accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 25 (1897)

3320 Annalen. der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1897, 
Die mittlere Veränderlichkeit der Temperatur überschritt mit ihrem auf den 
Nachmittag -fallenden höchsten Betrage fast überall 3°. 
Niederschläge fielen über gröfserem Gebiete am 1. und 8. an der östlichen 
Ostsee, am 14. an der schleswig - holsteinschen Küste, am 15. an der östlichen 
Ostsee, am 16. bis 20. und 25. längs des gröfsten Theiles der Küste und am 28. 
bis 30. an der Nordsee. Sehr ergiebiger, 20 mm in 24 Stunden übersteigender 
Niederschlag fiel am 20. in Warnemünde (22) und Brüsterort (23 mm). Aus- 
gedehnter Nebel herrschte am 1. bis 5. an der Ostsee und am 5. und 6. an der 
Nordsee. Heiteres Wetter in gröfserer Verbreitung trat am 1. bis 3. an der 
Nordsee, am 6. und 9. bis 11. an der Ostsee, am 13. und 14. an der ganzen 
Küste, am 22. im Westen und Osten des Gebietes, am 23. und 24. längs des 
gröfsten Theiles der Küste, am 26. an der Ostsee, am 27. an der ganzen Küste, 
am 28. und 29. an der mittleren und östlichen Ostsee und am 30, an der Ostsee 
im Westen. der Oder auf. Ausgebreitete Gewitter hatte die Nordsee in der 
Nacht vom 14. zum 15. und die ganze Küste am 30., im Uebrigen wurden ver- 
einzelt auftretende Gewitter nur in wenigen Fällen auf den Signalstellen beobachtet. 
Die Windrichtungen zu Zeiten der dreimal täglichen Beobachtungen 
waren auf die Windrose ziemlich gleichmäfsig vertheilt. 
Ein am 1. und 2. über Nordeuropa gelegenes Hochdruckgebiet verlagerte 
sich während des 3. bis 6. nach dem Westen des Erdtheiles, während sich niedriger 
Druck von Südosten her über der Osthälfte Europas ausbreitete. Die zunächst 
leichten nordöstlichen bis nördlichen Winde gingen am 6. längs der Küste nach 
Nordwest um und wehten am 7. und 8. im Osten steif unter der Einwirkung 
einer über Westrussland erscheinenden und ihr Gebiet bis Südschweden aus- 
dehnenden Depression und des Hochdruckgebietes im Westen, das in diesen 
Tagen während des Herannahens einer Depression im Westen der Britischen 
Inseln ostwärts nach der Nordsee fortschritt. Während sich diese Depression 
am 9. und 10. rasch vom Kanal her über die Mitte des Kontinents nach Südost- 
europa verlagerte, wehten längs des Gebietes auf der Südseite eines Rückens 
hohen Druckes, der sich von der Nordsee südostwärts erstreckte und die erstgenannte 
Depression im Osten und späterhin im Nordosten abgrenzte, nördliche bis östliche 
Winde. Das trockene sonnige Wetter dieser Tage blieb auch am 11. bis 13. 
bestehen, während ein Hochdruckgebiet über Centraleuropa lag, das an der Küste 
leichte südliche bis westliche Winde bedingte, 
Dann trat veränderliche und vielfach 'zu Niederschlägen geneigte Witterung 
ein, indem in längerer Folge am 14. bis 19. Minima ihren Einflufßs über das 
Gebiet ausdehnten, abwechselnd mit dem Eingreifen von Hochdruckgebieten, die 
sich im Rücken der einzelnen Minima von Westen her in wechselnder Aus- 
dehnung vorübergebend über den Kontinent ausbreiteten. Zunächst schritt am 
[4. und 15. ein Minimum von der Nordsee nach dem Bottnischen Busen, dann 
am 16. und 17. ein anderes über Schottland und die Nordsee nach Mittel- 
Skandinavien und ein drittes am 18. und 19, über die Irische See und die südliche 
Nordsee nach Jütland. Am 20. erstreckte sich eine breite Furche niedrigen Lauft- 
Iruckes, WNW — ESE gerichtet, über die Mitte Europas, während hoher Luft- 
Aruck über dem Südwesten und dem Nordosten des Erdtheiles lagerte. 
Nachdem sich am 21. hoher Druck von Südwesten her über den Kontinent 
ausgebreitet hatte, bedeckte am 22. und 23. ein umfangreiches Hochdruckgebiet 
fast ganz Europa. Eine am 24, und 25. im hohen Norden vorüberziehende 
Depression, die einen Ausläufer nach Süden entwickelte, der ostwärts längs der 
Küste fortschritt, brachte dieser am 25. wieder etwas Regen, doch schritt gleich- 
zeitig ein neues Hochdruckgebiet über England nach der Nordsee. Dieses 
beherrschte am 26. bis. 28. die Witterung an der Küste, mit seinem Kern über 
dem Norwegischen Meere gelegen, während sich der südliche Theil von der 
Nordsee nach der Ostsee verlagerte. Bei der dann folgenden weiteren Opst- 
verschiebung dieses Hochdruckgebietes blieb die Ostseeküste bis Monatsschlufßs 
unter seinem Einflufs, während die Nordsee am 29. und 30. von kleinen flachen 
Minima beeinflufst wurde, die über Westeuropa zur Entwickelung kamen, 
Gedruckt und in Vertrieb bei E. S. Mittler & Sohn 
Königliche Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei 
Berlin SW, Kochstrafse 68—71.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.