Ann. d. Hydr. ete., XXV. Jahrg. (1897), Heft VIlIL
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Hydrographische Beobachtungen während der Rundreise
S. M. S. „Falke‘“, Kommandant Korv.-Kapt. Krieg, im Schutzgebiet
Neu-Guineas und des Bismarck-Archipels und der Reise von Matupi
nach Sydney. Januar— Februar 1897.
I]. Wind, Wetter und Strömungen.
Das Wetter war während der Dauer der Rundreise (2, bis 25. Januar 1897)
verhältnilsmäfsig gut zu nennen. Die Tage waren meistens klar oder brachten
nur ‚zeitweilig kurze Regenschauer; in den Nächten gingen jedoch öfters,
namentlich in der Nähe von Land, heftige Regengüsse nieder. ;
Der Wind war sehr wechselnd. Auf der. Fahrt nach der Salomon-Gruppe
und zurück (2. bis 7, Januar) wurden Stillen oder ganz leichte, Stärke 2 .kaum
überschreitende Winde, meist aus nördlicher, östlicher und südlicher Richtung
wehend, angetroffen. An der Südküste Neu-Pommerns sowie zwischen dieser
Küste und derjenigen Neu-Guineas waren nördliche bis westliche Winde von
geringer Stärke vorherrschend (12. bis 14. Januar), die in der Nähe von Land
nachts schwachen Landwinden Platz machten, während in der Vitiaz - Strafe
sowie auf der Fahrt von Stephansort nördlich um Neu-Pommern herum nach
Mioko der Nordwestmonsun gleichmäfsig in Stärke 6 bis. 7 wehte.
Ebenso wechselnd waren die beobachteten Stromversetzungen. Auf der
Fahrt von Matupi nach der Bougainville-Strafse (Salomon-Gruppe, 2. bis 4. Januar)
wurde ein S 24° O0 setzender Strom von 0,8 Sm in der Stunde gefunden, während
auf der Rückreise nach Matupi (5. bis 7. Januar) ein nordwestlicher Strom von
etwa 1,5 Sm in der Stunde lief.
An der Südküste Neu-Pommerns fand sich ein ganz geringer südöstlicher
Strom (12. bis 14. Januar). An der Nordostküste Neu-Guineas bis zum Huou-
Golf und im Huou- Golf machte sich Strom nicht bemerkbar (15. Januar). .In
der Vitiaz-Strafßse jedoch lief trotz des gerade wehenden, ziemlich heftigen Nord-
westwindes ein beträchtlicher Nordweststrom von etwa 1Sm in derStunde (16.Januar).
Auf der Fahrt von Stephansort nach Mioko, nördlich um Neu-Pommern herum,
wurde dem starken Nordwestwinde entsprechend ein S80°O etwa 1,3 Sm in der
Stunde setzender Strom beobachtet.
Il. Segelanweisungen.
l. Faisi (Salomon-Inseln). Das Ansteuern und Einlaufen nach Faisi-Hafen
war an der Hand der Karte Tit. X]I, No.125a (Br. Adm.-Karte No. 329), einfach und
sicher zu bewirken. Die Handelsstation Faisi liegt auf dem Südende der Cocoanut-
Insel. Ein von diesem Ende der Insel ausspringendes Riff ist durch eine kleine rothe
Bake gekennzeichnet. S. M. S. „Falke“ ankerte in den Peilungen: rothe Bake
SW3/4W, Cocoanut-Insel Nordostecke N’/sW auf 22 m Wasser; Grund: Korallen
mit Muscheln. Das Wasser im Hafen ist grünlich und nicht sehr klar, so dafs
sich die im Hafen liegende 5 m - Stelle durch Färbung nicht kenntlich macht.
Dieselbe ist jedoch leicht zu vermeiden, wenn man nach dem Runden von Onna-
Insel zunächst auf das Nordende der. Cocoanut - Insel zuhält und dann im Ab-
stande. von etwa 400 m an dieser Insel entlang läuft bis zur Höhe der Handels-
station auf dem Südende.
Während des anderthalbtägigen Aufenthaltes S. M. S. „Falke“ im Faisi-
Hafen war gegen Mittag Hochwasser; der Strom kenterte dann von SSW auf
NNO und lief mit einer Geschwindigkeit von etwa 1 Sm in der Stunde bis 6" p,
dann setzte wieder die sehr langsam SSW laufende Fluth ein und hielt bis zum
nächsten Mittag an. Die auf der Karte Tit. XII, No. 125a (Brit. Adm.-Karte
No. 329), und in der Segelanweisung angegebene Berechnungsweise des Hoch-
Ann. d. Hydr. ete., 1897, Heft YII.