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Annalen der Hydrographie, und Maritimen Meteorologie, August 1897.
Ansegelung von Macei6 (Brasilien).
Steuert man, von Norden kommend, der Küste entlang, so bieten die vier
rothen Klippen am Strande zwischen den Flüssen Camaragibe und San Antonio
Grande ein gutes Merkmal.
Dieselben sind etwa 24 m von Ponta verde entfernt. In NW gesehen,
haben dieselben etwa folgende Gestalt.
nr
di
Nachdem diese Klippen passirt, erblickt man bald den Feuerthurm von
Macelö,
Etwa 10 m NO vom Hafen befindet sich eine zweite Gruppe solch rother
Klippen, die jedoch theilweise mit dunklem Buschwerk durchwachsen sind,
Nachdem Ponta verde in 3 bis 4 Sm Abstand passirt ist und der Feuer-
thurm mw. NNO peilt, kann man auf denselben zuhalten und passirt die mw,
Süd vom Feuerthurm liegende Untiefe in etwa */» Sm Abstand.
Läuft man auf demselben Kurse weiter, bis Jurugua-Spitze in mw. 0%4N
ist und hält dann auf diese Spitze zu, bis man sich in der Linie zwischen Feuer-
thurm und der am Südwestende des Barrier-Riffes liegenden rothen spitzen Boje
befindet, so hat man hier in etwa 5 Faden einen guten Ankerplatz.
Jurugua-Spitze ist ganz flach, mit Kokospalmen bewachsen.
Dampfer „Babitonga“, Kapt. Köhler.
Reisebericht des deutschen Dampfers „Sophie Rickmers‘“‘,
Kapt. Paul Brunst, von Singapore via Sunda-Stralse nach Port
Said f. 0. im Monat Juni und Juli 1897,
Bei meiner Abfahrt von Singapore mit einem tief beladenen Schiff und
etwa 150 Tonnen Reservekohlen an Deck, faßfßste ich den Entschlufs, um dem
starken Südwestmonsun aus dem Wege zu gehen, meine Reise nach Port Said f. 0.
durch die Sunda-Strafse zu nehmen.
Um 6*a den 11. Juni verliefs ich die Rhede von Singapore und setzte
meinen Kurs auf die Rhio- Straße. Passirte um 8 12” a die Pas-op-Boje, um
nach 3'/,stündiger Fahrt, 11" 26” a, Little Karas-Leuchtthurm zu passiren. Der
Wind war bis hier südlich 1 bis 3 mit anhaltendem heftigen Regen, zeitweise
recht unsichtig. Nachdem die Rhio - Straße passirt, wurde das Wetter klar und
sichtig, steuerte die verschiedenen Kurse nach der Banka-Strafse, deren nördliche
Einfahrt um 9"a den 12. Juni erreicht wurde. Passirte die südliche Einfahrt
dieser Strafse bei Dapur Island um 11 Uhr abends. Setzte meinen Kurs weiter
der Sunda - Straße entgegen, erreichte mittags den 13. Juni den Nord-Wächter
und abends 7 Uhr desselben Tages Anjer (Sunda-Strafse). Der Wind war von
Little Karas bis hier SE, Stärke 2 bis 4, See ruhig, Wetter schön und klar.
Nachdem um 3" 25" a den 14. Juni Vlakkehook passirt war, setzte Kurs
ab hier rw. W'/N etwa 500 Sm, dann rw. W%A4N etwa 1100 Sm, welche Kurse
das Schiff mittags den 21. Juni auf 3° 37S-Br und 77° 34‘ O-Lg brachten. Der
Wind war bis hier SE—ESE, Stärke 2 bis 5, bei ständig schönem klaren Wetter
and langer Südostdünung und dem Winde entsprechender See. Verfolgte ab hier
einen rw. WzN-Kurs etwa 1000 Sm und erreichte am 26. Juni den Schiffsort
0° 27’ S-Br und 61° 21‘ O-Lg. Steuerte ferner rw. WNW*/4W 400 Sm bis zum
28. Juni 1° 47‘ N-Br und 55° 12‘ O-Lg erreicht wurde. Ab hier setzte Kurs auf
Kap Guardafui, welches am 1. Juli um S*a passirte. Vom 21. bis 28. Juni
hatte leichte südliche Winde mit entsprechendem Seegang, vereinzelt auch leichte
Regenschauer. Dann setzte der Südwestmonsun ein bis nach Kap Guardafui bei
allmählich zunehmender Windstärke, Maximum Stärke 7, begleitet von ständigem
klaren Wetter und ziemlich unruhiger See.