Magnetische‘ Beobachtungen. in. dem. deutschen Küstengebiete im. Jahre 1896. 301
Mäghnetische Inklination 1896.
Oktober 2‘ 135” p- Nadel I und II
» 10: 12°50° pt °
» 16 137 p
November 6. 147 pr
20°) 1M16®pe 0
‘ Inklinations-Mittelwerth 67° 38,8‘ N.
Dieser Mittelwerth erscheint zu‘ klein, wenn verglichen mit den Beob-
achtungen, vorhergegangener Jahre, was wohl auf die schon erwähnten Störungen
in dem ‚magnetischen Felde . des’ Kompafs-Observatoriums der. Seewarte zurück-
zuführen ist. Wesentlich zu grofs ist die jährliche Differenz der Mittelwerthe
von 1895 und 1896, nämlich 5,5‘ (abnehmend); die ‚mittlere. Differenz pro:‘Jahr
beträgt für die Epoche ‚1890,5—1896,5 1,8‘ (abnehmend), wird aber, wenn man
den Werth 1895/96 vernachlässigt, nur 1,1‘ (abnehmend), was der Wahrheit nahe
kommen dürfte. Eine Untersuchung dieser Gröfse auch für andere Observatorien
in Europa ergiebt für die jährliche Abnahnie der Inklination: .
für die Epoche 1887—1896 für Kew:: = —1,4' (abnehmend),
7 % . m . 18838—1895. „ Stonyhurst ‘= 13 (° \
% m 1890-1896; Wilhelmshaven: = — 12" ( ;
4 » 1890—1895- ; Hamburg = — 111
wobei zu bemerken ist, dafs in sämmtlichen Beobachtungsorten die Schwankungen
in den einzelnen Jahren sebr erheblich sind. Es deutet ‚dies. darauf. hin, was
auch schon aus anderen Untersuchungen hervorgeht, ‘dafs die Unzuverlässigkeit
der aus ‘längeren Reihen abgeleiteten Interpretationsformeln nach unseren gegen-
wärtig dafür geltenden Grundlagen mit. beträchtlicher Unsicherheit behafiet sind.
Es wird mit Beziehung auf diese Sache. auf den Bericht über die Beobachtungen
in Wilhelmshaven verwiesen.
' Magnetische Horizontal-Intensität 1896.
. Es sind im Laufe des Jahres 1896 an 9 Tagen Bestimmungen der Horizontal-
Intensität im Kompafs-Observatorium ausgeführt worden, mit Ausnahme der
Monate Januar, März, August und September in einem jeden Monat... = ';
Der Mittelwerth der Horizontal-Intensität aus diesen 9 Bestimmungen
ergiebt sich zu 0,18061 C. G. S., woraus sich eine. Zunahme ‚gegen das Vorjahr
von 0,00052 C. G..S. ergeben würde. Prüft man die Resultate für die einzelnen
Monate, so findet sich, dafs: die Beobachtungen für Februar und April eine zu
grofse Zunahme ergeben. Mit Ausschlufs dieser Monatswerthe ergiebt sich eine
jährliche Zunahme von +0,00016 €. G. S., was wohl der Wirklichkeit entspricht.
Wie wir sehen werden, stellt sich für Wilhelmshaven in dem’ Jahre 1895/96 ‚ein
geringerer Werth heraus, von‘ etwa. + 0,00011 C. G.S. ‚In Kew wurde die jähr-
liche Aenderung der Horizontal - Intensität. im: Mittel für 1890 bis 1896 zu
+ 0,00023 €. G. 8. festgestellt, wobei aber in.den einzelnen Jahren erhebliche
Schwankungen auftraten; in Stonyhurst betrug .die jährliche Zunahme der Hori-
zontal-Intensität für die Jahre. 1894 und 1895 -+ 0,00015, die für dieselbe Epoche
in Wilhelmshaven + 0,00022 €. G. S.. betrug . (siehe unter Wilhelmshaven in
diesem Bericht). .
Rostock. Die magnetischen Beobachtungen wurden durch den Tod des
Herrn Direktors Wiese ‘unterbrochen und konnten auch im Laufe des Berichts-
jahres von dessen Nachfolger nicht wieder aufgenommen werden.
Barth. Von dem Königlichen Navigationslehrer Herrn Skalweit wurden
zahlreiche Beobachtungen der magnetischen Deklination ausgeführt. . Aus denselben
wurden die folgenden Monatsmittel abgeleitet:‘
für Januar.
Februar
März.
April .
Mai. .
Juni .
x
10° 36,27‘ W.
10° 35,89‘ W,
[0° 35,45' W.
L0° 35,15‘ W.
10° 34,83‘ W.
10° 34,27‘ W.