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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1897. 
tönen unserer Musikinstrumente zu ganz interessanten Parallelerscheinungen 
jühren. Nicht nur, dafs Obertöne von ähnlich hoher Ordnung in der Klangfarbe 
der Violine eine gewisse Rolle spielen und bei den Blechinstrumenten von über- 
wiegender Bedeutung sind, sie können auch bei vibrirenden Zungen ohne Schall- 
becher oder bei angeschlagenen Stimmgabeln ohne Resonanzboden den Grund- 
ton an Kraft ganz erheblich überwiegen. Dies Letztere würde schon in einigen 
Fluthkurven des Mittelmeergebietes seine genaue Parallele finden (Poros, Malta). 
Andererseits aber würde noch das bekannte Phänomen des Mittönens heran- 
zuziehen sein, und viele der kleinen Hafenbuchten, die ihren Dimensionen ent- 
sprechende stehende Wellen hervorbringen, dürften geradezu den auf einen ge- 
wissen Partialton abgestimmten Resonatoren verglichen werden, mit denen 
Helmholtz auch die höchsten Obertöne eines zusammengesetzten Klanges isoliren 
und laut zu Gehör bringen konnte. 
Jedoch sind wir in dieser Specialfrage der übergeordneten Wellen von 
sehr kurzer Periode ebenso wie im Allgemeinen bei der theoretischen Erklärung 
der Gezeiten noch sehr in den Anfängen unserer wissenschaftlichen Erkenntniß, 
und es würde sich schwer rächen, wenn wir vergessen wollten zu unterscheiden 
zwischen dem, was nach einem Analogieschlusse möglich ist, und dem, was nach 
bekannten Gesetzen nothwendig so ist und nur so sein kann, wie es die Beob- 
achtungen zeigen. Kine auf mathematischer und geographischer Basis aufgebaute 
und vollständig durchgeführte Theorie der irdischen Gezeiten aber kann heute 
noch nicht gegeben werden. 
Segelhandbuch des Irischen Kanals, Il. Theil, Die Ostseite, 
herausgegeben von der Direktion der Deutschen Seewarte. ‘) 
Dem vor etwa Jahresfrist erschienenen ersten Theil des Segelhandbuches 
des Irischen Kanals, Die Westseite, ist nunmehr vor Kurzem der zweite Theil, 
Die Ostseite, gefolgt. Dieses von dem im Jahre 1592 neu eingerichteten Ressort 
N (für Küstenbeschreibungen) der Seewarte bearbeitete Segelhandbuch schliefst 
sich in jeder Beziehung seinen Vorgängern an; es konnten die in der Zwischen- 
zeit gewonnenen Erfahrungen und die aus der Praxis laut gewordenen Wünsche 
berücksichtigt werden. Die Uebernahme dieser Arbeiten durch die Seewarte 
erfolgte seinerzeit in der Erwägung, dafs es bei der heutigen Stellung der 
deutschen Kriegs- und Handelsmarine geboten sei, dieselbe auch in Bezug auf 
die Küstenbeschreibungen mehr und mehr vom Auslande und der fremden Fach- 
literatur unabhängig zu machen, . Dementsprechend schlofs das erste Segelhand- 
buch an die von der Nautischen Abtheilung des Reichs-Marine-Amtes heraus- 
gegebene Beschreibung der englischen Nordseeküste mit dem Segelhandbuch für 
den Englischen Kanal an und behandelte diesen, den Bedürfnissen der deutschen 
Seeschiffahrt entsprechend, von Ost nach West unter eingehender Berücksichtigung 
der Zufahrtswege durch die Nordsee. Das Werk behandelte in drei Theilen (1893) 
die englische Küste, die französische Küste und die Kanal-Inseln. Als Beweis 
dafür, dafs einem vorhandenen Bedürfnifs entsprochen wurde, dient der Umstand, 
dafs jetzt, nach vier Jahren, die Auflage nahezu vergriffen und daher mit der 
Neubearbeitung begonnen ist. 1894 erschien dann die französische Westküste, 
1895 die Südküste Irlands und der Bristol- Kanal und 1896, wie oben schon 
erwähnt, der erste Theil des vorliegenden Segelhandbuches des Irischen Kanals. 
Wennschon selbstverständlich im Wesentlichen die „Sailing Directions“ 
des Britischen Hydrographischen Amtes bezw. „Instructions Nautiques“ des 
„Service hydrographique de la Marine“ nebst den betreffenden Admiralitäts- 
Karten den Arbeiten zu Grunde gelegt werden mufsten, so handelt es sich doch 
nicht lediglich um UVebersetzungen, wie schon aus der anderweiten, den An- 
forderungen der deutschen Seeschiffahrt entsprechenden Anordnung und Ver- 
theilung des Sioffes hervorgeht. Ueberdem hewies sich auch hier die rege 
Unterstützung unserer Mitarbeiter zur See, welche durch Hafenbeschreibungen, 
4) Hamburg 1897. In Kommission bei L. Friederichsen & Co, Neuerwall 611 
Preis 3,00 Mk.: der erste Theil kostet 1,50 Mk.
	        
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