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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1897 
warte beruhende und sorgfältig ausgeführte Arbeit von Dr. Hermann Krüger‘) 
den Karten zu Grunde zu legen. KEs zeigte sich aber, dafs die in dieser Arbeit 
gewonnenen mittleren Windstärken auffallend niedriger sind als die in der ersten 
Auflage des Segelhandbuches auf Grund der Fahrtgeschwindigkeit der Schiffe 
angenommenen. Da nun auf dieser Route die Schiffe den Wind konstant recht 
von hinten haben, so lag es nahe, die niedrigen Stärkeschätzungen dieser Ursache 
zuzuschreiben, Zur Prüfung der Sache können wir die mittleren geschätzten 
Windstärken, deren Werthe jetzt für große Theile des Weltmeeres vorliegen,*) 
mit der mittleren Fahrt der Schiffe auf solchen Routen, wo die Schiffe lange 
Zeit ziemlich platt vor dem Winde und auf solchen, wo sie nahe beim Winde 
zu segeln pflegen, vergleichen. Wir wollen uns dabei, um die Frage möglichst 
zu vereinfachen, nur an die Fahrten im stetigen Passat halten. Fahrten, die 
durchschnittlich mit Backstagswind oder raumschoots geschehen, 
kommen vorläufig nicht in Betracht, sondern nur solche, wo der Wind 
einerseits recht von hinten oder höchstens einen Strich seitlich einkommt („vor 
dem Winde“), andererseits solche, wo er vorlicher als dwars weht („beim 
Winde“). Die Fahrtgeschwindigkeit ist den Tabellen der Schnittpunkte ent- 
nommen, die von Maury und von der Seewarte veröffentlicht sind oder auch 
auf der letzteren abgeleitet, aber noch nicht publicirt sind. Die geschätzten 
Windstärken nach Beauforts Skala sind den Werken der Seewarte und des 
Londoner meteorologischen Amtes, für die Route vom Kap zur Linie aber 
Dr. Krügers erwähnter Dissertation entnommen. 
In der nachfolgenden Tabelle enthalten die mit Sm bezeichneten Zeilen die 
mittlere Fahrt der Schiffe in 24 Stunden (im Etmal), die mit B bezeichneten die 
mittlere Windstärke nach Beauforts Skala in derselben Gegend, nach Schätzungen, 
die sämmtlich oder doch der grofsen Mehrzahl nach auf Schiffen gemacht sind, 
die denselben Kurs verfolgten. 
Um aus diesen Zahlen Ergebnisse von allgemeiner Gültigkeit ab- 
zuleiten, müssen wir sie in noch gröfsere Gruppen zu vereinigen und durch 
passende Reduktion vergleichbar zu machen suchen. Leider sind die Konstanten, 
lie man dazu verwenden müfste, höchst unsicher. Das Verhältnils zwischen der 
Geschwindigkeit des Schiffes und jener des Windes ist noch sehr wenig bekannt 
and jedenfalls für verschiedene Schiffe sehr verschieden; es kann sich 
nur um Mittelwerthe handeln, die sich auf ein Durchschnittsschiff der betreffenden 
Fahrt oder unserer Zeit überhaupt beziehen lassen. Diese mittlere Schiffs- 
zeschwindigkeit ist jedenfalls der Windgeschwindigkeit nicht proportional; sie 
wächst, wenn sich diese von 1 auf etwa 10 m per Sekunde erhebt, zuerst langsam, 
Jann rascher, über diese Grenze hinaus aber wieder langsamer, und nimmt, von 
der Windgeschwindigkeit 12 bis 16 m per Sekunde anfangend, wo die meisten 
Schiffe namentlich des zunehmenden Seeganges wegen die Segel kürzen müssen, 
eher ab als zu. Das Verhältnifs von Beauforts Skala zur Windgeschwindigkeit 
ist heutzutage ziemlich genau bekannt; es unterscheidet sich bei Geschwindigkeiten 
zwischen 4 und 14 m per Sekunde nur wenig von der Proportionalität, bei 
höheren Geschwindigkeiten bleibt die Beaufort-Schätzung in demselben Sinne 
wie die Schiffsgeschwindigkeit, jedoch in viel geringerem Mafse. hinter dem 
Wachsthum der Windgeschwindigkeit zurück. 
Raute 
ls 
Vom Kanal vor dem 
Winde zur Linie 
‘B. nach Seew, n. Met. Off.) 
Quelle Monate 
Breite: 
Breite, Fahrt, Windstärke 
30°N 25°N 20°N 15°N 10°N 5°N 
| Jan, u. Febr, IS A Ir We un 146 
| Juli u. Aug. dem N 18 156 
mann SE 
Sml150 162 417 
IB. 44 145 3,9 
{ 
Sm nach Maury 
Vol. IT, 867 (meist 
| holländische Schitte) 
Sm nach Seewarte 
(Handschrift) 
1) Beiträge zur Kenntnifs der Wind-, Bewölkungs- und Niederschlagsverhältnisse im östlichen 
Theile des Südatlantischen Ozeans. Halle, 1895 (Duktordissertation). 
2) Als Maury seine bahnbrechenden Untersuchungen ausführte, fehlten solche Werthe noch 
ganz, der Fortgang der Schiffe war damals das einzige Mittel, über die Stärke der Passate zu 
artheilen.
	        
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