Hydrographische Beobachtungen während der Rundreise S. M. S. „Falke“, 323
Wasser; Grund: Sand, dicht unter der Manteuffel-Spitze südlich des vorspringenden
Riffes. Es war hier nur 200 m Raum bis zur 5m - Grenze, KEmpfehlenswerther
dürfte deshalb das Ankern mehr in der Mitte des Beckens sein, da dort die
Wassertiefen. allmählicher abnehmen und mehr Platz zum Schwoien ist. Der
Anker wäre dort auf 30 m Wasser zu werfen. ,
5. Stephansort. S. M. S. „Falke“ ankerte auf Stephansort - Rhede in
den Peilungen: Kap Rigny O'/8S, Bili-bili - Insel N’ O0 auf 30 m Wasser;
Grund: Schlick.
Der Postdampfer löscht jetzt häufiger vor der wenige Seemeilen nördlich
von Stephansort liegenden Station Erima im Erima - Hafen, Es ist zu diesem
Zweck eine Einsegelungslinie geschaffen, bestehend in einem weifsen Quadrat,
welches in der Mitte seiner Oberseite ein kleineres weißes Quadrat trägt. Dieses
kleinere Quadrat mit dem Stamm eines dahinter stehenden weilsen hohen Kreuzes
in Deckung gehalten, führt auf den Ankerplatz, welcher erreicht ist, wenn die
Gorima-Spitze querab peilt. Schiffe geringeren Tiefganges können näher an Land
ankern, wenn eine südlich der Gorima-Spitze errichtete weiße Tafel querab peilt.
Die Einsegelungsmarke für Erima - Hafen sieht in weiterer Entfernung wie ein
Grabmal aus, sie ist bei gutem Wetter etwa 8 Sm weit sichtbar.
6. Mioko. Die Einsegelung durch die Levinson - Passage ist ohne
Schwierigkeiten und sicher auszuführen, wenn man sich in einem Abstande von
etwa 100 m von der Insel Muarlin hält und mit West mw. ansteuernd, dem Laufe
des Küstenriffes dieser Insel folgend, allmählich auf NWzW dreht und diesen
Kurs fortsetzt, bis man gut frei von dem von der Insel Mioko vorspringenden
Riff ist. Das Wasser im Hafen ist nicht immer so klar, dafs man dieses Riff
vom Schiff (Marsraa) aus sehen kann, während das Uferriff von Muarlin stets
yut auszumachen ist. Ein guter Ankerplatz ist in den Peilungen: Flaggenstange
der Station in S!/2zW, Nordwestspitze von Mioko-Insel in NO'AN auf 13 m Wasser;
Grund: Sand mit Korallen, .
Die beim Einlaufen S. M. S. „Bussard“ nach einem Berichte dieses Schiffes
auf dem Südriff der Einfahrt ausliegende rothe Boje war nur zeitweilig ausgelegt
und ist jetzt wieder eingenommen. Nach Angabe des Vorstehers der Handels-
station Mioko wird diese Boje von ihm stets ausgelegt, wenn ihm das beabsichtigte
Einlaufen eines gröfseren Schiffes, z. B. des Postdampfers, vorher bekannt ist.
Während der Reise von Matupi nach Sydney (10. bis 18. Februar 1897)
herrschte durchweg schönes und klares Wetter, das südlich des Wendekreises
nur zeitweilig durch leichte Regenschauer von kurzer Dauer unterbrochen wurde.
Südlich von Neu-Pommern und Neu-Guinea bis zu 16° S-Br wechselten ganz leichte
östliche Winde mit Stillen ab, während von 16° bis zu 31° S-Br ein gleich-
mäfsiger steifer, zwischen ESE—SSE liegender Wind von Stärke 4 bis 6 wehte.
Erst am letzten Tage der Reise flaute der Wind auf Stärke 1 bis 2 ab und
ging auf NE herum.
Das Barometer stieg von seinem normalen Stande beim Verlassen von
Matupi (761,0 mm) allmählich mit dem Erreichen höherer Breiten bis auf 767,5 mm
und hielt sich bis zum Eintreffen in Sydney auf diesem hohen Stande.
Die während der Reise beobachteten Stromversetzungen waren folgende:
Datum
S-Br O-Le
Strom
Distanz
Sm __
Februar 10—:;
—3
—1
a—}
L— 1.
JE
(6—17
7—18
3° 22,0
L1° 47,0‘
15° 13,0'
18° 30,0°
21° 32,0'
25° 25,0'
29° 25:5
33° 8,0’
153° 47,0’
‚54° 33,5‘
‚54° 31,5'
‚54° 36,5‘
„54° 36,5‘
53° 52,5*
153° 41,0‘
152° 45'
}28,5°0
3,5° 0
j 70° W |
N67,5° W
N 70° W
3 33° W
3 2° W
& 99° W
13,5
2,0
13,0
6,5
15,0
25,0
40,0
40,0