“ verbessert sein mufs, die malfsgebende sein mufs.
Um .die Benutzung des vorliegenden Segelhandbuches zu erleichtern, ist
demselben je eine Tafel zur Verwandlung von englischem Mafs in Metermafs
und von Metermafs in englisches Mals eingefügt. ;
Aus praktischen Gründen sind die während des Druckes eingetretenen
Aenderungen vor den Text gesetzt; der auf Seite XXII gemachte Hinweis auf
diese ist daher entsprechend zu ändern (Seite XXIlI bis XXV).
Aus dem ersten Band wiederholt sind die "Tafeln der Gälischen und
Walliser Worte, welche an den betreffenden Küstenstrecken häufiger vorkommen.
In der Einleitung wird zunächst die Ansegelung des St. Georgs-Kanals
von Süden her gegeben und dabei die Gezeitenströmungen und Lothgrund
besprochen. KEin Gleiches geschieht für den Nord-Kanal.
Bei dem an der schottischen Küste sehr häufigen Nebel wird zu besonderer
Aufmerksamkeit und Vorsicht gemahnt.
Allgemeine Angaben über die Sturmwarnungssignale, Rettungs- und
Signalwesen schließen die Einleitung; die näheren Angaben über diese Stationen
befinden sich auf Seite 417 bis 420.
Kapitel I, Von den Smalls bis nach New Quai, wiederholt zum Theil
die im Segelhandbuch der Südküste Irlands und des Bristol-Kanals, Kapitel VIII,
gegebene Beschreibung, nur in umgekehrter Richtung, von Süd nach Nord. .
Kapitel II behandelt die Cardigan-Bucht, Kapitel III die Carnarvon-
Bucht von der Insel Bardsey bis zu den Skerries; Kapitel IV beschreibt diese