Magnetische: Beobachtungen in dem deutschen Küstengebiete im Jahre 1896, 303
Im Mittel ergiebt sich für die genannten Monate daher die magnetische
Inklination zu 68° 15,6‘ N, und da im vorigen Jahre die Beobachtungen in den-
selben Monaten gemacht worden sind, so erhalten wir für die Abnahme der
magnetischen Inklination pro Jahr 2,2‘. Zwischen den Jahren 1894 und 1895
war dieser Werth 2,0‘. ;
Stettin (Zabelsdorf)., Die Beobachtungen wurden von dem Civilmitglied
des Küstenbezirksamtes II, Herrn Kapt. Prager, ausgeführt, und zwar in einem
jeden Monat des Berichtsjahres. Wenn die Beobachtungen auf das Mittel des
Tages mittels der täglichen Kurve der magnetischen Deklination für Wilhelms-
haven. reducirt werden, so ergiebt sich daraus für das Jahr 1896,5:
Mittlere magnetische Deklination = 9° 6,76‘ W. ;
Dieses Element war für das Jahr 1895,5, wie auch im Jahresbericht 1895,
Seite 5, angeführt wird, zu grofs beobachtet, was auf den Wechsel des Beob-
achters. zurückzuführen sein dürfte. Verbindet man daher die mittleren Werthe
der magnetischen Deklination für die Jahre 18945 und 18965, so ergiebt sich
eine Abnahme der westlichen Deklination von 6,1‘ pro Jahr,
Die ersten Beobachtungen im Berichtsjahre ergaben, wie im Vorjahre, zu
hohe Werthe, welche denn auch bei der Ableitung des obigen Mittelwerthes aus-
geschieden worden sind. ;
Magnetische Inklination. Die Zahl der Beobachtungen dieses Elementes
ist eine nicht unerhebliche, etwa 17 Reihen, welche ziemlich gleichmäfsig über
das Jahr vertheilt sind. Einzelne Ergebnisse mufsten, da sie ersichtlich zu weit
abwichen, ausgeschlossen werden.
Es ergab sich schliefslich für 1896,5 eine mittlere Inklination von 67° 7,2‘ N,
woraus sich, wenn kombinirt mit dem Mittelwerth für 1894,5, eine Zunahme der
nördlichen Inklination von 1,8‘ pro Jahr ergeben würde, was wohl der Wirklich-
keit nicht entsprechen dürfte.
Neufahrwasser. Die magnetischen Beobachtungen wurden von dem Civil-
mitgliede des I. Küstenbezirksamtes, Herrn Benckendorf, ausgeführt, gaben aber
keine Resultate, die mit den früheren ohne weitere Untersuchung der Lokal-
einflüsse (siehe Jahresbericht 1895, Seite 5) verglichen werden können.
Wilhelmshaven. Die magnetischen Beobachtungen wurden im Kaiserlichen
Observatorium mit dem Bambergschen 'T’heodolit No. 1849 ausgeführt. Die
Tagesmittel sowie die Monatsmittel sind nach den magnetischen Kurven abgeleitet
worden.
Beobachtet Reducirt auf das T’agesmittel
10'/a d=12°495'W 12° 48,8 W.
10a 12° 49,2 W 12° 49,9‘ W.
104 a 12° 49,0‘ W L2° 46,0‘ W.
10a 12° 51,5‘ W 12° 49,7‘ W.
” . 9'hba 12° 47,8‘ W 12°.49,0‘ W.
März } 10'2ba 12° 47,3‘ W 12° 47,4‘ W.,
April’ ?) 9aba 12° 44,8‘ W 12° 48,7‘ W.
Mai ?8 10% a 12° 46,3‘ W 12° 47,0 W.
Juni 70 10% a 12° 48,4‘ W 12° 47,2‘ W.
Juli 25) 10%*a 12° 46,7‘ W 12° 46,1’ W.
August 7?) 1% p 12° 46,9' W 12° 46,0‘ W.
September?‘ 10*a 12° 46,0‘ W 12° 46,0‘ W.
Oktober 3. 1*p 12° 46,1‘ W 12° 45,8‘ W.
November 25 11a 12° 45,6’ W 12° 45,0 W.
Dezember. 17 0*p 12° 45,4‘ W 12° 43,4 W.
18 3% 4 p 12° 45,4‘ W 12° 44,2' W.
# 19 101%ha 12° 46,1‘ W 12° 45.3’ W.
Das aus diesen Beobachtungen abgeleitete Mittel für die magnetische
Deklination ergiebt für 1896,5 12° 46,8‘ W, Kombinirt man damit den Mittel-
werth für 1895,5, so ergiebt sich eine Abnahme der westlichen Deklination von
5,7‘ pro Jahr, was mit dem für Hamburg abgeleiteten Werthe von 6,0‘ gut über-
einstimmt. Zwischen 1894/95 war der Werth der Abnahme der westlichen
Deklination in Wilhelmshaven 5,9.
1896 Januar